Kometenparade – Wintermarkt der unabhängigen Verlage

Vom Gedanken, 40 deutschsprachige Verleger*innen derzeit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz nach Stuttgart reisen zu lassen nimmt das Literaturhaus Stuttgart traurig Abschied, nicht aber vom Gedanken, das Marktkonzept an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Literaturförderung für die kleinen Verlage in diesem für sie so schweren Jahr produktiv zu halten.

Es verwandelt den Markt, die »Kometenparade«, in einen temporären Pop-Up-Store im vorübergehend geschlossenen Restaurant Vinum und Erdgeschoss des Literaturhauses Stuttgart, ausgestattet mit üppig bestückten Verlagstischen der in diesem Jahr eingeladenen Verlage. Geöffnet hat der »Kometenladen« vom 5. bis 19. Dezember 2020 immer Montag bis Samstag von 12 – 18 Uhr (Samstag, 5. Dezember 2020 bis 20 Uhr).

Ergänzt und begleitet wird der Kaufladen, durch das ganztägige Literaturprogramm mit Live-Streaming-Lesungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche am 5. Dezember 2020, einem digitalen Adventskalender mit Minutennovellen & Sternschnuppenlesungen, einer Open-Air-Ausstellung auf der Terrasse des Literaturhauses sowie zwei On-Air-Sendungen im Freien Radio für Stuttgart.

Sie sehen: Wir mögen uns dem Virus nicht gänzlich beugen, sondern prüfen, wie wir möglichst sichere Wege finden, zu lernen, mit ihm umzugehen. So rufen wir nun laut: Bildschirm an und Maske auf! Würzige Winterlektüren – knusprig wie zartschmelzend – warten darauf, von Ihnen online und onsite entdeckt zu werden. Lassen Sie sich in diesen dunklen Winterwochen verführen von leuchtenden Texten.

Folgende Verlage schicken uns dicke Pakete zum Kauf für Sie:
Avant-Verlag * Berenberg Verlag * Cassverlag * Das kulturelle Gedächtnis * derDiwan Hörbuchverlag * Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung * Dörlemann * Edition Converso * edition.fotoTAPETA * Edition Korrespondenzen * Edition Rugerup * édition totale éclipse * Elfenbein Verlag * Eta Verlag * Faber & Faber Verlag * Griot Hörbuchverlag * Guggolz Verlag * Kampa Verlag * Kindermann Verlag * Limbus Verlag * Mandelbaum Verlag * Merz Akademie * Mixtvision * nonsolo Verlag * Parasitenpresse * Peter Hammer Verlag * Polar Verlag * Prima. Publikationen * Reprodukt * Schaltzeit Verlag * Schöffling & Co. * Transit Buchverlag * Ventil Verlag * Verlag die Brotsuppe * Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus * Verlag Ulrich Keicher * Verlag Klaus Wagenbach * Wallstein Verlag * Verlag Das Wunderhorn

Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg »Kunst trotz Abstand«, der Péter Horváth-Stiftung, der Stadt Stuttgart und dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Die Programm- und Ausstellerübersicht finden Sie hier zum Download hinterlegt:

Fotokollektiv »blurred« – »Streifzüge. Fotografie trifft Literatur«

Das Fotokollektiv »blurred« besteht aus künstlerischen Fotograf*innen aus dem Raum Salzburg. Für das Projekt »Streifzüge. Fotografie trifft Literatur« haben sich Michaela Fellner, Rudolf Gmeinbauer, Sigrid Riepl, Walter Tichy und Angelika Wienerroither mit Sprache, Texten und Büchern der Schriftsteller Kathrin Röggla, James Joyce, Walter Kappacher, Peter Handke und Meta Merz beschäftigt. Daraus entstanden Fotografien, die in der Gemeinschaftsausstellung erstmals im Literaturhaus Salzburg gezeigt werden.

»blurred« bezeichnet etwas Verschwommenes, Unklares, Diffuses sowie auflösende Formen, die Abstraktes ergeben. Die Bezeichnung entstand, weil es dem Kollektiv nicht um Schönes geht, sondern um den spielerischen Umgang mit ihrem Medium. Experiment und Neugier sind wichtiger als »das perfekte Foto«. Gefühle, Beziehungen und Gedanken tauchen auf – und die Frage: Was verbirgt sich hinter einem Bild? Die Grenzen verschwimmen manchmal, wenn Fotografie mit Musik, Installationen oder einer Performance kombiniert wird. Die Künstler*innen wollen mit möglichst wenig auskommen, das nutzen, was vor Ort ist. Bei der Arbeit steht die Weiterentwicklung im Fokus, nicht die Konkurrenz wird angestrebt, sondern das Gemeinsame bestimmt das Handeln.

Vernissage mit Gespräch und Musik am 17. September 2020, 19.30 Uhr

Fünf Fotografen flanieren durch Räume – gespeist mit Sprachbildern und Wortklängen aus Texten und Büchern von Peter Handke, James Joyce, Walter Kappacher, Meta Merz und Kathrin Röggla. Die Mitglieder des jungen Salzburger Fotokollektivs blurred – Michaela Fellner, Rudolf Gmeinbauer, Sigrid Riepl, Walter Tichy und Angelika Wienerroither – entdecken mit der Kamera: neugierig, kritisch-verspielt und experimentierfreudig. Gemeinsam setzen sie sich mit dem Transfer von Literatur in Fotografie auseinander – und finden ihre jeweils ganz individuelle »Übersetzung« ins Medium Bild. Bei der Vernissage zeigen sie die überraschenden Ergebnisse und sprechen mit Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über ihre künstlerische Entdeckungsreise.

Musik: Bernadette Ober (Zither)

Michaela Fellner, geboren 1958 in Linz, lebt in Salzburg. Seit 2012 Mitglied der FOTOZELLE Salzburg. Zuletzt hat sie im mark Kunstkomplott ausgestellt.

Rudolf Gmeinbauer, geboren 1963, lebt in Mondsee/Tiefgraben und arbeitet in Unterach. Zuletzt hat er im Salzburger Filmkulturzentrum DAS KINO ausgestellt.

Sigrid Riepl, geboren 1962 in Linz, lebt in Salzburg. Zuletzt hat sie in der Stadtgalerie am Mozartplatz und in der Galerie Fotohof in Salzburg ausgestellt.

Walter Tichy, geboren 1967 in Linz, lebt und arbeitet in Salzburg. Zuletzt hat er in Salzburg im mark Kunstkomplott und in der Stadtgalerie ausgestellt.

Angelika Wienerroither, geboren 1986, lebt in Salzburg. Zuletzt hat sie im Salzburger Kunstverein und in der Galerie Ebensperger Rhomberg ausgestellt.

Deutscher Buchpreis 2020 – Die Autoren der Shortlist

Die sechs für den Deutschen Buchpreis nominierten Autoren lesen in Frankfurt. Moderation: Alf Mentzer, Christoph Schröder, Miriam Zeh

Auch in diesem Jahr wird zur Eröffnung der Buchmesse der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Bereits zum 13. Mal findet zwei Wochen zuvor die Veranstaltung »Die Autoren der Shortlist« statt. In diesem Jahr mit den nominierten Autorinnen und Autoren als Livesendung aus dem Literaturhaus Frankfurt. Eine einmalige Chance für alle Literaturfans weltweit, den sechs Nominierten zu lauschen. Sie stellen ihre Bücher in Lesungen und Gesprächen vor. Durch den Nachmittag führen Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Christoph Schröder (freier Kritiker) und Miriam Zeh (Deutschlandfunk).

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels seit 2005 einen Roman stellvertretend für alle wichtigen Romane des Jahres aus. Die 20 Titel umfassende Longlist erscheint am 18. August, am 15. September erfahren Sie, wer die sechs Autorinnen und Autoren der Shortlist sind.

Die Veranstaltung ist eine exklusive Livesendung aus dem Literaturhaus Frankfurt. Die Übertragung der Livesendung findet über die Reservix-Plattform statt; der Zugang erfolgt über Link und Zugangscode, ein Streaming-Account ist nicht notwendig. Die Streamingtickets sind 72 Stunden gültig und können bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn online im Kartenshop des Literaturhauses erworben werden. Ein Saalticket-Verkauf ist unter den derzeit aktuellen Hygienebestimmungen nicht realisierbar. Bei ausreichenden Lockerungen der bestehenden Corona-Bestimmungen behalten wir uns vor, kurzfristig Saaltickets für die Veranstaltung in den Verkauf zu geben.

Medienvertreter haben die Möglichkeit, von der Veranstaltung zu berichten: Interviews sowie Bild- und Tonaufnahmen vor Ort sind gemäß den im September geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften möglich.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Frankfurt und Kulturamt Frankfurt am Main. Partner ist die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 02. bzw. 05.10. bis 09.10., jeweils um 09.04 h und 15.04 h.

Streamingticket 5 Euro // Tickets kaufen

Deutscher Buchpreis 2020 – Der große Longlist-Abend

Der Deutsche Buchpreis gehört zum Bücherjahr fest dazu – zum Glück müssen wir 2020 nicht auf ihn verzichten. Am 12. Oktober wird der Preisträger oder die Preisträgerin bekanntgegeben.
Auch und gerade in diesem besonderen Jahr beleben wir den literarischen Herbst in freudiger Diskussion um den »Roman des Jahres«! Wir schaffen Aufmerksamkeit für gut erzählte Geschichten und für sprachlich überzeugende Romane und stellen in der Freien Akademie der Künste viele der Nominierten vor. Wer zum großen Longlist-Abend eingeladen wird, entscheidet die Buchpreis-Jury: Hanna Engelmeier, Katharina Borchardt, David Hugendick, Chris Möller, Maria-Christina Piwowarski, Felix Stephan und Denise Zumbrunnen. Insgesamt 187 Bücher von 120 Verlagen wurden eingereicht. Die vorher geheime Longlist mit 20 Titeln wurde am 18. August veröffentlicht.

In Hamburg begrüßen wir (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Birgit Birnbacher: »Ich an meiner Seite« (Paul Zsolnay, März 2020)
  • Bov Bjerg: »Serpentinen« (Claassen, Januar 2020)
  • Roman Ehrlich: »Malé« (S. Fischer, September 2020)
  • Dorothee Elmiger: »Aus der Zuckerfabrik« (Carl Hanser, August 2020)
  • Valerie Fritsch: »Herzklappen von Johnson & Johnson« (Suhrkamp, Februar 2020)
  • Deniz Ohde: »Streulicht« (Suhrkamp, August 2020)
  • Leif Randt: »Allegro Pastell« (Kiepenheuer & Witsch, März 2020)
  • Stephan Roiss: »Triceratops« (Kremayr & Scheriau, August 2020)
  • Robert Seethaler: »Der letzte Satz« (Hanser Berlin, August 2020)
  • Eva Sichelschmidt: »Bis wieder einer weint« (Rowohlt Hundert Augen, Januar 2020)
  • Anne Weber: »Annette, ein Heldinnenepos« (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Olivia Wenzel: »1000 Serpentinen Angst« (S. Fischer, März 2020)
  • Iris Wolff: »Die Unschärfe der Welt« (Klett-Cotta, August 2020)
  • Jens Wonneberger: »Mission Pflaumenbaum« (Müry Salzmann, Oktober 2019)

In je zwanzig Minuten stellen sich die Nominierten den Fragen des Moderationsdoppels und lesen aus ihren Werken. So bleibt Zeit für eine Pause und dafür, sich am Büchertisch der Buchhandlung Samtleben mit Lesestoff auszustatten. Die Veranstaltung können Sie im Livestream verfolgen, Karten erhalten Sie über unseren Ticketanbieter Reservix.

