»Blicktot, Nixe [Klaffende tags]« von Andre Rudolph

literaturhaus.net empfiehlt Lyrik / Januar 2016

Stefanie Stegmann, Leiterin des Literaturhauses Stuttgart, zeigt sich beeindruckt von Andre Rudolphs »Blicktot, Nixe [Klaffende tags]«, einem 2015 bei luxbooks erschienen Langgedicht.

»Das siebenteilige Langgedicht des Autors Andre Rudolph hat mich in Formstrenge und anarchischem Spiel sehr beeindruckt. Angelegt als Doppeltextstruktur treten durch Fettdruck und Hervorhebungen einzelner Buchstaben und Wörter andere Lesarten der Texte hervor, die sich Seite für Seite verjüngen, bis sie sich am Ende jeweils aufzulösen scheinen. Songzitate, Erinnerungen an vergangene, gescheiterte Beziehungen verbinden sich mit übergeordneten Reflexionen über Vergänglichkeit und mit Befragungen der Gegenwart. Verschwunden, aber nicht verwunden: Alte wie neue Verletzungen und Verstörungen werden durch zahlreiche Auslassungen angedeutet, eingebettet in eine betörende Rhythmik, in einen Gefahr bergenden Nixengesang – blicktot, sprachmächtig.«