Der Journalist, Literaturkritiker und Autor Hauke Hückstädt wird neuer Leiter des Frankfurter Literaturhauses. Hückstädt wird am 1. Juli 2010 seine neue Arbeit in Frankfurt aufnehmen und die bisherige Programmleiterin Maria Gazzetti ablösen, teilte der Vorstand des Literaturhaus Frankfurt e.V. letzte Woche mit.
Hauke Hückstädt, geboren 1969 in Schwedt/ Oder. 1984 Ausreise in die BRD nach Hannover, wo er 1989 eine Tischlerlehre abschließt, 1992 Abitur macht und anschließend an der Leibniz-Universität Germanistik und Geschichte studiert. Von 1995 bis 2000 ist er in der Leitung des Literarischen Salons tätig. Für die „Wörter: Welt“ im Deutschen Pavillon während der Expo 2000 ist er Assistent der Programmleitung. In den Jahren 2000 bis 2010 ist er Geschäftsführer und Programmleiter des Literarischen Zentrums in Göttingen, das er aufbaut und zu einer bundesweit renommierten Institution formt, die in diesem Frühling ihr 10jähriges Jubiläum feiert.
Hückstädt ist außerdem als Autor, Herausgeber, Kritiker und Lehrbeauftragter tätig. Von ihm erscheinen neben zahlreichen Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften (u.a. Akzente, Bella triste, sprachgebunden) und Anthologien (u.a. „Twentieth-Century German Poetry“, edited by Michael Hofmann, Farrar Straus Giroux) der Gedichtband „Neue Heiterkeit“ (zu Klampen) sowie aus dem Englischen die Gedichte von David Constantine „Etwas für die Geister“ (Wallstein). Als Herausgeber macht er Bücher über Dominik Graf („Verstörung im Kino“), mit Sujata Bhatt („Nothing is Black, Really Nothing. Gedichte“) und über „Das Begehbare Feuilleton – Gespräche und Berichte aus dem Kulturbetrieb“. Als Kritiker veröffentlicht er zwischen 1999 und 2006 u.a. in Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel, Literaturen, Die Zeit, sowie für NDR-Radio 3, WDR-Radio 3. Seit 2004 ist Hückstädt immer wieder Lehrbeauftragter an der Georg-August-Universität Göttingen, vor allem für die Schwerpunkte Internationale Poesie der Gegenwart sowie Literaturvermittlung in der Praxis. Seit 2007 ist er Moderator des Literarischen März/ Leonce-und-Lena-Preis, Darmstadt. Im nacholympischen Spätsommer 2008 reist Hückstädt als erster Artist in Residence für einen einmonatigen Aufenthalt mit Lehrtätigkeit an die Nanjing University (China). Hückstädt ist Mitglied in Jurys (u.a. Walter-Hasenclever-Literaturpreis, Aachen).
Der Vorstand des Literaturhaus Frankfurt e.V. freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit Hauke Hückstädt.