Moderation: Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz

Diese Autorinnen und Autoren sind auch für den »Roman des Jahres« nominiert, doch können sie an dieser Veranstaltung leider nicht teilnehmen:

  • Helena Adler: »Die Infantin trägt den Scheitel links« (Jung und Jung, Februar 2020)
  • Arno Camenisch: »Goldene Jahre« (Engeler, Mai 2020)
  • Thomas Hettche: »Herzfaden« (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Charles Lewinsky: »Der Halbbart« (Diogenes, August 2020)
  • Frank Witzel: »Inniger Schiffbruch« (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Christine Wunnicke: »Die Dame mit der bemalten Hand« (Berenberg, August 2020)

Iris Wolff wird außerdem am 8. September im Literaturhaus lesen, Thomas Hettche wird am 30. September bei der Literatursoiree zu Gast sein.

Informationen zum Livestream finden Sie hier.

In Kooperation mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Freien Akademie der Künste, mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Kunst- und Literaturstiftung Petra und K.-H- Zillmer, Kulturpartner NDR Kultur

Crespo Foundation unterstützt im Rahmen von #zweiterfruehling Debütant*innenlesungen

Die Crespo Foundation unterstützt im Rahmen von #zweiterfruehling mit insgesamt 25.000 € Debütant*innenlesungen aus den Bereichen Roman und Lyrik. Daraus können bis zu 500 € für Autor*innenhonorar, Reisekosten und Übernachtung durch die Veranstalter*innen beantragt werden. Für Bewerbungen steht den Veranstalterinnen und Veranstaltern ein Formular zum Download zur Verfügung. Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Ursula Steffens.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der Lesungen, die mit Unterstützung der Crespo Foundation stattfinden:

Eindrücke von den bisherigen Veranstaltungen:

Lesung Paula Irmschlers aus dem Debüt »Superbusen« vom 7. September 2020 (c) Literarische Gesellschaft Scheffelbund/Museum für Literatur am Oberrhein

 

Lesung Ariela Sarbachers aus dem Debüt »Der Sommer im Garten meiner Mutter« vom 13. August 2020 (c) Carolin Callies

Elke Erb erhält den Georg-Büchner-Preis 2020

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis 2020 an die Schriftstellerin Elke Erb. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 31. Oktober 2020 in Darmstadt verliehen.

Begründung der Jury:
»Mit Elke Erb ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Elke Erbs poetischer Sachverstand, der sich auch in ihrer reichen übersetzerischen Arbeit zeigt, beeinflusste mehrere Generationen von Dichterinnen und Dichtern in Ost und West. Ihre Gedichte zeichnen sich durch eine prozessuale und erforschende Schreibweise aus, in deren Verlauf die Sprache zugleich Gegenstand und Mittel der Untersuchung ist. Elke Erb gelingt es wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert. Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchst lebendige Erkenntnisform.«

Gratulation seitens des Netzwerks der Literaturhäuser:
»Vor knapp zehn Jahren verlieh das Netzwerk der Literaturhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Elke Erb den Preis der Literaturhäuser«, teilte der Vorsitzende des Netzwerks, Hauke Hückstädt, vom Literaturhaus Frankfurt mit. »Jetzt applaudieren wir der widerständigen, auf der Bühne immer sprachlebendigen Autorin zu dieser Auszeichnung, die auch eine Würdigung ist der findungsreichen Formstrenge wie zugleich aller Brechungen von Strenge.«

Elke Erb wurde am 18. Februar 1938 in Scherbach, einem kleinen Dorf in der Eifel geboren. 1949 – in ihrem 12. Lebensjahr – übersiedelte sie mit der Familie nach Halle, DDR. Nach dem Studium der Germanistik, Slawistik und Pädagogik arbeitete sie von 1963 bis 1965 als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. Seit 1966 ist sie freiberuflich als Schriftstellerin und Übersetzerin vorwiegend aus dem Russischen tätig. Ihr reichhaltiges Werk versammelt Lyrik, Kurzprosa, prozessuale Texte, Übersetzungen, Nachdichtungen, Herausgaben. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter: Peter-Huchel-Preis 1988, Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille 1994, Preis der Literaturhäuser 2011, Ernst-Jandl-Preis 2013, Mörike-Preis der Stadt Fellbach 2018, Bundesverdienstkreuz 2019.

Elke Erbs erste Buchveröffentlichungen waren »Gutachten, Poesie und Prosa« (1975) und »Der Faden der Geduld« (1978). Auswahlbände von ihr erschienen parallel im Westen. Anfang der 80er Jahre nimmt sie Kontakt zur unabhängigen Friedensbewegung auf. Ihre Arbeit an einer Anthologie »inoffizieller Literatur« und ihr Protest gegen die Ausbürgerung des Bürgerrechtlers Roland Jahn führten zur Überwachung durch den Staatssicherheitsdienst. Gemeinsam mit Sascha Anderson gab sie 1985 die aufsehenerregende Anthologie neuerer Literatur in der DDR »Berührung ist nur eine Randerscheinung« heraus, die jedoch nur in der Bundesrepublik erscheinen konnte. 1987 veröffentlichte Erb den von der Kritik als epochal bezeichneten Band »Kastanienallee. Texte und Kommentare«, wofür sie den mit 15.000 DM dotierten Peter-Huchel-Preis erhielt. Erb legt hier die Methodik ihrer prozessualen Schreibweise offen, indem sie jedes Gedicht mit einem Kommentar begleitet – eine Form der poetischen Selbst- und Welterkundung, die zum besonderen Merkmal der Erbschen Texte wird.
Nach der Wende veröffentlichte Elke Erb 1991 den Prosatext »Winkelzüge oder Nicht vermutete, aufschlussreiche Verhältnisse«, 1995 politische, autobiographische und poetologische Reflexionen in dem Band »Der wilde Forst, der tiefe Wald. Auskünfte in Prosa« sowie zahlreiche Gedichtbände: etwa »Sonanz. 5 Minuten-Notate« (2008), »Das Hündle kam weiter auf drein« (2013) oder im letzten Jahr, 2019, »Gedichtverdacht«, ihr jüngster Band mit Gedichten, Notaten, Selbstkommentaren, bei ihrem langjährigen Verleger Urs Engeler.

»Ich bin außerhalb der Form. Und das ist eine Chance und ein Risiko. Die Menschheit geht mit mir ein Risiko ein, ich diene als Risiko«, sagte Elke Erb 1978 in einem Gespräch mit Christa Wolf. Das sieht mehr als 40 Jahre später nicht anders aus.

Elke Erb lebt in Berlin und Wuischke (Sachsen). Sie ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste in Berlin.

Werke
Gedichte und Prosa (Auswahl)

»Gutachten. Poesie und Prosa«. Aufbau Verlag, 1975
»Einer schreit: Nicht! Geschichten und Gedichte«. Wagenbach 1976.
»Der Faden der Geduld«. Mit einem Gespräch zwischen Christa Wolf und Elke Erb. Aufbau Verlag, 1978
»Trost. Gedichte und Prosa«. Auswahl und Einleitung: Sarah Kirsch. Deutsche Verlagsanstalt 1982.
»Vexierbild«. Aufbau Verlag 1983
»Kastanienallee. Texte und Kommentare«. Aufbau Verlag 1987
»Winkelzüge oder Nicht vermutete, aufschlußreiche Verhältnisse«. Galrev, 1991
Poet’s Corner 3: »Elke Erb«. Unabhängige Verlagsbuchhandlung Ackerstraße, 1991
»Unschuld, du Licht meiner Augen. Gedichte«. Steidl Verlag 1994
»Der wilde Forst, der tiefe Wald. Auskünfte in Prosa«. Steidl Verlag 1995.
»Mensch sein, nicht. Gedichte und andere Tagebuchnotizen«. Urs Engeler Editor, 1998
»Sachverstand«. Urs Engeler Editor, 2000
»die crux«. Urs Engeler Editor, 2003
»Gänsesommer«. Urs Engeler Editor, 2005
»Sonanz. 5-Minuten-Notate«. Urs Engeler Editor, 2008
»Meins«. roughbook#006 bei Engeler, 2010
»Das Hündle kam weiter auf drein«. roughbook#028 bei Engeler, 2013
»Sonnenklar«. roughbook#032 bei Engeler, 2015
»Gedichte und Kommentare«. poetenladen, 2016
»Sonnenklar Meins: Das Hündle kam weiter auf drein«, bei Engeler, 2018 »Gedichtverdacht«. roughbook#048 bei Engeler, 2019

Auszeichnungen:
1988 Peter-Huchel-Preis für Kastanienallee
1990 Heinrich-Mann-Preis (zusammen mit Adolf Endler)
1993 Ehrengabe der Schillerstiftung
1994 Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille
1995 Erich-Fried-Preis
1995 Ida-Dehmel-Preis
1999 Norbert-C.-Kaser-Preis
1999 F.-C.-Weiskopf-Preis der Akademie der Künste Berlin
2007 Hans-Erich-Nossack-Preis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft BDI
2011 Preis der Literaturhäuser
2011 Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung
2012 Roswitha-Preis
2012 Georg-Trakl-Preis für Lyrik
2013 Ernst-Jandl-Preis
2014 Anke Bennholdt-Thomsen-Preis für Lyrik der Deutschen Schillerstiftung
2016 Liliencron-Dozentur für Lyrik
2018 Mörike-Preis der Stadt Fellbach
2019 Bundesverdienstkreuz

Preis der Literaturhäuser 2020

Marlene Streeruwitz, die am 28. Juni 2020 ihren siebzigsten Geburtstag feiert, blickt auf ein umfangreiches und vielseitiges Werk, bestehend aus Dramen und Hörspielen, Romanen, Essays und Poetik-Vorlesungen. Als eine der innovativsten und bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen, die sich immer auch politisch geäußert hat, ist sie mit zahlreichen Preisen geehrt worden und erhält in diesem Jahr den Preis der Literaturhäuser. Ich habe mit ihr über den Verriss ihres ersten Romans durch Marcel Reich-Ranicki gesprochen, darüber, wie sich Literaturkritik seitdem verändert hat, und über den Stand in Sachen Gleichberechtigung.

Gleich mit ihrem ersten Roman, »Verführungen«, der 1996 bei Suhrkamp erschien, erlebte Marlene Streeruwitz extreme Höhen und Tiefen des Literaturbetriebs. Ihr Roman erhebt weiblichen Alltag, der bis dato als nicht literaturfähig galt, in den Rang von Literatur und liest sich auch ein Vierteljahrhundert später noch radikal und modern. Eine Frau so konsequent in ihrem Denken, Fühlen und Erleben darzustellen, das war bis dahin einmalig und sucht bis heute seinesgleichen. 

Von der Literaturkritik wurde das jedoch im Erscheinungsjahr kaum gesehen und verstanden. Besonders vernichtend war »Das Literarische Quartett«, in dem »Verführungen« wenige Monate nach Veröffentlichung besprochen wurde. Was dort geschah, ist in verschiedener Hinsicht einen genaueren Blick wert:

Sigrid Löffler stellt kurz den Inhalt des Romans vor und nennt »Verführungen« einen Bildungsroman. Hajo Steinert, Gast in dieser Sendung, findet, das gehe zu weit, »ein weiblicher Bildungsroman kann es gar nicht sein«, die Handlung bleibe im Alltag stecken, es gehe ja nur ums Bügeln und Kochen. Sigrid Löffler weist darauf hin, dass die Banalitäten des Alltags ja gerade Thema dieses Romans seien. Es werde erzählt, warum Frauen es so schwer hätten, zu sich selbst zu kommen, nämlich auch, weil die Männer die Banalitäten des Alltags bei ihnen abladen. Marcel Reich-Ranicki stellt fest, die Natur habe es leider so eingerichtet, dass allen Ärger die Frau habe, die Schwängerung von Männern sei bisher noch nicht gelungen, was das Publikum derart amüsiert, dass Reich-Ranicki noch einen draufsetzt: Diese Autorin (sic!) zeige immer wieder, was für Kummer sie mit der Menstruation habe. »Ich möchte Sie auf etwas aufmerksam machen, Frau Löffler, nehmen Sie es mir nicht übel (Zeigefingergewedel): Die Menstruation ist nicht ein Werk der männlich dominierten Gesellschaft.« Das Publikum tobt, das Gespräch über »Verführungen« endet kurz darauf mit Reich-Ranickis Urteil, das Buch sei »sprachlich vollkommen minderwertig«, es habe »nichts Innovatorisches, wie manche behaupten«, und sei »der bare Primitivismus«. 

