Tadeusz Dąbrowski: »Die Bäume spielen Wald«

literaturhaus.net empfiehlt Lyrik / Dezember 2015

Miriam Hefti aus dem Literaturhaus Zürich empfiehlt Tadeusz Dąbrowskis »Die Bäume spielen Wald«, einen von Renate Schmidgall aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzten Gedichtband, erschienen im Hanser Verlag.

»Tadeusz Dąbrowskis Lyrik ist frei von Pathos, schwerelos und dennoch fokussiert auf die grossen Themen der Welt. In Die Bäume spielen Wald (in der deutschen Übersetzung von Renate Schmidgall, erschienen 2014 bei Hanser Edition Lyrik Kabinett) schwingt leiser Witz mit, Ironie und Philosophie verschränken sich. In einem Interview mit Deutschlandfunk berichtet Dabrowski: >Ich bin kein enigmatischer Dichter. Ich fürchte mich direkt vor einer Poesie, deren Universalität nur aus dem Nicht-zu-Ende-Sagen und dem Anhäufen von Metaphern und Bildern resultiert<. Jedes Wort fügt sich klar ans nächste, kein Wort wird überdehnt oder verschwindet in doppeltem Boden einer Metaphorik, die im Lyrischen oft bemüht wird. Oder anders – und mit Dabrowski, wenn er in einem Gedicht über ‚Die Gegenwartslyrik‘ schreibt: >Die Gegenwartslyrik ist wie eine Fledermaus/ die Keller bewohnt/ Dachkammern, Höhlen/ die am Tag schläft/ in der Nacht jagt/ mit dem Kopf nach unten hängt<. Dabwrowski wird im ersten Halbjahr 2016 als Writer in Residence des Literaturhauses zu Gast sein.«