Literaturhaus Salzburg

Direkt am Rand der Salzburger Altstadt liegt der Eizenbergerhof, ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das seit 1991 als Literaturhaus Salzburg firmiert. Unter seinem Dach haben sich sechs autonome literarische Vereine und Berufsvertretungen organisiert, die teilweise seit Jahrzehnten die Literaturszene prägen und insgesamt für ein abwechslungsreiches Programm sorgen. Neben den Vereinen beteiligt sich auch die öffentliche Hand an der Finanzierung des Hauses.

Im Literaturhaus Salzburg stehen internationale und österreichische Gegenwartsliteratur und ihre interdisziplinäre Vermittlung im Fokus. Beim jährlichen Festival „Europa der Muttersprachen“ wird jeweils die Literatur einer europäischen Sprachregion – begleitet von einer Ausstellung – präsentiert. Interessante Themen, Tendenzen und Motive in der Literatur beleuchten die „Literaturfrühstücke“, bei denen Uni-Experten leicht zugängliche Vorträge halten. Anfang Herbst führen Radspazierfahrten auf die Spuren von Literaten oder Werken, die mit Salzburg in Verbindung stehen. Den Besuchern stehen außerdem Bibliothek und Mediathek sowie das „h. c. café“ im Haus offen.

Gemeinsam mit der Stadt wird im Eizenbergerhof jährlich das h. c. artmann-Stipendium für einen Stadtschreiberaufenthalt vergeben. Alle zwei Jahre erhält eine Lyrikerin den Meta-Merz-Preis für noch unveröffentlichte Werke. Die Autoren- und Literaturförderung setzt schon früh, bei Kindern und Jugendlichen an. In Projektgruppen für verschiedene Altersklassen wird der spielerische und kreative Umgang mit Lesen und Schreiben eingeübt wie auch z. B. Theater gespielt.

Junge Erwachsene können sich in einem offenen Leseforum austauschen und von erfahrenen Autoren beraten lassen. Ergebnisse dieser Lesungen werden in der hauseigenen Zeitschrift „erostepost“ publiziert, die sich generell der Veröffentlichung von Nachwuchsautoren annimmt. Daneben gehören auch die Zeitschrift „Salz“ und die Buchreihe „Edition Eizenbergerhof“ zu den eingeführten literarischen Publikationen aus dem heutigen Literaturhaus Salzburg.


Leitung: Tomas Friedmann

friedmannGeboren 1961 in Linz/Österreich, lebt seit 1983 in Salzburg. Studium der Germanistik und Publizistik. Tätigkeiten als (Literatur-)Journalist, Pressesprecher (Grüne), Autor und Herausgeber. Seit 1993 Leiter des Literaturhauses Salzburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Regie und Dramaturgie für Theater und Hörspiel. Vorträge, Lehraufträge, Workshops- und Diskussionsleitungen.Publikationen u.a.: Bodo Hell, Antonio Fian, Elisabeth Reichart. 3 Stück Österreich. Drei Einakter zum österreichischen Millenium. Salzburg 1996; Salzburger Literatouren. Literarische Wege durch Stadt und Land Salzburg. Salzburg 2001.