Frau Streeruwitz, als Ihr erster Roman erschien, kamen Sie vom Theater, hatten zuvor Hörspiele und Dramen geschrieben und inszeniert. Warum der Wechsel zum Roman und warum dieser Stoff?

Ich habe in den späten 70er und 80er Jahren immer schon Romane geschrieben, die alle in der Lade liegen und nicht veröffentlicht wurden und auch nicht veröffentlicht werden. Es ging mir eigentlich immer um den Roman. Das Hörspiel und das Theater waren der Umweg dorthin. Die Grundfrage des Schreibens ist ja immer die Frage des point of view, des Standpunkts, sei es in der Moderne oder der Vormoderne, und die hatte ich mir immer schon mit Bewusstseinsstrom beantwortet. Ich war aber nicht sicher in der Personenfindung. Das habe ich beim Schreiben von Dramen und Hörspielen gelernt, das war wie eine Lehrphase für mich, weil da so viele Einzelpersonen mit ihrem eigenen Wahrnehmungszentrum auftauchen. Beim Thema, dem brennenden Thema der Ungerechtigkeit, wie Frauen leben müssen, gibt es kein ästhetisches Begehren einer besonderen Art, sondern nur das Begehren der Gerechtigkeit. Das, was so gerne unter “weibliches” Schreiben abgelegt werden sollte, das ist politisches Schreiben aus der Minderheitenposition.

Ich habe »Verführungen« jetzt zum ersten Mal gelesen. Als der Roman erschien, war ich 24 und fühlte mich vermutlich einfach nicht angesprochen. Jetzt hat er mich vollkommen begeistert. Im »Literarischen Quartett« wurde er in die Tradition der Frauenliteratur der Siebzigerjahre gestellt und mit Karin Struck verglichen – allein, weil es hier wie dort um das Leben und den Alltag einer Frau ging. Wie haben Sie diese Literatur zur Zeit ihrer Veröffentlichung wahrgenommen?

Damit ist es mir gegangen wie Ihnen mit 24 mit »Verführungen«. Ich war gerade damit beschäftigt, Beauvoir zu lesen und das Klaffen zwischen Ist- und Soll-Zustand meines Lebens überhaupt mal in irgendeiner Form zu erfassen, da konnte ich diese Form von vollendeter Kritik nicht aushalten und wollte es auch nicht. Ich fand auch – als Literaturwissenschaftlerin gesprochen – den Abstand von der Autorinneninstanz zum Text nicht groß genug. Da wollte ich etwas anderes. Das ist ja die ganze Arbeit daran: eine Autorinneninstanz, die als sekundäres Wahrnehmungszentrum dahinter sitzt und es lenkt.

Die Rezeption wurde damals von Reinhard Baumgart eröffnet, dessen Kritik als Aufmacher der Literaturbeilage der ZEIT erschien. 

Ich habe damals gar nicht begriffen, dass das praktisch der Chimborazo war, wenn der Papst Baumgart das so hochhängt. Diese Päpste, die damals noch die Feuilleton-Herrscher waren, haben ja zugewiesen, was hohe Literatur ist. Und das Literarische Quartett war dann der böse Abschluss mit der Aussage: Es ist keine hohe Literatur. Das war ein Überlebenskampf, ob ich als Autorin danach überhaupt noch einen Atemzug tue. Damals, in diesen anderen Machtverhältnissen des Feuilletons, des patriarchalen Feuilletons, war das ein Krieg. Auf einem kleinen und unbedeutenden Feld, aber es war ein Krieg. Das kann ich heute so sehen. Damals war es erlitten. Ich stand plötzlich vor dem Nichts. Zumal das Theater sich neoliberal gedreht hatte und keine Texte dagegen mehr wollte, wie das überkommene Theater und das Neoliberale ineinander fielen.

Wie haben sich die Verkäufe nach dem »Literarischen Quartett« entwickelt?

Die sind nicht angestiegen, aber auch nicht abgefallen. Und das war natürlich ein Argument gegen mich. Unseld hat dann alles gebremst, der hat das sowieso gehasst. Mir war bald klar, dass ich da weg muss. Und begonnen hat das mit dem Quartett. Das hat das Argument dafür geliefert. Unseld hat diesen Text nie gelesen, da bin ich ganz sicher.

Seitdem erscheinen Ihre Werke im S. Fischer Verlag. Als 2004 Ihr Roman »Jessica, 30« herauskam, wurde es in vier der großen Feuilletons von vier Männern besprochen, durchaus nicht nur negativ, in deren Rezensionen sich aber immer wieder misogyne Abfälligkeiten finden. Liest man diese Kritiken heute, ist kaum zu glauben, wie unsachlich und ungehindert da rundum alles abgewertet wurde: der Anspruch, die Mittel, der Stil und die Person der Autorin gleich mit. 

Ja, das ist so. Das ist aber auch das fehlende politische Interesse der Frauen selbst. Da schreibt eben keine einen Leserbrief, da sagt niemand was, das wird einfach hingenommen. Der Hirte hat gesprochen und die weiblichen Schäfchen sagen, na ja, es ist halt wieder so, wie’s immer ist. Und das ist selbstverschuldet. Das beschert den Frauen, was jetzt ist, auch dass die Frauen das Homeschooling machen. Das muss dann so gelebt werden.

Waren die Rezensionen Ihrer jüngeren Romane weniger unsachlich?

Nun, erstens mal sind andere Generationen zum Zug gekommen, die anders gebildet sind. Die grundlegenden Mittel der Textkritik sind jetzt verbreiteter, die Voraussetzungen der Semiotik, des Strukturalismus, des Poststrukturalismus. Ich kann also damit rechnen, dass bestimmte Kunstmittel auch als solche erkannt werden. Das war vorher nicht möglich, weil die Germanistik es nicht geleistet hat. Mittlerweile brauche ich nicht mehr auf das hochbewusste Verständnis einer Frau hoffen, sondern kann damit rechnen, dass auch ein ausgebildeter Mann sich der Sache mit dem gebotenen Abstand widmet. Da gibt es ganz großartige Beispiele, Christian Metz, zum Beispiel. Das ist ein Glück. Was nicht erfreulich ist: dass diese Personen nicht mehr die Macht haben, wie sie Reich-Ranicki und Baumgart hatten.

Einerseits bedauerlich, dass die vernichtende Kritik von damals nicht mit demselben Gewicht ausgeglichen wird, andererseits gut, weil dieses patriarchale Machtsystem der Literaturkritik so heute nicht mehr besteht. 

Richtig. Ich hab mein Arbeitsleben jetzt fast hinter mich gebracht und habe nicht das  Gefühl, geschlagen worden zu sein. Das haben die nicht geschafft. Ich weiß aber auch nicht, ob es einen Sieg in der Sache gibt. Wenn’s ganz schlimm hergegangen ist und der Ausweg der Selbstvernichtung so verführerisch war, dann hab ich mir immer gesagt „Die dürfen dich nicht kriegen“, und „die“ sind so eine patriarchale Instanz, die sich in einzelnen Personen äußert. Das ist mir gelungen. Die haben mich nicht gekriegt. Aber der Triumph des literarischen Könnens – und das war eigentlich das Hauptziel –, der ist mir dadurch versagt geblieben. Also dass ich Literatur schreibe, dass ich im Besitz der Mittel bin und sie benutzen kann und dass das eine Höhe erreicht hat. Das ist ja ein Ereignis, das kulturell ist, das hat gar nicht so viel mit mir zu tun. Es ist ein Weg, der gegangen worden ist, und da gibt es jetzt Mittel, die könnten alles ausdrücken.

Ich muss nochmal nachfragen, weil ich das so anders wahrnehme. Sie meinen, dass Ihnen die Anerkennung versagt geblieben ist, »hohe Literatur« zu schreiben?

Ja.

Das ist meine Wahrnehmung überhaupt nicht.

Nein, da sind wir jetzt auf unterschiedlichen Ebenen. Also, ich bin von Geschwisterrivalität beherrscht, ich komme aus einer Sechs-Kinder-Familie mit vier Brüdern, und die Frage ist: die Beste oder der Beste. Das meine ich. Es gibt noch immer keinen Raum, in dem Unparteilichkeit erreicht wird, das wird immer noch vom Vornamen beherrscht. Sonst ist das schon alles großartig, gar keine Frage. Aber auf einer basalen Gerechtigkeitsebene stimmt es immer noch nicht.

Oberflächlicher betrachtet finde ich heute doch sehr klar, dass Sie inzwischen gerechtfertigt wurden, und dass, was in diesem »Quartett« stattfand, im Grunde furchtbar war, professionell betrachtet, aber auch menschlich. Nur Sigrid Löffler hat Ihren Roman verteidigt.

Ja, das stimmt schon, es ist immer noch erstaunlich. Aber es ist ja auch immer ein Signal, dass es gefährlich ist, sich vorzuwagen. Das war der Versuch der Vernichtung, und das treibt Personen beiderlei Geschlechts in die falsche Richtung. Und ich hoffe ja immer, dass ganz sanfte, zurückhaltende oder bedrückte Personen zum Schreiben greifen und sich äußern. Nicht, dass diese Vernichtungsenergie viele Menschen davon abhält, uns mit ihrer Literatur zu beglücken. Diese Schüsse vor den Bug sollen ja decouragieren, und darin ist es auch verantwortungslos. Es stellt einen Raum her, in dem wiederum nur die Helden auftauchen dürfen. Und die Frau Löffler hat teuer bezahlt für ihren Einsatz, die Häme war ja groß gegen sie. Was noch interessanter ist: Argumentativ hat sie eigentlich gewonnen, und trotzdem hat sie den Sieg nicht bekommen. Und diese Geschlechterpolitik ist nicht verschwunden. Das meine ich mit der Beste.

In diesem Jahr erhalten Sie den Preis der Literaturhäuser.

Diesen Preis betrachte ich als eigentliche Bestätigung meiner Arbeit. Dass diese Gruppe von so verschiedenen und verschieden gesinnten Personen sich darauf einigen konnte, das ist wahrscheinlich das, was an Sieg möglich ist. Und das ist wunderbar und beruhigend.

Eigentlich hätte zu dem Preis eine umfangreiche Lesereise gehört, die in diesem Frühjahr hätte stattfinden sollen. Dann kam alles anders, sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Nun schreiben Sie seit März an Ihrem »Covid19-Roman«, der die aktuelle Krise direkt reflektiert und fiktionalisiert, und den Sie online in Fortsetzungen veröffentlichen. 

Sich in die Zeit zu werfen und über die Erfahrungen davon zu berichten, das ist eine der Aufgaben von Literatur, und sollte auch von den Institutionen und vom Staat angefragt werden. Eigentlich sollten wir alle sitzen und solche Texte schreiben, damit wir auch noch in einem halben Jahr wissen können, was es gewesen ist. Das wäre das, was Literatur sein sollte für mich: Der Bericht vom Leben.

Auf die Frage »Ist der Feminismus für Sie gescheitert?« haben Sie in einem SPIEGEL-Interview 1996 geantwortet, es sehe heute so aus. Die Chance, den Kurs zu ändern, die es in den 70er Jahren gegeben habe, sei vertan worden. Schätzen Sie die Lage gut zwanzig Jahre später anders ein?

