»Vom Unbehagen in der Fiktion«

Veranstaltungsreihe des Netzwerks in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung

23. – 27. November 2020
in Berlin, Frankfurt, Göttingen, Rostock und Stuttgart

Was hat Didier Eribon mit Margarete Stokowski zu tun? Oder Annie Ernaux mit Saša Stanišić? Bei allen Unterschieden haben ihre Bücher eins gemeinsam: Sie entziehen sich den gängigen Schablonen, sind weder nur Fiction noch klassische Non-Fiction. Ob Autofiktion, Memoiren oder personal essay – viele der meist beachteten Texte sind momentan (semi-)dokumentarischer Natur. »Es wirkt so«, schreibt Angela Steidele, »als habe die Literatur das Erzählen aufgegeben, weil sich alle anderen seiner bedienen. Wer will noch fabulieren, wenn er sich mit dem amerikanischen Noch-Präsidenten, dem deutschen Verkehrsminister, Impfgegnern oder Firmenchefs deutscher Automobilkonzerne gemein macht?« Und ganz offenbar bevorzugen auch viele Leser*innen gegenwärtig Geschichten, die durch persönliches Erleben beglaubigt scheinen – Geschichten, in denen das Medium der Selbsterkundung oft auch eines der Beschreibung von Gesellschaft ist.

»Vom Unbehagen in der Fiktion« ist eine Veranstaltungsreihe des Netzwerks der Literaturhäuser in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Eine Woche lang diskutieren in fünf Städten Autor*innen, Kritiker*innen, Wissenschaftler*innen u.a. darüber, was dieser Boom autobiografischen, autofiktionalen und dokumentarischen Erzählens mitsamt all seinen Fallstricken bedeutet. Inwiefern verändert er das Verhältnis von Literatur und Politik?

Die Termine im Überblick:

23. November 2020 – Achtung, diese Veranstaltung muss leider verschoben werden. Informationen zum Nachholtermin folgen in Kürze.
Literaturhaus Frankfurt (im Live-Stream)
Wohin führt das gegenwärtige Verlangen nach Authentischem in der Literatur?
Auf dem Frankfurter Podium debattieren der Autor Daniel Schreiber, die Autorin Angela Steidele und die Politikwissenschaftlerin Paula Diehl, Moderation: Jan Wiele (F.A.Z.).

24. November 2020 – Achtung, diese Veranstaltung muss leider verschoben werden. Informationen zum Nachholtermin folgen in Kürze.
Literaturhaus Stuttgart (im Live-Stream)
»Leere Zwiebeln«. Monomanie vs. Empathieschulung
Es diskutieren der Essayist Guillaume Paoli, der Autor Daniel Schreiber und die Autorin Angela Steidele, Moderation: Anja Johannsen (Literarisches Zentrum Göttingen/Projektinitiatorin).

Lüge, Poesie und Identitätspolitiken. Video bei Youtube

»Leere Zwiebeln«. Video bei Youtube
»Leere Zwiebeln«. Monomanie vs. Empathieschulung

Uncanny Valleys. Video bei Youtube
Uncanny Valleys – der schmale Grad zwischen Fakt und Fiktion

Alle Videos werden auch in der Mediathek der bpb verfügbar gemacht.

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