Literarisches Zentrum Göttingen

Im Jahr 2000 wurde das Literarische Zentrum Göttingen e.V. gegründet, um die beachtlichen literarischen Kräfte der Stadt zu bündeln und einen Treffpunkt für Verlage, die Universität, Buchhandlungen und – vor allem – natürlich alle Literaturinteressierten zu schaffen. Acht Jahre später begann das Zentrum, auch den lesebegeisterten Nachwuchs zu fördern: »Literatur macht Schule« ist unser Bildungsprogramm. Seit 2014 ist das Literarische Zentrum außerdem maßgeblich an der Programmplanung für den Göttinger Literaturherbst beteiligt.

Kernarbeit ist die Planung und Realisierung von zwei mal zwei Veranstaltungsprogrammen pro Jahr mit insgesamt ca. 80 Veranstaltungen. Das Zentrum vermittelt zeitgenössische deutschsprachige, europäische und internationale Literatur mit hohem künstlerischen Anspruch, gleichermaßen professionell wie unterhaltsam. Diverse Veranstaltungsreihen prägen das Profil des Hauses: neben dem altbewährten »Hausbesuch« gegenwärtig die Reihen »neu_übersetzt«, »Das Alter in der Literatur«, »Der Geist weht« zu Literatur und Religion, die Krimireihe und der »Liederabend«, der sich Phänomenen der internationalen und nationalen Song- und Performancegeschichte widmet.

Unser Bildungsprogramm »Literatur macht Schule« lässt Literatur innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers lebendig werden. Als außerschulischer Kooperationspartner bietet das Zentrum Lesungen, Gespräche, Schreibwerkstätten und Themennachmittage. Außerdem setzt das Projekt immer wieder auf Schwerpunkte, die bei den Jugendlichen spielerisch die Sprachbegeisterung wecken sollen – so steht das Jahr 2015 z.B. ganz im Zeichen der Spoken Word Poesie.

Gemeinsam mit der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität bietet das Literarische Zentrum jährlich vier Studierenden die Möglichkeit zu einem vergüteten Volontariat mit nachhaltigem Praxiserwerb in der Vermittlung von Kultur. Jeweils zum April und Oktober werden zwei studienbegleitende Volontariate vergeben.


Leitung: Dr. Anja Johannsen

johannsenAnja Johannsen (* 1974) hat Germanistik und Philosophie in Berlin, Dublin, Providence, R.I. (USA) und Freiburg i.B. studiert und wurde 2007 mit einer Arbeit über W.G. Sebald, Anne Duden und Herta Müller promoviert. Sie hat für in- und ausländische Verlage übersetzt und lektoriert und zu deutsch- und englischsprachiger Gegenwartsliteratur veröffentlicht. Sie unterrichtete an den Unis in Berlin, Hamburg und Paderborn und arbeitete von 2007 bis Anfang 2010 frei und vertretungsweise für das Literaturhaus Zürich. Seit Mai 2010 ist sie – als Nachfolgerin Hauke Hückstädts – Geschäftsführerin und Programmleiterin des Literarischen Zentrums.

Einschlägige Publikationen: »Heinz Ludwig Arnolds ›Gespräche mit Schriftstellern‹: Handke, Grass, Hochhuth«, in: T. Hoffmann/G. Kaiser (Hg.), Echt inszeniert. Interviews in Literatur und Literaturbetrieb, Paderborn 2014; »To pimp our minds sachwärts. Ein Plädoyer für eine praxeologische Gegenwartsliteraturwissenschaft«, in: TEXT+KRITIK Sonderheft, Die Zukunft der Literatur, München 2013; »Stroh zu Gold oder Gold zu Stroh? Zur Ambivalenz öffentlicher Autorenlesungen«, in: Ph. Theisohn/C. Weder (Hg.), Literaturbetrieb. Zur Poetik einer Produktionsgemeinschaft, Paderborn 2013; Hrsg. zs. mit M. Bierwirth und M. Zeman, Doing Contemporary Literature. Praktiken, Wertungen und Automatismen in der Forschung zur Gegenwartsliteratur, Paderborn 2012; Kisten, Krypten, Labyrinthe. Raumfigurationen in der Gegenwartsliteratur: W.G. Sebald, Anne Duden, Herta Müller, Bielefeld 2008.

Foto © M. Oeming