Nein. Das Versäumnis der 70er Jahre müssen Sie in Ihrem Leben jeden Tag reperformieren. Das ist so. Und dass es keinen Willen gibt, sich da neu aufzustellen, liegt eben auch an dem Herdendasein der Frauen, das wiederum von der Erpressung ins Jetzt-Leben-Müssen über die Kinder in noch ganz anderer Weise betroffen ist. Es hat seine Gründe, warum das gelingen konnte. In der Corona-Krise haben sich diese Strukturen ja wieder sehr deutlich gezeigt. Aber vielleicht ist das eine Chance, das neu anzudenken. Kulturell. In Deutschland wie in Österreich sind die gesetzlichen Grundlagen ja vorhanden, sind Frauen etwas anderes als ich, die noch unter dem code civil aufgewachsen ist und einen Hausvater zu erwarten hatte als Ehemann. Dass es nicht gerecht zugeht, ist etwas Kulturelles, und von da aus kann man vielleicht noch mal ganz anders vorgehen. Das Besprechen von diesen historischen Vorgängen ist der erste Schritt. Auch, wenn wir diesen Schritt nun zum x-ten Mal wiederholen müssen.

Ich bin ein bisschen optimistischer. Ich kenne inzwischen so viele Frauen, die auf einer gerechteren Aufgabenverteilung bestehen, wenn Kinder da sind, und die die Konsequenzen ziehen und gehen, wenn die Väter ihrer Kinder nicht bereit sind, sich zu bewegen. 

Ja, aber sie müssen es dann leben. Als Alleinerzieherin kann ich sagen, das waren wunderbare Jahre mit meinen Töchtern, ich möchte diese Intimität, die mit ihnen allein möglich war, nicht einen Augenblick missen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass das die richtigen Voraussetzungen waren. Es ging nicht gerecht zu. Wir schaffen das alles trotzdem wunderbar, das müssen wir auch mal sagen, das ist schon richtig, aber wir schaffen es eben trotz der falschen Voraussetzungen. Ich hoffe – inzwischen für meine Enkelkinder –, dass endlich Generationen aufwachsen, die nicht von diesen Umständen traumatisiert wurden. Das wäre doch das Ziel: nicht traumatisierte junge Frauen. Oder junge Männer. Was das ist, wissen wir gar nicht. Darauf freue ich mich.

Frau Streeruwitz, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

 

Das Gespräch führte Nicole Seifert telefonisch am 23. Mai 2020.
Copyright Foto Marlene Streeruwitz: Heribert CORN

Nicole Seifert ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und arbeitet nach mehreren Jahren in den Lektoraten verschiedener Buchverlage seit 2010 als freie Autorin und Übersetzerin in Hamburg. Ihr Literaturblog www.nachtundtag.blog hat 2019 vom Börsenverein des deutschen Buchhandels den Preis für den besten Buchblog erhalten.

Carnets de Fleurs – Blumenhefte Nathalie Wolff / Wie man Sommersprossen bekommt – Vergessene Weisheiten über Pflanzen Matthias Bumiller

Schon der Löwenzahn hat es in der gleichnamigen Kindersendung in jeder Folge durch die Asphaltdecke geschafft! Und auch in der Kulturlandschaft brechen zarte Pflänzchen durch die Decke des Lockdowns. Die Pariser Künstlerin Nathalie Wolff hat für uns ihre Mappen geöffnet – und schon werden aus unseren Wänden leuchtende Wiesen. Das Literaturhaus zeigt eine Auswahl der schönsten Aquarelle und Tuschezeichnungen aus ihren Skizzenbüchern: Blumen, Kräuter, Unkräuter, Blüten, Blätter und Wurzeln, gemalt und gezeichnet zwischen Herbst 2018 und Sommer 2020. Ergänzt wird die Ausstellung durch vergessene Weisheiten über Pflanzen, ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Heilwirkungen sowie ihre Verwendung in Bräuchen und im Aberglauben. Matthias Bumiller hat dafür in der Württembergischen Landesbibliothek die alten Blumen- und Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts von Hieronymus Bock, Otto Brunfels, Leonhart Fuchs, Adam Lonitzer und Pietro Andrea Mattioli durchforstet und Erstaunliches wie diese Weisheit zu Tage gefördert: »Mit dem Tau des Frauenmantels lassen sich Sommersprossen abwaschen.«

Besichtigung nach telefonischer Anmeldung unter 0711/22 02 17 3 oder info@literaturhaus-stuttgart.de

Am 30. Juli lädt das Literaturhaus Stuttgart zur Finissage der Ausstellung ein. Sebastian Röhrle (Ensemble Schauspiel Stuttgart) und Marit Beyer (freie Sprecherin u.a. für Arte, SWR2) lesen die schönsten Wissens- und Glaubensfundstücke aus den Blumen- und Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts, choreografiert und kommentiert von Matthias Bumiller. Und Nathalie Wolff führt uns im Gespräch mit Matthias Bumiller vor Ort durch ihr Pflanzen- und Blumenparadies.

Finissage, Lesung
Marit Beyer (Sprecher)
Sebastian Röhrle (Sprecher)

Ticketverkauf nur online ab Mittwoch, 01.07.20 / 12 Uhr. Bis auf Weiteres gibt es keine Abendkasse.
Dem limitierten Kartenkontingent sind nummerierte Sitzplätze zugewiesen.

Schreibzimmer 2020

Schreibst Du? Willst du lernen, worauf es beim Schreiben ankommt? Willst Du mit richtigen Schriftstellerinnen zusammenarbeiten und dich mit anderen austauschen? Dann bewirb dich jetzt für das Schreibzimmer 2020 im Literaturhaus Frankfurt und schick uns deine Texte! An drei Wochenenden und bei der großen Abschlusslesung kannst du im Literaturhaus Frankfurt dabei sein! Außerdem erscheinen deine Texte in der Schreibzimmer-Anthologie.

Bewerben kannst du dich ab sofort für

Das Prosa-Schreibzimmer
GRENZÜBERSCHREITUNG
mit Karen Köhler

In jedem Augenblick werden Grenzen überschritten. Große und kleine. Solche, die man sehen kann und solche, die unsichtbar sind.

Im Moment versuchen geflüchtete Menschen, die Grenze zu Europa zu überschreiten und werden mit Gewalt daran gehindert. Tränengas wird auf Kleinkinder abgefeuert. Menschen in Schlauchbooten werden beschimpft, beworfen und an der Ankunft gehindert. Ein Virus überschreitet derzeit Grenzen, sogar Kontinente, legt Fabriken lahm, hebelt unser Wirtschaftssystem aus und sorgt ganz nebenbei für verringerten CO2-Ausstoß. Ein Mädchen sitzt in Schweden mit einem Schild vorm Parlament und inspiriert zu einem grenzüberschreitenden Klimastreik. Ein Präsident baut eine Mauer an der Grenze zum Nachbarland. Ein Künstler baut eine Wippe in diese Grenzmauer: Menschen wippen über die Grenze hinweg miteinander. Ein Neonazi macht irgendwo in Deutschland den Führergruß. Jemand ist rassistisch und glaubt, es sei nur Neugier. Irgendwo verdient eine Frau mit ihrer Arbeit wieder nicht so viel wie ein Mann. Eltern lesen in deinem Smartphone und wissen nicht, wie Vertrauen geht. Ein Mädchen lügt ihre beste Freund*in an. Ein*e Ex verschickt deine Nacktfotos. Jemand tut jemand K.O.-Tropfen ins Glas. Jemand denkt, wer A sagt, muss auch…

Ich habe unserer Schreibwerkstatt das Thema Grenzüberschreitung gegeben und hoffe, dass es euch zu Texten inspiriert, an denen wir gemeinsam weiterarbeiten. Ich freue mich auf eure Einsendungen. Chop chop.

Karen Köhler

Das Lyrik-Schreibzimmer
ALLE WEGE FÜHREN IN DIE WELT

mit Nadja Küchenmeister

Kennst Du das Gefühl, unentwegt auf der Suche nach etwas zu sein, ohne sagen zu können, wonach Du suchst? Du möchtest vorankommen, stattdessen blickst Du zurück. Endlich die große Reise antreten, doch dann findest Du Dich wieder auf einem kleinen Zeltplatz in Norddeutschland. Die anderen ziehen um die Häuser, Du aber liegst auf dem Sofa und liest und denkst und träumst. Du versuchst Dir vorzustellen, wer Du einmal sein wirst und fragst Dich plötzlich, wer Du bist. Da wird Dir klar: Die Reise hat begonnen. Was immer Du auch tust, Du tust es in Deiner Gegenwart und Gegenwart ist überall, denn: Alle Wege führen in die Welt. In der Schreibwerkstatt holen wir unsere Welt ins Gedicht und bringen unsere Gedichte zur Welt. Wir sehen aus dem Fenster, wir sehen ins uns hinein, wir durchqueren die Städte und Landschaften unserer Erinnerungen und wir schnüren unsere Schuhe und machen uns auf den Weg, neugierig auf alles, was kommt.

Nadja Küchenmeister

Wann findet was statt?

Ab sofort und noch bis zum 23.8.20 kannst du dich für das Schreibzimmer bewerben. An folgenden Wochenenden finden die beiden Werkstätten jeweils von 10 Uhr bis 16.30 Uhr statt: 07./ 08.11. und 21./ 22.11. und 5./ 6.12.2020.

Die Abschlusslesung mit allen Teilnehmern findet am Donnerstag, 25.2.2021 um 19.30 Uhr statt.

Und wo?

Im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main

Was ist mit Corona?

Im Moment wissen wir noch nicht, wie die Regelungen und Empfehlungen Ende dieses Jahres aussehen werden. Wir werden uns aber – sobald feststeht, wie es während der Schreibwerkstätten aussieht – bei allen Teilnehmer*innen melden und sie informieren, was das für das Schreibzimmer bedeutet.

Was kostet der Spaß?

Nichts! Die Teilnahme ist – dank unserer Förderer – kostenlos. Anreise und gegebenenfalls notwendige Unterkunft musst du aber selbst tragen.

Wer ist Karen Köhler?

Karen Köhler wollte Kosmonautin werden, hat Fallschirmspringen gelernt und Schauspiel studiert. Nach zwölf Jahren im Beruf schreibt sie heute Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Sie lebt in Hamburg auf St. Pauli und hatte 2 Mal die Windpocken: 1982 verpasste sie 2 Wochen Schulunterricht, 2014 das Ingeborg-Bachmann-Preis-Wettlesen. Sie findet Mathe gut und den Weltraum und wäre gerne in einer Pogo-Synchronschwimmgruppe.
Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen deutschen Bühnen auf dem Spielplan, ihr gefeierter Erzählungsband „Wir haben Raketen“ geangelt erschien 2014 und 2019 ihr Roman „MIROLOI“, mit dem sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand, beide im Hanser Verlag. Auf Instagram findet ihr sie als @niagara_kate.

Wer ist Nadja Küchenmeister?

Nadja Küchenmeister wurde 1981 in Berlin geboren, wo sie heute noch lebt. Sie studierte Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lehrte u.a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und leitete verschiedene Schreibwerkstätten. Seit 2018 arbeitet sie als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin für Literarisches Schreiben und Lektorat an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Zudem schreibt sie für den Rundfunk Hörspiele und Feature und übersetzt, gemeinsam mit Matthias Kniep, aus dem Englischen (zuletzt: „Mehrstimmiger Gesang“ von Denise Riley, hochroth). Ihr erster Gedichtband „Alle Lichter“ erschien 2010, im Herbst 2014 folgte „Unter dem Wacholder“ ebenda. Nadja Küchenmeisters Gedichte wurden u.a. ausgezeichnet mit dem Hermann-Lenz-Stipendium, dem Mondseer Lyrikpreis, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis sowie dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises. Gerade ist bei Schöffling & Co. ihr neuer Lyrikband „Im Glasberg“ erschienen.

