Literaturhaus Frankfurt

Im Jahr 2005 zog das bereits 1991 gegründete Frankfurter Literaturhaus von der Bockenheimer Landstraße 102 in sein heutiges Domizil am Mainufer um. Mit Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und auf Basis von Spenden von Frankfurter Bürgern und Institutionen war das im Krieg zerbombte Haus an der Schönen Aussicht Nr. 2, die einstige klassizistische Stadtbibliothek von 1825, wieder aufgebaut worden.

Als Verein finanziert sich das Literaturhaus Frankfurt zur einen Hälfte durch Zuschüsse der Stadt Frankfurt am Main, zur anderen Häfte durch Veranstaltungen, Mitgliedsbeiträge, Projektförderung und Vermietungen.

Als einem Schwerpunkt des Programms fühlt sich das Literaturhaus über die Lesungen hinaus dem von je her in Frankfurt beheimateten kritischen Diskurs verpflichtet. In den Reihen „Streitfall“ und „ZeitBrüche“ werden etwa Sachbücher bzw. aktuelle Zeitdiagnosen vorgestellt. In „Schöne Aussichten – Das Frankfurter Literaturgespräch“ diskutiert eine Kritikerrunde plus Autor vierteljährlich literarische Neuerscheinungen. Im Programmpunkt „Zeitkapsel“ werden neue Funde und Schätze des Deutschen Literaturarchivs Marbach präsentiert, experimentell wird es bei der „Lesung von A bis Z“. Durch die Nähe zur Buchmesse ergeben sich für das Frankfurter Literaturhaus bereichernde Synergien wie z. B. die Lesungen des Messe-Ehrengastes im Haus. Das Programm wird von Ausstellungen mit Bezug zur Literatur begleitet. Dem verstorbenen Kabarettisten Matthias Beltz ist ein Zimmer mit der künstlerischen Installation „Gesammelte Untertreibungen“ von Tobias Rehberger und Michael Callies gewidmet. Im Haus befindet sich ein Café-Restaurant.

Auch für Kinder und Jugendliche macht das Literaturhaus Frankfurt Programm: Beim monatlichen Kinderbuch-Sonntag werden interaktive Lesungen und Workshops mit Autoren und Illustratoren für Kinder angeboten. Das „Schreibzimmer“ richtet sich an Jugendliche zwischen 16 bis 19 Jahren. Die Prosa- und Lyrikwerkstätten werden von Autoren geleitet und bieten den Nachwuchsautoren neben der Textarbeit die Möglichkeit, im Literaturhaus ihre Texte zu präsentieren. Eine weitere Schreibwerkstatt ist „open writing“ – eine Kooperation mit der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation.

2005 erhielt das Literaturhaus Frankfurt den „Binding-Kulturpreis“ für seine Aktivitäten und seine Bedeutung für das kulturelle Leben in der Stadt Frankfurt.

Leitung: Hauke Hückstädt

Der 1969 in Schwedt/Oder geborene Hauke Hückstädt reiste 1984 in die BRD aus, wo er 1989 eine Tischlerlehre abschließt.
Von 1995 bis 2000 ist er in der Veranstaltungsleitung des Literarischen Salons tätig. Für die „Wörter:Welt“ im Deutschen Pavillon während der Expo 2000 ist er Assistent der Programmleitung. In den Jahren 2000 bis 2010 ist er Geschäftsführer und Programmleiter des Literarischen Zentrums Göttingen e.V., das er aufbaut und zu einer renommierten Institution formt.

Hückstädt ist außerdem als Autor, Herausgeber, Kritiker und Lehrbeauftragter tätig. Von ihm erscheinen neben zahlreichen Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften und Anthologien der Gedichtband „Neue Heiterkeit“ sowie aus dem Englischen die Gedichte von David Constantine „Etwas für die Geister“. Als Herausgeber macht er Bücher über Dominik Graf („Verstörung im Kino“), mit Sujata Bhatt („Nothing is Black, Really Nothing. Gedichte“) und über „Das Begehbare Feuilleton – Gespräche und Berichte aus dem Kulturbetrieb“. Als Kritiker veröffentlicht er zwischen 1999 und 2006 u.a. in Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel, Literaturen, Die Zeit sowie für das Radio. Seit 1. Juli 2010 ist Hauke Hückstädt Leiter des Literaturhaus Frankfurt e.V.

Das Netzwerk

Literaturhaus Frankfurt

Schöne Aussicht 2
D-60311 Frankfurt
Tel. +49 (0)69-75 61 84 0
Fax +49 (0)69-75 61 84 20
E-Mail: info@literaturhaus-frankfurt.de
www.literaturhaus-frankfurt.de

Mitarbeiter

Hauke Hückstädt: Leitung
Maike Zeidler: Finanzen & Verwaltung
Kristina Koehler: Presse & Öffentlichkeit
Sybille Lonitz: Sekretariat & Vermietung
Franziska Annabelle Lindner: Programmassistenz / Kinder- & Jugendprojekte