Zhai Yongming wurde 1955 in Chengdu geboren, der Provinzhauptstadt von Sichuan, und betreibt dort das Künstlercafé „Weiße Nächte“. Auf Deutsch liegt ihr Gedichtband „Kaffeehauslieder“ (deutsch 2002) in der Übersetzung von Wolfgang Kubin vor. Ihre Lyrik handelt von Politik, von gesellschaftlichen Zwängen ebenso wie von ihren Aufenthalten in New York zu Anfang der Neunziger oder 2000 in Berlin als Stipendiatin des DAAD.
Ouyang Jianghe wurde 1956 in Luzhou in der Provinz Sichuan geboren. Er war Mitbegründer der „Vereinigung Junger Dichter von Sichuan“, einer nicht-offiziellen Organisation, die sich fern vom Kanon der chinesischen Staatsliteratur definierte. Ouyang steht für eine Lyrik, die statt auf Inspiration oder Eingebung auf Reflexion und den Ausdruck gereifter Erkenntnis setzt. Seine Gedichte sind in den Anthologien „Die Glasfabrik“ (deutsch 1993), „Dem Dichter des Lebens“ (deutsch 1997) und „Chinesische Akrobatik – Harte Stühle“ (deutsch 1995) vertreten.
Yu Jian, geboren 1954, wuchs in Kunming in der südchinesischen Provinz Yunnan auf, wo er noch heute lebt. In den 80er Jahren betrat er die literarische Bühne als einer der Mitbegründer und Autoren der einflussreichen inoffiziellen Lyrikzeitschrift Sie (Tamen). Yu Jian gilt als zentraler Vertreter und Vordenker einer so genannten „umgangssprachlichen“ und „volkstümlichen“ Dichtung. Auf Deutsch liegen bislang nur wenige Gedichte von ihm vor, nämlich einige kurze Gedichte in den LiteraturNachrichten Nr. 98, Herbst 2008, und das Langgedicht „Akte Null“ in Sirene. Zeitschrift für Literatur, Heft 19, Oktober 1997.
Han Dong, geboren 1961 in Nanjing in der Provinz Jiangsu, ist ein Autor, der durch die Tradition nicht-staatlicher Magazine wesentlich geprägt wurde. Dies verbindet ihn mit Yu Jian, genauso wie die Vorliebe für Stoffe aus dem Alltagsleben, die er in schlichter Umgangssprache behandelt. Gedichte von Han Dong sind in der Anthologie “Chinesische Lyrik der Gegenwart“ (2006) vertreten.
Chen Dongdong wurde 1961 in Shanghai geboren. Der Autor ist beständig auf der Suche nach poetischer Modernität, beschreibt in seinen Gedichten die Stadt und das kulturelle Traumleben. Ein Schwerpunkt seines theoretischen Interesses liegt auf klassischer chinesischer Poesie.
Xiao Kaiyu wurde 1960 auf dem Land in der Provinz Sichuan geboren. Nach dem Abschluss als Arzt für traditionelle chinesische Medizin begann er 1985 eigene Gedichte zu veröffentlichen. Er war Gründer und Redakteur einflussreicher Untergrundzeitschriften für Lyrik, verbrachte als Stipendiat mehrere Jahre in Deutschland und lebt heute wieder in Shanghai. Auf Deutsch liegt sein Gedichtband „Im Regen geschrieben“ (2003) vor.
Yin Lichuan wurde 1973 in Beijing geboren. Die Autorin schreibt lakonische und direkte Gedichte im Beat-Style, die auch politisch klar für mehr Demokratie Stellung beziehen. Sie tritt selbstbewusst für chinesische Traditionen ein und nutzt dafür die modernsten Kommunikationsformen. Yin Lichuan gehört zu einer neuen Pekinger Intellektuellengeneration.
Yan Jun, geboren 1973 in Lanzhou in der Provinz Gansu, ist nicht nur Lyriker, sondern auch Musiker der so genannten Noise Music. Als Soundkünstler wie als Lyriker gehört Yan Jun, der in Beijing lebt, zu den Protagonisten des jungen kulturellen „Untergrunds“.
Chang Yao, geboren 1936 in der Provinz Hunan, gestorben 2000 in der Provinz Qinghai, begann schon in den 50er Jahren zu schreiben. Heute ist sein Rang in China allgemein anerkannt, auch wenn er außerhalb Chinas noch kaum bekannt ist.
Hai Zi wurde 1964 in der Provinz Anhui geboren und beging im März 1989 Selbstmord. Hai Zi ist ein in China nach wie vor äußerst bekannter Lyriker. Er wird dort vor allem für seine Gedichte über die Natur und das Landleben geliebt.