Wann und wie bewerbe ich mich?

Bitte sende uns deine Texte (3–5 Gedichte oder 1–3 Seiten Kurzprosa) bis zum 23.08.2020 per E-Mail. Folgende Infos brauchen wir: Geburtsdatum, Post- und E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Name deiner Schule. Bitte gib an, ob du am Lyrik- oder Prosa-Schreibzimmer teilnehmen möchtest. Die Teilnahme am Schreibzimmer ist kostenfrei.
Ob du dabei bist, erfährst du Ende September.

Wohin schicke ich meine Bewerbung?

Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.

Benno Hennig von Lange
vonlange(at)literaturhaus-frankfurt.de

T. 069 – 75 61 84 19

Wer fördert das Schreibzimmer?

Das Schreibzimmer 2020 wird von der Ernst Max von Grunelius-Stiftung, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung, dem Rotary Club Frankfurt – Alte Oper und dem Rotary Club Frankfurt – Römer gefördert.

Du hast die Frist verpasst?

Schreib weiter und freu dich auf das nächste Jahr! Außerdem kannst du den Jungautoren-Newsletter abonnieren. Da gibt es nicht nur Hinweise zu anderen Schreibwerkstätten und Ausschreibungen, sondern auch erlesene Veranstaltungstipps. Und dann kannst du ja mal in deiner Lieblingsbuchhandlung oder im Literaturhaus vorbeischauen!

Das Schreibzimmer ist vorbei… und jetzt?

Weiter machen: Schreiben, lesen und im sexyunderground andere junge Autor*innen kennenlernen. Wie das geht? Einfach eine E-Mail an Benno Hennig von Lange schreiben: vonlange@literaturhaus-frankfurt.de. Auch wichtig: Lesen, hören und schauen, was andere Autoren zu sagen haben. Zum Beispiel bei den Veranstaltungen im Literaturhaus Frankfurt!

Festival »Und seitab liegt die Stadt: I. Herkunft«. Redewendungen – Essays – Gespräche

Festival »Und seitab liegt die Stadt: I. Herkunft«. Redewendungen – Essays – Gespräche

23. & 24. April 2020

www.lcb.de/seitab, Facebook und Twitter: Literarisches Colloquium Berlin

Kurator·innen: Senthuran Varatharajah, Daniela Dröscher

Mit: Antonia Baum, Shida Bazyar, Marica Bodrožić, Ulrike Draesner, Annett Gröschner, Anna Kim, Enis Maci, Mehdi Moradpour, Maxi Obexer, José F.A. Oliver, Selim Özdogan, Karosh Taha und dem Ministerium für Mitgefühl (Jan Böttcher, Özlem Özgül Dündar, Maria Milisavljevic, Anna Schapiro, Jelena Jeremejewa und Svenja Viola Bungarten)

In diesem Jahr startet »Und seitab liegt die Stadt«, ein neues Förderprogramm für literarische Veranstaltungen im ländlichen Raum, das vom LCB und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgerichtet wird. Jährlich veranstalten wir dazu ein Festival im Literarischen Colloquium Berlin, bei dem sich Autor·innen über den Begriff des jeweiligen Jahresthemas des Programms, 2020 »Herkunft«, austauschen. ›Herkunft‹ bestimmt – explizit und implizit – immer noch unseren politischen Diskurs. Die beiden Kurator·innen des Festivals, Daniela Dröscher und Senthuran Varatharajah, haben zwölf weitere Schriftsteller·innen und die Autor·innengruppe Ministerium für Mitgefühl eingeladen, sich dem Thema anhand von Redewendungen und in Essayform zu nähern. Also »die Rede zu wenden«, und das, was darin verdrängt, vergessen, verschwiegen, verleugnet, verneint wurde, zur Sprache zu bringen. Aufgrund der Situation wird das erste Festival als Livestream über die Webseite unter www.lcb.de/seitab, den Facebook-Kanal sowie den Twitter-Account des LCB abgehalten. Zum Festival wird ein Booklet mit allen Essays der Beteiligten erscheinen, den Eröffnungsvortrag der beiden Kurator·innen gibt es exklusiv ab dem 21.4.2020 auf dem Blog www.54books.de vorab zu lesen.

Programm:

Donnerstag, 23. April

18 – 18.30 Uhr: Eröffnungsvortrag von Daniela Dröscher und Senthuran Varatharajah

18.30 – 20 Uhr: »Aus gutem Hause kommen/sein«: Ulrike Draesner & José F. A. Oliver

20 – 21.30 Uhr: »Sich wie Falschgeld fühlen«: Maxi Obexer & Selim Özdogan

21.30 – 23 Uhr: »Wir sind doch hier nicht bei den H*ttentotten«: Enis Maci & Annett Gröschner

Freitag, 24. April

17 – 18.30 Uhr: »Ein armer, aber ehrlicher Mann«: Karosh Taha & Mehdi Moradpour

18.30 – 20 Uhr: »Jemanden in Sippenhaft nehmen«: Anna Kim & Marica Bodrožić

20 – 21.30 Uhr: »Daheim ist daheim«: Antonia Baum & Shida Bazyar

Und seitab liegt die Stadt I: Herkunft

Und seitab liegt die Stadt: I. Herkunft
Redewendungen – Essays – Gespräche. Im Livestream.
Kurator·innen: Senthuran Varatharajah, Daniela Dröscher
23. & 24. April 2020 | www.lcb.de/seitab, Facebook und Twitter
Mit: Antonia Baum, Shida Bazyar, Marica Bodrožić, Ulrike Draesner, Annett Gröschner, Anna Kim, Enis Maci, Mehdi Moradpour, Maxi Obexer, José F.A. Oliver, Selim Özdogan, Karosh Taha und dem Ministerium für Mitgefühl (Jan Böttcher, Özlem Özgül Dündar, Maria Milisavljevic, Anna Schapiro, Jelena Jeremejewa und Svenja Viola Bungarten)

»Und seitab liegt die Stadt« ist eine gemeinsame Initiative der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin. Sie fördert bundesweit und jedes Jahr mit einem neuen Themenschwerpunkt literaturbezogene Veranstaltungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern. Jährlich veranstalten wir zum jeweiligen Thema ein Festival im Literarischen Colloquium Berlin, bei dem sich Autor·innen über den Begriff austauschen. ›Herkunft‹ bestimmt – explizit und implizit – immer noch unseren politischen Diskurs. Die beiden Kurator·innen des ersten Festivals, Daniela Dröscher und Senthuran Varatharajah, haben zwölf weitere Schriftsteller·innen und die Autor·innengruppe Ministerium für Mitgefühl eingeladen, sich dem Thema ›Herkunft‹ anhand von Redewendungen zu nähern. Also »die Rede zu wenden«, und das, was darin verdrängt, vergessen, verschwiegen, verleugnet, verneint wurde, zur Sprache zu bringen. Aufgrund der Situation wird das erste Festival als Livestream über die Webseite, den Facebook-Kanal sowie den Twitter-Account des LCB abgehalten. Zum Festival wird ein Booklet mit allen Essays der Beteiligten erscheinen.

Mit guten Büchern zu Hause bleiben

Das Literaturhaus Stuttgart legt Ihnen u.a. aus formalästhetischen Gründen »Willkommen im Tal der Tränen« von Noemi Lerch mit Zeichnungen von Walter Wolff (verlag die brotsuppe) nahe.

Ein Buch, dass sich kaum beschreiben lässt. Man muss es anfassen, darin blättern, selber lesen. Ein Buch voller Überraschungen. Fein gebunden, jede Textseite aufs Schönste illustriert. Die Autorin Noemi Lerch lebt als Hirtin auf ihrem Hof, das schlägt sich im Text nieder. Und überraschenderweise entpuppt sich der Illustrator als Künstlerinnen-Duo: Alexandra Kaufmann und Hanin Lerch, die für die wunderbaren Zeichnungen gesorgt haben.

Das Literaturhaus Köln versammelt unter dem Hashtag #zusammenlesen Stimmen der Kölner Literaturszene, von Kölner Buchhandlungen und des eigenen Teams zusammen. Unter ihren Buchempfehlungen findet sich beipielsweise Patrik Svenssons »Das Evangelium der Aale« (Hanser Verlag).

Virtuos verbindet Patrik Svensson in seinem „Evangelium“ naturwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Momente zu einem vielschichtigen Porträt einer vom Aussterben bedrohten Art. Dabei erschöpft sich der Text nicht allein in reinem nature writing – vielmehr zeigt er am Beispiel des Aals immer wieder die Grenzen aller menschlichen Erkenntnis und das Bedürfnis nach Wahrheit und Sinnstiftung auf. Als eine Art Heiliger Gral verweist der Aal so in Svenssons Text auch auf das Metaphysische, ohne dabei unsere ganz konkrete Verantwortung für die Umwelt aus den Augen zu verlieren. Dass der Aal für Svensson darüber hinaus eine ganz persönliche Bedeutung besitzt, offenbaren die Kapitel, die von der liebevollen Beziehung zu seinem Vater berichten. Ein Kleinod! (Markus Felsmann, Buchhandlung Siebter Himmel)

Literaturhaus Zürich stellt aus dem heimischen Wohnzimmer für das heimische Wohnzimmer Titel aus dem geplanten Programm vor. Ihre Empfehlung gilt dem Roman »Unter offenem Himmel« von Katharina Geiser (Jung und Jung Verlag).

Wir wollten euch unbedingt dieses Buch vorstellen, weil es einem sehr intensive, sehr schöne Lektürestunden schenkt, das einen durchaus auch herausfordert. Der Roman erzählt die Geschichte von fünf Generationen, fünf Frauen. Neben dem Handlungsgerüst glänzt der Roman mit einer sehr präzisen Sprache, Katharina Geiser schaut ganz genau hin, was sie uns erzählen will, sie erzählt eigentlich für alle mit ganz vielen kleinen Details, bis in die kleinsten Farbnuancen. Das ist alles sehr atmosphärisch und es ist sehr stimmungsvoll, dabei beängstigend aktuell. Es ist ein Buch, in dem wir auch lesen können oder lernen können, wie man mit einer Katastrophe umgeht, die das eigene Leben nachhaltig erschüttert.

Das Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden setzt auf »Die Buchhandlung der Wünsche« von Shinsuke Yoshitake (Verlag Hermann Schmidt).

Ganz zauberhaft kommt diese Graphic Novel über einen Buchhändler daher, der seinen Kunden die tollsten Wünsche erfüllt: Nicht nur findet er für jede Leseratte die passende Lektüre, sondern hat auch Bücher im Regal, die Bäume wachsen lassen, den Weg zu Unterwasserbüchereien weisen oder nur bei Vollmond gelesen werden können. Tauchen Sie ein in dieses Kleinod der Buchkunst und entdecken Sie die Welt der Bücher und Buchhandlungen auf schillernde, fantasievolle Weise.

Das Literaturhaus Wien zeigt sich begeistert von dem Erzählband »Unter dem Fußboden« von Daniel Wisser (Klever Verlag). In der Rezension von Alexander Peer heißt es:

Daniel Wisser verfasst seit Jahren Prosa-Miniaturen, denen häufig eine epische Dimension innewohnt. Diese reizvolle dramaturgische Diskrepanz findet sich auch im jüngsten Buch, der Sammlung “Unter dem Fußboden”, erschienen im Klever Verlag. Den Kern dieser Roman-Miniaturen bildet in aller Regel eine historische Person, die durch ihre Motivation und bedingt durch geschichtliche Widrigkeiten in ein beispiellos tragikomisches Fiasko hineinstolpert. Dabei ist es gerade der berichtende Ton, der die Fallhöhe der Helden beträchtlich vermehrt.

