Das Netzwerk der Literaturhäuser gewinnt weitere neue Mitglieder

Bereits seit Juli 2026 dabei ist das Literaturhaus Magdeburg. Das Literaturhaus Vorarlberg kommt zum 1. September dazu.

„Netzwerke müssen und wollen ihrem Wesen, ihrer Aufgabe und ihrer Ausrichtung nach wachsen!“, sagt Netzwerks-Vorsitzender Hauke Hückstädt. „Aber das sollte immer ein natürliches Wachstum sein, ohne Expansionsdiktat. Für das Netzwerk, das bald schon auf eine vierzigjährige Arbeit zurückblicken darf, ist es ein Glücksfall, jetzt zwei Institutionen dazu gewonnen zu haben, die mit ihrem Programmprofil, ihren Leitungen und Teams sowie den Häusern, in denen sie wirken, eine Bereicherung darstellen.“ 

Im Netzwerk der Literaturhäuser entwickeln und veranstalten die nunmehr 19 Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit verschiedenen Partnern internationale Projekte und Veranstaltungsreihen. Außerdem vergibt das Netzwerk jährlich im Wechsel den Preis der Literaturhäuser und den Preis der Jungen Literaturhäuser an eine Autorin, einen Autor, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht haben. 2026 ging der Preis, welcher mit einer Lesereise durch die Häuser des Netzwerks verbunden ist, an die Autorin Lena Gorelik.

Literaturhaus Magdeburg

Das 1994 eröffnete und seit 2004 als Verein geführte Literaturhaus Magdeburg hat sich dem Zweck verschrieben, Literatur und die literarische Kultur erlebbar zu machen, nah am Publikum, nah an den Autor:innen, nah an den Fragen der Zeit. Die breit gefächerten Aktivitäten umfassen eine Vielzahl von Angeboten, die die literarische Welt in ihrer ganzen Vielfalt widerspiegeln. Dazu gehören neben Lesungen und Gesprächen mit Autor:innen aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus auch Ausstellungen, Kinderveranstaltungen und die Bereitstellung eines umfangreichen Archivs zu Schriftstellern und Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, die in der Region Magdeburg beheimatet waren und sind. Das Haus ist das Geburtshaus des 1890 geborenen Schriftstellers Erich Weinert.

Jährlich finden die Magdeburger Literaturwochen statt, welche sich zum Ziel gesetzt haben, Literatur auch in die Stadtgesellschaft zu tragen. Neben der kulturellen Bildungsarbeit versteht sich das Literaturhaus Magdeburg als Ort der Begegnung und des Austauschs, für die Literaturszene der Stadt beziehungsweise in der Region. Als Mitglied des Kulturschutzbundes arbeitet das Literaturhaus mit verschiedenen Akteuren der Magdeburger Kulturszene zusammen. Als Dachverband betreut der Verein Literaturhaus Magdeburg e.V. die im Haus ansässigen Mitgliedsvereine, darunter den Förderverein Schriftsteller e.V., die Literarische Gesellschaft Magdeburg e.V. und eine Schreibwerkstatt des Friedrich-Bödecker Kreises.

Literaturhaus Vorarlberg

Das 2025 eröffnete Literaturhaus Vorarlberg ist in der 1890 erbauten Villa Franziska und Iwan Rosenthal in Hohenems beheimatet. Auf 360 Quadratmetern in Parterre und Beletage trägt es Literatur mitten in den Alltag der Stadt. Neben Abendveranstaltungen öffnet es seine Räume tagsüber für die Auseinandersetzung mit Literatur und Sprache und zum stillen Verweilen.

„Das Literaturhaus lädt Menschen dazu ein, die zeitgenössische Literatur, ihre Fragen und das kreative Potenzial der Sprache zu entdecken“, sagt Literaturhaus-Leiterin Frauke Kühn. „Es ist Bühne, Werkstatt und Labor: ein Ort, der Schreibende und Gäste zum Ausprobieren auffordert und das Prozesshafte der Sprache sichtbar macht. ‚Im Gewächshaus‘ etwa sprechen Autoren und Autorinnen über ihr Schreiben und zeigen zum Beispiel anhand verschiedener Manuskriptfassungen, wie ein Roman allmählich seine Form findet.“ Das Entdecken und Experimentieren prägt auch die Vermittlungsarbeit. Erwachsene werden in Projekten zum Schreiben und Erzählen eingeladen. Das Kinder- und Jugendprogramm reicht von zweistündigen Workshops bis zu vierjährigen Kooperationen, in denen Sprache als ästhetische Kraft erlebt wird, die Ideen Form gibt und zu neuen Ausdrucksmöglichkeiten inspiriert.

Tagsüber ist der Eintritt frei, abends gilt „pay as you wish“. Damit steht das Literaturhaus allen Interessierten offen, um Hausaufgaben zu machen, im Leseclub Bücher zu diskutieren oder in der Literaturhausapotheke lindernde Texte zu finden. Gemeinsam mit den zeitgenössischen Autoren und Autorinnen verwandeln die Besucher und Besucherinnen das junge Literaturhaus im historischen Ambiente in einen lebendigen Ort.