Ukrainische Bibliothek

Klassiker:innen im Kontext der europäischen Gegenwart

Die ukrainische Literatur: randständig, übersehen, ungelesen. Die Autor:innen der Gegenwart sprechen  — als Rebell:innen, Exot:innen und Zeug:innen einer kriegsversehrten Wirklichkeit. Woher kommen sie? Welche Texte haben sie geprägt? Wie war die Ukraine früher und wie hat sie von sich erzählt?

Die Veranstaltungsreihe „Ukrainische Bibliothek. Klassiker:innen im Kontext der europäischen Gegenwart“ lädt zu einer literarischen Entdeckungsreise ein — zwischen Galizien, der Bukowina, der Steppe und der Halbinsel Krym, zwischen Gestern und Heute, zwischen kolonialer  Erfahrung und europäischer Moderne.

Die ukrainisch-österreichische Autorin Tanja Maljartschuk und die Übersetzerin und Kulturvermittlerin Claudia Dathe haben die ukrainische Klassikerbibliothek begründet, in der in den Jahren 2025 bis 2027 acht Bände erscheinen. Sie umfasst Werke von Taras Schewtschenko, Lesja Ukrajinka, Mychail Semenko, Iwan Franko, Olha Kobyljanska und Mychajlo Kozjubynskyj sowie eine Sammlung ukrainischer Kurzprosa und klassische Texte des krymtatarischen Autors Ismail Gasprinskij. Jeder Band wird von einer prominenten Stimme der ukrainischen Gegenwartsliteratur herausgegeben – mit dabei sind unter anderem Juri Andruchowytsch, Serhij Zhadan, Katja Petrowskaja und Jurko Prochasko.

Das Netzwerk der Literaturhäuser stellt zwischen Herbst 2025 und Frühjahr 2027 in seinen Häusern und darüber hinaus die ukrainischen Klassiker:innen mit jährlich bis zu zehn Veranstaltungen vor. Die Informationen zu den Veranstaltungen werden hier fortlaufend aktualisiert.

Taras Schewtschenko und Lesja Ukrajinka: ausbrechen und aufbrechen

Den Anfang machten im Oktober und November 2025 der Nationaldichter Taras Schewtschenko (1814-1861) mit seinen Gedichten und Tagebuchaufzeichnungen und die wichtigste Autorin des ukrainischen Fin de Siècle Lesja Ukrajinka (1871-1913) mit ihrer Kurzprosa. In den Veranstaltungen sprechen die ukrainischen und deutschen Gegenwartsautor:innen Juri Andruchowytsch, Marcel Beyer, Tanja Maljartschuk und Haska Shyyan über die ukrainischen Klassiker:innen und mit den Übersetzer:innen Claudia Dathe, Beatrix Kersten und Maria Weissenböck und der Literaturwissenschaftlerin Carola Hilmes. Musikalische Interpretationen der klassischen Texte bieten das Poesiekollektiv Landschaft mit Ulrike Almut Sandig, Grigory Sementschuk und Sascha Conrad, der Komponist und Cellist Eduard Resatsch und die Jazz-Folk-Musikerin Ganna Gryniva .

Rebellierender, Verbannter, Stimme der verlorenen Freiheit – Taras Schewtschenko zeichnet seinen Lebensweg zwischen Provinz und Zentrum, zwischen Widerstand und Unterwerfung  in Gedichten und Tagebuchnotizen aus den 1840er bis 1860er Jahren. Lesja Ukrajinka erzählt von den gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüchen der beginnenden Moderne am Ende des 19. Jahrhunderts und nimmt dabei insbesondere Lebenswege von Frauen in den Blick.

In Kürze informieren wir über die Termine im Frühjahr 2026.

Wir danken unseren Kooperationspartnern, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Bundesministerium Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport, der S. Fischer Stiftung, dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen und dem Wallstein Verlag für die finanzielle Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.