Kristina Koehler vom Literaturhaus Frankfurt weiß, wie es sich aus der Nähe in die Ferne reisen lässt und schwört auf »Alle Welt« von Aleksandra und Daniel Mizielinski (Moritz Verlag).

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre durch Wände zu gehen. Wenn ich dann ein Haus und noch ein Haus hinter mir lassen und ein paar Schränke, Betten und Bücherregale zur Seite schieben würde, stünde ich mittendrin im schönsten Kinderbuch-Paradies. Denn einer der großartigsten Kinderbuch-Verlage befindet sich quasi im Nachbarhaus. Und dort in den vier Wänden des Moritz Verlag ist die Reise noch lange nicht zu Ende… Denn das Landkartenbuch »Alle Welt« von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski nimmt mich mit zu den Flamingos im Rhone-Delta, dem Kurzohrrüsselspringer in Südafrika und den blauen Bergen in Australien. Ich mache mich gleich mal auf den Weg …

»Home delivery«

Auf »home delivery« gibt es in unregelmäßigen Abständen frische Texte von Autor*innen, deren Frühjahrslesungen abgesagt werden mussten. Damit der Kontakt zu den früheren und zukünftigen Gästen trotz Covid-19-Isolation nicht verloren geht und damit das Publikum trotzdem aus erster Hand erfährt, was die Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu sagen haben, hat das Literaturhaus Basel einige von ihnen gebeten, etwas für genau jene zu schreiben. Das Thema ist offen, die Autor*innen haben carte blanche.

Lesen Sie hier die bisherigen Texte:

home delivery #1 Wolfgang Bortlik

home delivery #2 Concetto Vecchio

home delivery #3 Michail Schischkin

home delivery #4 Klara Obermüller

home delivery #5 Rafik Schami

home delivery #6 Ivna Zic

home delivery #7 Sandra Hughes

home delivery #8 Nikola Madzirov

home delivery #9 Melitta Breznik

home delivery #10 Zsófia Bán

home delivery #11 Ingo Schulze

home delivery #12 Deepa Anappara

home delivery #13 Terézia Mora

home delivery #14 Guy Krneta

»Minutennovellen«

Miniaturen, Konzentrate, literarische Brühwürfel – zu lesen in nur einer Minute. Allerdings verbunden mit aufregenden Nach- und Nebenwirkungen. Autor*innen des Frühjahrsprogramms, deren Veranstaltungen im Stuttgarter Literaturhaus durch die Corona-Epidemie bedingt leider ausfallen, haben statt vor Publikum aus ihrem neuen Buch zu lesen, exklusive »Minutennovellen« für Sie geschrieben. Jeden zweiten Tag – finden Sie ab jetzt Kürzesttexte auf der Website des Stuttgarter Hauses und auf Facebook, ergänzt um den Hinweis auf die Neuerscheinung der jeweiligen Autorin, des Autors – für alle weiteren Folgeminuten!

Der Titel »Minutennovellen« ist dem Band des ungarischen Schriftstellers István Örkény entlehnt (1912–1979, Übersetzung: Terézia Mora, Suhrkamp Verlag).

Happy Birthday Hölderlin!

Happy Birthday Hölderlin!

Mit Ruth Johanna Benrath, Nico Bleutge, Nora Bossong, Max Czollek, Daniela Danz, Ulrike Draesner, Janina Enderle, Durs Grünbein, Alban Nikolai Herbst, Norbert Hummelt, Kat Kaufmann, Anne-Dore Krohn, Björn Kuhligk, Alexander Losse, Joy Markert, Thomas Martin, Madame Nielsen, Janna Mohr, Denis Scheck und Moritz Schönbrodt

Das Werk Johann Christian Friedrich Hölderlins (1770 – 1843) lässt sich innerhalb der deutschen Literatur um 1800 weder der Weimarer Klassik noch der Romantik zuordnen, es steht für sich und ist in seiner formalen und stilistischen Eigenwilligkeit eine der bis heute »am stärksten bespielten Projektionsflächen für ästhetische Erlösungsfantasien« (Tagesspiegel). Ebensowenig wie Hölderlin sich zu Lebzeiten als großer deutscher Dichter zu gerieren wusste, verweigert sich auch sein schmales wildes Werk jeder beckmesserischen Kategorisierung oder zitatenheischender Festrednerei – und so wollen wir uns einen ganzen Tag lang einfach hineinziehen lassen in den wundersamen Kosmos Friedrich Hölderlin, ohne Scheu vor Pathos und Ausrufezeichen, um seinen 250. Geburtstag zu feiern. Was bleibet aber, stiften die Dichter!

12:00 – 13:00 Uhr Großer Saal
Hölderlin im Ohr • Hölderlin-Hörspiele von gestern, heute und morgen • Mit Ruth Johanna Benrath, Joy Markert und Thomas Martin. Es moderiert Alexander Losse

Ganztägig im Kaminzimmer
Hölderlin im Film • »Tod des Empedokles« (Dt., 1987) und »Schwarze Sünde« (Dt., 1989)

Dazwischen
… rezitiert im Foyer, auf der Bühne und vom Balkon Alexander Losse

14:00 – 20:30 Uhr Großer Saal
Der ganze »Hyperion« • Gelesen von Nico Bleutge, Nora Bossong, Max Czollek, Daniela Danz, Ulrike Draesner, Durs Grünbein, Alban Nikolai Herbst, Norbert Hummelt, Kat Kaufmann, Björn Kuhligk und Madame Nielsen

Dazwischen
… spielen die Puppenspieler*innen Janna Mohr und Moritz Schönbrodt der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Szenen aus Hölderlins Leben (Dramaturgie: Janina Enderle)

21:00 – 22:30 Uhr Großer Saal
Hölderlin im Gespräch • »Dich lieb’ ich Erde!« Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Hölderlin.

Ausklang mit »Brod und Wein«

Konzeptionelle Mitarbeit: Alexandru Bulucz und Alexander Losse

Freitag, 20.3., ab 12:00 Uhr
10 € / erm. 7 €

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-berlin.de

ABGESAGT! 9. Hamburger Graphic Novel Tage

Herzlich willkommen zu den 9. Hamburger Graphic Novel Tagen. Begeben Sie sich auf eine viertägige Entdeckungsreise in die Welt des Comics mit unseren acht Zeichnergästen, die alle in jüngster Zeit dieser Erzählform neue Möglichkeiten erschlossen haben. Wie üblich kommen dabei an jedem Abend internationale mit deutschen Teilnehmern ins Gespräch, vorgestellt und moderiert von Andreas Platthaus.

Außerdem sind Sie zu einem Workshop mit dem Zeichner Max Baitinger eingeladen. Und am Montagnachmittag präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten, die innerhalb des Projekts »Comixx mit Klasse« entstanden sind.

Den Auftakt machen am 23. März Anke Kuhl aus Frankfurt am Main und Marc Boutavant aus Frankreich. Mit dem in diesem Frühjahr erscheinenden Episodenband »Manno!« um die Erlebnisse von zwei jungen Schwestern hat Anke Kuhl im vergangenen Jahr den Berthold-Leibinger- Comicbuchpreis gewonnen, die höchstdotierte deutsche Comicauszeichnung. Sie ist aber auch eine erfolgreiche Illustratorin, die der Frankfurter Ateliergemeinschaft »Labor« angehört. Die Liebe zum Bilderbuch verbindet sie mit Marc Boutavant, der zugleich den Bären »Mouk« und den Esel »Ariol« zeichnet, zwei der weltweit erfolgreichsten, auch fürs Fernsehen verfilmten Kindercomicserien. Boutavant und Kuhl haben unverwechselbare Stile, vor allem aber einen unverwechselbaren Humor.

Am zweiten Abend kommt Typex aus den Niederlanden. Mit seiner Rembrandt-Lebensgeschichte machte er in der ganzen Welt Furore. Wer aber glaubte, dass diese Künstlergeschichte schon die Grenzen der fiktionalen Comicbiografie ausgelotet hätte, dem bewies Typex mit seinem noch umfangreicheren Band über Andy Warhol das Gegenteil. Mit Jakob Hinrichs trifft er auf einen Berliner Zeichner, der sich in seinen Comics erzählerisch und stilistisch genauso innovativ mit bedeutenden Kunstwerken beschäftigt, allerdings literarischen: Arthur Schnitzlers »Traumnovelle« setzte Hinrichs ebenso beeindruckend in Bilder wie Hans Falladas »Der Trinker«.

Für den 25. März ist die zweite Leibinger-Preisträgerin gewonnen: Tina Brenneisen aus Berlin, die in ihrem autobiografischen Band »Das Licht, das Schatten leert« tief bewegend vom Kindstod vor der Geburt erzählt – und den Folgen für die Eltern. Die schon lange in der unabhängigen Comicszene aktive Zeichnerin hat lange gezögert, ehe sie diese bereits 2017 prämierte Geschichte erscheinen ließ. Die persönliche Erfahrung mit dem Tod verbindet sie mit dem norwegischen Comicautor Steffen Kverneland, der in »Freitod« von seinem Vater und dessen Suizid erzählt, sich aber vorher schon einen Namen mit seinen biografischen Comics über die Künstler Edvard Munch und Olaf Gulbransson einen großen Namen gemacht hat.

Zum Abschluss wird mit dem Amerikaner Chris Ware der international einflussreichste Comiczeichner der letzten zwanzig Jahre zu Gast in Hamburg sein. Mit »Jimmy Corrigan« erfand er 2001 den psychologischen Comicroman, und im vergangenen Jahr erschien mit »Rusty Brown« endlich der würdige Nachfolger. Dazwischen zeigte Ware mit »Building Stories«, wie man auf die unterschiedlichste und zugleich unterhaltsamste Art mit Bildern erzählen kann. Mit ihm zusammen auf der Bühne sein wird Max Baitinger aus Leipzig, der Shootingstar des deutschen Comics. Mit seinem noch im Entstehen begriffenen Comic »Sibylla« ist er der dritte Leibinger-Preisträger bei diesen Graphic Novel Tagen: ein durch Stil- und Stilisierungswillen sowie einfallsreiche Erzählhaltung brillanter Exponent der von Wares Werk geprägten Comicautorengeneration.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-hamburg.de.

ABGESAGT! Sehnsucht. Recherche über ein starkes Gefühl

Das existentielle menschliche Gefühl der Sehnsucht, die sich in ihrem bittersüßen Schmerz kaum in andere Sprachen übersetzen lässt, war schon immer zentrales Motiv künstlerischen und literarischen Schaffens – von sehnsüchtigen Minneliedern bis in die Gegenwartsliteratur. Das vergebliche Begehren und schmerzliche Verlangen nach dem Unerreichbaren hat über viele Jahrhunderte literarische Blüten getrieben. Mit der Moderne indes zogen vielfach Ernüchterung und Realitätssinn ein; doch seit einiger Zeit ist die Sehnsucht zunehmend präsent. Folgt man den Soziolog*innen Swetlana Boym und Zygmunt Baumann, grassiert sogar eine »globale Nostalgie-
Epidemie«. Diese hat weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen: Die Sehnsucht nach Kontinuität und Stabilität in einer fragmentierten, zunehmend unübersichtlich gewordenen Welt verklärt oft das Vergangene. Überkommen Geglaubtes wird wieder sag- und publizierbar und steht für uneinlösbare Heilsversprechen. Über den Charakter der Sehnsucht, die gleichsam destruktiv wie auch schöpferisch wirken kann, kommen wir über drei Tage ins Gespräch mit deutschsprachigen und internationalen Gästen aus Literatur, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft – wir erwarten Sie sehnsuchtsvoll!

Vier ausgewählte Filme begleiten zudem das Festival im atelier am bollwerk. Und ein „zwischen/miete Spezial – Junge Literatur in Stuttgarter WGs-Format“ lädt unser jüngeres Publikum ein zur Sehnsuchts-Late-night-show im Kunstverein in den Wagenhallen mit Lesungen, Performance, Musik und Visuals.

Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Akademie Schloss Solitude und dem atelier am bollwerk.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-stuttgart.de

Tage südafrikanischer Literatur

Lesungen, Diskussionen, Performances

Mit Sulaiman Addonia, Tshiwa Trudie Amulungu, Ellah Wakatama Allfrey, Andile Buka, Ulla Dentlinger, Petina Gappah, Patricia Klobusiczky, Lucien Leitess, Zakes Mda, Thando Mgqolozana, Niq Mhlongo, Loyiso Mkize, Koleka Putuma, Yewande Omotoso, Flurina Rothenberger, DJ youngseptember u.a.

Drei Tage im Februar widmet sich das Literaturhaus der Literatur aus dem südlichen Afrika. Wir haben Autorinnen und Autoren, Verleger*innen, Übersetzer*innen aus Südafrika, Simbabwe und Namibia, aber auch in Europa und den USA lebende afrikanische Schriftsteller*innen eingeladen, uns von ihrem Schreiben und Leben zu erzählen. In ihren Werken – Romane und Lyrikbände, Graphic Novels, Memoiren und Fotografien – greifen sie die komplexe Geschichte ihrer Länder auf, schildern die Herausforderungen und Chancen der gegenwärtigen Entwicklungen und wagen Ausblicke in die Zukunft.

Kuratiert wurde wurde das Programm von Isabelle Vonlanthen vom Literaturhaus Zürich und Thando Mgqolozana, dem Gründer des Abantu Book Festivals: Seit 2016 findet das Abantufestival in Soweto statt, es bietet schwarzen Autor*innen und schwarzen Leser*innen eine Bühne und ist zu einem festen Bestandteil der südafrikanischen Literaturlandschaft geworden.

In Kooperation mit und mit Unterstützung von:

Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Südkulturfonds, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Abantu Book Festival, Max Geilinger-Stiftung, Übersetzerhaus Looren, Englisches Seminar der Universität Zürich, Zentrum für Afrikastudien Basel, Basler Afrika Bibliographien, Arthouse Movie, Fotomuseum Winterthur, Fumetto Comic Festival Luzern, Literaturecho

Datum: Freitag 21.-23. Februar 2020

Weitere Informationen unter www.literaturhaus.ch

Jubiläums – Hafenrevue

Berlins Literaturszene ist bunt! Einen Überblick gibt u. a. das Portal Literaturport.de. Schon zum 5. Mal hat dieser nun bereits seit 14 Jahren existierende Literaturhafen im Internet die Berliner Literaturveranstalter·innen eingeladen, gemeinsam im LCB einen Abend zu gestalten. Und so präsentieren sich heute in gewohnter Weise 21 Veranstalter·innen in jeweils 15minütigen, selbstgestalteten Slots auf drei verschieden Bühnen parallel. Es sind 21 von 90 Literaturorten, die regelmäßig ihre Termine in den Online-Kalender einspeisen. Zum ersten Mal bei der Revue dabei sind die Literatunten – die Veranstalter·innen des monatlichen queeReads in der Amerika- Gedenkbibliothek, das Literaturforum im Brecht-Haus, das Felleshus der Nordischen Botschaften, das Buchlokal aus Pankow, das 2017 gegründete Friedrichshainer Ringtheater sowie die Autoreninitiative lauter niemand. Durch den Abend führen Aurélie Maurin, Claudia Schütze und Thomas Böhm.

Des Weiteren: Roman Yusipey am Akkordeon, Henna-Tattoos von Christin Lohmann/Art & Illustration, Feuerschale, Essensverkauf und Linie Aquavit an der Hafenbar.

Auf den Bühnen:
Ali Abdollahi, Rüdiger Alms, Caroline Armand, Sofie Backman, Josepha Conrad, Eric Bauer, Johannes Bellermann, Timo Berger, Karen Byk, D.A., Lukas Dubro, Beatrice Faßbender, Britta Gansebohm, Katharina Gatzke, Philipp Gärtner, Ulf Geyersbach, Alexander Graeff, Thomas Gralla, Annekatrin Grimm, Annett Gröschner, Alexander Gumz, Axel Haase, Rasha Habbal, Mari Hellsén, Thalia Hertel, Christian Hippe, Jördis Hirsch, Clemens Kuhnert, Tim Jacob, Martin Jankowski, Joanne Johnston, Noor Kanj, Marcel Kröner, Christiane Lange, Alexander Lehnert, Lisa-Maria Olszakiewicz, Malte Persson, Marie Louise Radzunat, sara reichelt, Felipe Sáez Riquelme, Samson, Clemens Schittko, Eric Schumacher, Gelareh Shahpar, Bianca Sprotte, Anna Staffel, Volker Surmann, Katrin Thomanek, Daniela Weiß, Florian Werner, Lars Werner, Christoph Willmitzer, Norbert Zähringer sowie ein Überraschungsgast.

Mitwirkende Literaturveranstalter·innen:
ACUD MACHT NEU, Berliner Literarische Aktion, Berliner Ringtheater, Buchhandlung Montag, BrotfabrikLiteratur, Buchhändlerkeller, Buchlokal, Der Literarische Salon Britta Gansebohm, Felleshus – Nordische Botschaften, Haus für Poesie, Kiezpoeten, Konzept*Feuerpudel, KOOK, lauter niemand, Latinale, Literatunten, Literaturforum im Brecht-Haus, Literaturhaus Berlin, RaumErweiterungs-Halle (REH), Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf, Stiftung Brandenburger Tor / Allianz Kulturstiftung.

Datum & Uhrzeit
27.02.20 um 19:30 Uhr

Ort
Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Tickets
5/8 Euro

Weitere Informationen unter lcb.de

Höhenrausch – Neue Aussicht auf Schweizer Literatur

Das Stuttgarter Literaturhaus wird zur Berghütte und lädt erneut ein auf den Höhenweg durch die Schweizer Literatur. Nach der »Passhöhe«, unserem Schweizer Abend aus dem Jahr 2018, setzen wir unsere Erkundungen fort und erschließen einige der schönsten neuen literarischen Gipfel mit überraschendem Rundumblick. Trittsicher und schwindelfrei müssen Sie nicht sein, Ihre Neugier und Offenheit für Neuerscheinungen aus der Schweiz sind völlig ausreichend.
Von Fräulein Rottenmeier bis zu Wurzelstudien und Familienfäden, die sich durch die Schweiz, Paris, durch Deutschland und Kroatien ziehen, vom alternden Schaufensterdekorateur bis zum Monte Verità: Wir bringen neue Texte zu Gehör, in die Höhe und auf die Bühne!

18.00 – 18.45 Uhr
Buchpremiere – Lesung
»Wurzelstudien« Anna Ospelt
Moderation: Carolin Callies
Station 1: Anna Ospelt, geboren 1987 in Vaduz, legt ihre »Wurzelstudien« (Limmat Verlag) vor, ein Roman über Herkunftsfragen, gehalten in lyrischer Schwebe und verzweigt wie ein großes Wurzelwerk. Ist der Mensch ein Baum mit Wurzeln, sind Bäume Menschen, sind Vorfahren Wurzeln, die Heimat? Für das Manuskript hat Anna Ospelt bereits den Förderpreis des Deutschen Preises für Nature Writing erhalten.

18.45 – 19.30 Uhr
Lesung
»Die Nachkommenden« Ivna Zic
Moderation: Giovanna-Beatrice Carlesso
Station 2: Ivna Zic, 1986 in Zagreb geboren, aufgewachsen in Zürich, kommt mit ihrem Debüt »Die Nachkommende« (Matthes&Seitz), ein Text über die schmerzhafte Verwandlung einer Liebe und eine familiäre Spurensuche zwischen Kroatien, Paris und der Schweiz, mit dem sie es aus dem Stand heraus auf die Shortlist für den Schweizer Buchpreises schaffte.

19.30 – 20.00 Uhr Apéro: Schweizer Wein & Käse

20.00 – 20.40 Uhr
Lesung
»Unhaltbare Zustände« – Alain Claude Sulzer
Moderation: Ursula März
Station 3: Alain Claude Sulzer, 1953 in Basel geboren, bringt seinen Roman »Unhaltbare Zustände« (Galiani Verlag) mit. Ein Roman über einen Menschen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt und dabei ins Wanken gerät. Schaufensterdekorateur Stettler, wird mit knapp sechzig, überraschend ein jüngerer Kollege zur Seite gestellt – ein Rivale, ein avisierter Nachfolger, ein Feind! Stettlers Welt beginnt zu bröckeln im Jahre 1968, in dem auch sonst um ihn herum einiges beginnt zu bröckeln.

20.40 – 21.15 Uhr
Comiclesung
»Der Berg der nackten Wahrheiten« – Jan Bachmann
Moderation: Björn Springorum
Station 4: Jan Bachmann, 1986 in Basel geboren, debütierte mit seinem Comic »Mühsam, Anarchist in Anführungsstrichen«. Zum ‚Stuttgarter Höhenrausch‘ hat er seinen neuen Comic »Der Berg der nackten Wahrheiten« dabei, 2019 erschienen in der edition moderne und Finalist für den Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung. Der Comic erzählt die Geschichte des legendären Monte Verità aus der Sicht einer Ziege.

21.15 – 21.30 Uhr Mini-Apero

21.30 – 22.30 Uhr
Performance & Konzert
»50 Hertz« – Fitzgerald & Rimini
Station 5: Fitzgerald & Rimini bewegen sich an der Schnittstelle von Musik, Literatur und Performance und produzieren zu fantastischer Poesie veredelte Kleinkunstwerke – ein eigenes Genre zwischen Spoken Word, Hörspiel und Song. Das Duo besteht aus dem Musiker und Klangkünstler Robert Aeberhard – Rimini – und der Autorin und Performerin Ariane von Graffenried – Fitzgerald, die in ihren Liedern zwischen Hochdeutsch, Berndeutsch, Englisch, Französisch oder Russisch wechseln. (Der gesunde Menschenversand)

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und dem Schweizerischen Generalkonsulat in Stuttgart

Eintritt (Euro): 10,- / 8,- / Mitglieder frei

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-stuttgart.de

Literaturhaus Berlin und Barzakh

Mit der 6-teiligen Reihe »Szenische Lesungen« präsentieren das Literaturhaus Berlin und Barzakh 2020 eine neue Form künstlerischer Zusammenarbeit, in der arabische und deutsche Schauspieler*innen zeitgenössische arabische Theaterstücke gemeinsam auf der Bühne präsentieren.
Auf Arabisch und Deutsch, übersetzt und übertitelt.
Willkommen in Berlin! Die Zukunft ist vielsprachig!

Szenische Lesungen ist ein Projekt von Barzakh gGmbH und dem
Literaturhaus Berlin und wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur
und Europa.

Künstlerische Leitung: Ghassan Hammash
Produktion: MIFRUSH PRODUCTION
Medienpartner: FANN Magazin – Deutsch-arabisches Kulturmagazin
Ein Projekt von Barzakh gGmbH
gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Weitere Informationen zum Programm unter www.literaturhaus-berlin.de

mitSprache-Fest

mitSprache-Fest

10 österreichische Häuser der Literatur feiern gemeinsam ein literarisch-musikalisches Fest. Dabei präsentieren sie ihr aktuelles mitSprache-Projekt mit einer Sondernummer der Literaturzeitschrift kolik. Nach der Diskussion „Was kann Literatur?“ mit Ursula ­Poznanski (Jugendbuch), Nicolas Mahler (Comic), Michaela Gründler (Straßenzeitung) und Marko Dinić (Literatur/Vermittlung) spielt der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad. Dazu treten Mieze Medusa, Elias Hirschl und Precious Chiebonam Nnebedum mit Spoken-Word-Performances auf. Ab 22 Uhr Dance-Party mit DJ Dalia Ahmed (FM4).

PROGRAMM
19.30 Uhr Begrüßung: Julia Brunner & Barbara Mayer

Was kann Literatur? Im Gespräch mit Marko Dinić, Michaela Gründler, Nicolas Mahler und Ursula Poznanski. Moderation: Tomas Friedmann

20.45 Uhr
Konzert von Aeham Ahmad & Spoken Word mit Elias Hirschl, Mieze Medusa & Precious Chiebonam Nnebedum

ab 22 Uhr Dance-Party mit DJ Dalia Ahmed (Dalia’s Late Night Lemonade, FM4)

Sa, 22.02.2020, 19.30 Uhr / JAZZIT, ELISABETHSTRASSE 1

Eintritt: € 15/10; Vorverkauf im Jazzit, Literaturhaus, Rupertus Buchhandlung und online

Veranstalter: mitSprache – Netzwerk der Österreichischen Häuser der Literatur, Alte Schmiede, Literaturhaus Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Literaturhaus Mattersburg, Literaturhaus Graz, StifterHaus Linz, Musilhaus Klagenfurt, Literaturhaus am Inn, Fr

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-salzburg.at

NEUSTART KULTUR fördert über hundert Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne #zweiterfruehling

Im Rahmen der Kampagne #zweiterfruehling des Netzwerks der Literaturhäuser werden mit Mitteln aus dem Rettungspaket NEUSTART KULTUR Literatur-Veranstaltungen gefördert. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters und der Deutsche Literaturfonds unterstützen mit einem Betrag in Höhe von 139.500 € über 100 Lesungen. Auf diese Weise werden Anreize geschaffen, möglichst viele Veranstaltungen auch in unsicherer Zeit zu planen und durchzuführen. Das literarische Leben soll möglichst vielfältig und begeisternd auch während und nach der Pandemie sein. So werden Bücher aus dem Jahr 2020 sowie ihre Urheber*innen einhundert mal mehr mit Leserinnen und Lesern ins lebendige Gespräch gesetzt. Die Mittel stehen für Honorare von Autor*innen und Moderator*innen sowie Reise- und Übernachtungskosten zur Verfügung und können beim Initiator der Kampagne #zweiterfrühling, dem Netzwerk der deutschsprachigen Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und Schweiz beantragt werden.

Hauke Hückstädt, Sprecher des Netzwerks der Literaturhäuser:

»Zu Beginn im Frühjahr 2020 war da die Idee, dass Bücher länger währen müssen als eine Pandemie. Dann reifte #zweiterfrühling zum ersten solidarischen Selbsthilfepaket aus der Branche für die Branche. Und als sich schnell über 100 Institutionen, Literaturveranstalter, Festivals, Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlage und Agenturen anschlossen, wurde es zu der Kampagne, die wir wollten. Mit der Crespo Foundation kam ein Hilfsfonds für Debüts dazu. Und mit der umfassenden Unterstützung durch Monika Grütters und den Deutschen Literaturfonds können wir sagen: Schubumkehr! Gemeinsam >flatten< wir die Aufmerksamkeitsdelle, die Autorinnen und Autoren, Bücher und Themen in 2020 erfahren mussten.«

Um die Förderung können sich Veranstalter*innen mittels eines Antragsformulars beim Netzwerk der Literaturhäuser bewerben. Es gibt ein vereinfachtes Verfahren, um den Aufwand für alle Seiten gering zu halten. Ausgezahlt wird der Förderbetrag nachdem die jeweilige Lesung stattgefunden hat. Gefördert werden ausschließlich Veranstaltungen mit deutschsprachigen Autor*innen und ebenso Übersetzer*innen, deren Werke im Jahr 2020 erschienen sind. Voraussetzung ist, dass die Veranstalter sich der Initiative #zweiterfruehling angeschlossen haben oder dies bis einschließlich 31.12.2020 noch tun und dieses auch öffentlich darstellen. Veranstalter können die an der Kampagne beteiligten Festivals, Literaturhäuser, Buchhandlungen, Institutionen, Bibliotheken, Agenturen oder auch Verlage sein. Die Veranstaltungen müssen öffentlich zugänglich sein, können mit Live-Publikum, in hybrider Form oder gegebenenfalls digital stattfinden und sollen bis zum 31.10.2021 durchgeführt worden sein. Das Antragsformular kann ab sofort hier heruntergeladen werden.

Literaturhaus.net, das Netzwerk deutschsprachiger Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat im April 2020 die Kampagne #zweiterfruehling initiiert. Sie stellt den kulturellen Wert und die Nachhaltigkeit von Büchern ins Zentrum. Bedingt durch die Corona-Krise drohen unzählige Bücher aus dem Jahr 2020 sowie ihre Autor*innen und deren Themen und Fragestellungen zu verschwinden. Denn sie konnten und können nicht stattfinden, jedenfalls nicht so, dass sie ihre volle Wirkung entfalten konnten. Die Bücher fanden nicht ausreichend in den öffentlichen Räumen statt. Und auch nicht annähernd in der Begegnungsschlagzahl, die es braucht, um Literatur ins Gespräch zu bringen. Dem entgegen zu wirken, das ist das Anliegen der Kampagne #zweiterfruehling gefördert durch NEUSTART KULTUR.

»Die Kampagne #zweiterfruehling zeigt, wir alle sind im Konsens: Autorinnen und Autoren schreiben keine Saisonartikel. Verlage und Buchhandlungen tragen Verantwortung für ihre Bücher. Veranstalter stehen für ihre Programme. Denn eine wiedererstarkende Buchbranche wird nur so überzeugend sein wie ihre Sorgfaltspflicht und nur so durchsetzungsfähig wie ihr Bewusstsein für die Nachhaltigkeit und die belebende Widerstandskraft von Büchern, Ideen und Geschichten,« so Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt und Sprecher des Netzwerks der Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Ansprechpartnerin für das Netzwerk der Literaturhäuser und für die Antragstellung:

Netzwerk der Literaturhäuser e.V.
Ursula Steffens
Eppendorfer Landstraße 30
20249 Hamburg
Tel: +49 (0) 40 467 751 80
Mail: steffens@literaturhaus.net

Die Pressemitteilung finden Sie zum Download bereitgestellt.

Themenschwerpunkt Friedrich Hölderlin bei ARTE

»Friedrich Hölderlin: Dichter sein. Unbedingt!«
Dokumentarfilm von Hedwig Schmutte und Rolf Lambert (ARTE/SWR 2019, 52 Min.)

Seinen Zeitgenossen blieb Hölderlins Dichtung unverständlich, ja eine Provokation. Heute jedoch zählt er zu den weltweit bekanntesten und meistübersetzten deutschen Lyrikern.
Nach einem Aufenthalt in der Psychatrie 1816 lebte der Dichter bis in Pflege bei einer Tübinger Familie, 36 lange Jahre. Die Umstände seiner gewaltsamen »Inhaftierung« werfen bis heute Fragen auf. War Hölderlin ein ausgeflippter Spinner? Ein überirdisches Genie, das nur im Wahnsinn enden konnte? Unter welchen biografischen und politischen Umständen lebte er? Ist es denkbar, dass Hölderlin gar nicht verrückt war, dass er seine Krankheit nur spielte, um politischer Verfolgung zu entkommen? Tatsächlich stand sein Name auf einer Liste von Aufrührern, die dem Landesherrn angeblich nach dem Leben trachteten.

Der Dokumentarfilm »Friedrich Hölderlin: Dichter sein. Unbedingt!« von Hedwig Schmutte und Rolf Lambert (ARTE/SWR 2019, 52/90 Min.) montiert Spielszenen und Aufnahmen von Originalschauplätzen mit Kommentaren namhafter Literaturexperten, darunter Durs Grünbein und Daniela Danz, und zeichnet so die Entstehungsgeschichte eines bahnbrechenden poetischen Werkes nach. Entlang von Hölderlins zentralen Lebensstationen und vor dem Hintergrund der enormen historischen Umwälzungen seiner Zeit rekonstruiert er den kompromisslosen Lebensweg eines ebenso talentierten wie sensiblen jungen Mannes, der mit seiner Sprache die Grenzen der Literatur zu sprengen scheint.

Das Netzwerk der deutschsprachigen Literaturhäuser zeigt in Zusammenarbeit mit dem Kulturpartner ARTE den Dokumentarfilm noch vor der Erstausstrahlung, jeweils in Verbindung mit Filmgesprächen, Diskussionen und Lesungen.

Sendetermine der Dokumentation in den Literaturhäusern und Begleitprogramm:

9. Dezember 2019, 19.00 Uhr, Literaturhaus Stuttgart: Buchpräsentation Rüdiger Safranski: »Hölderlin: Komm! ins Offene, Freund!« (Hanser Verlag). Vor dem Film: Einführung von Ulrike Becker
27. Januar 2020, 19.00 Uhr, Literaturhaus Zürich : Filmvorführung
5. Februar 2020, 19.30 Uhr, Literaturhaus Berlin: Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch mit der Regisseurin Hedwig Schmutte statt. *
11. Februar 2020, 19.30 Uhr: Literaturhaus Leipzig: Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch mit der Regisseurin Hedwig Schmutte statt.
27. Februar 2020, 18.30 Uhr, Literaturhaus Köln: Buchpräsentation Erich Witschke: »Hegel, Hölderlin, Schelling. Roman einer Männerfreundschaft« (Klöpfer, Narr Verlag)
4. März 2020, 19.30 Uhr: Literaturhaus Frankfurt: Filmvorführung
10. März 2020, 18.00 Uhr, Literaturhaus Hamburg: Ein Hölderlin-Abend mit Karl-Heinz Ott und Anne-Dore Krohn
1. April 2020, 18.00 Uhr, Literaturhaus Wiesbaden: Buchpräsentation Karl-Heinz Ott: »Hölderlins Geister« (Hanser Verlag)

* Save the Date:
20. März 2020: »Der ganze Hölderlin« – eine Lesung durch die Nacht zu Hölderlins 250. Geburtstag
Im November 2020: »Hölderlins Orte – Wanderausstellung mit Fotografien von Barbara Klemm«

Sendetermine
auf ARTE: 25. März 2020, 22.10 Uhr
im SWR-Fernsehen: 29. März 2020, 20.15 Uhr

Auch nach der Ausstrahlung gibt es weitere Möglichkeiten, den Film zu sehen, z.B. in der Mediathek von ARTE unter arte.tv und als DVD in der ARTE EDITION.

Ingeborg Bachmann in Rom

Heinz Bachmann ist der Bruder von Ingeborg Bachmann. Zur Schwester hielt er trotz beruflicher Tätigkeiten in aller Welt stets Kontakt. Zu Ostern 1962 besuchte er mit den Eltern die 35-Jährige und ihren Partner Max Frisch in Rom. Während des Aufenthalts fotografierte er Ingeborg an mehreren Plätzen mit der neuen Kamera, die ebenso wie eine Auswahl der römischen Porträts in der Ausstellung zu sehen ist.

Zur Vernissage am 10. Januar 2020 spielt die österreichische Schauspielerin Olivia Pflegerl eine szenisch-dialogische Eröffnung – gemeinsam mit Heinz Bachmann, der über die Entstehung der Fotos erzählt und Auszüge aus »Rom wie ich es sah« und das Gedicht »Das erstgeborene Land« liest. Danach spricht er mit Irene Fußl über die Beziehung zu seiner Schwester, die er wiederholt in Rom besuchte. Und schließlich greift die Salzburger Sängerin und Musikerin Nane Frühstückl musikalisch »Ingeborg Bachmann« als Zitat auf.

Heinz Bachmann, geboren 1939 in Klagenfurt, lebt in London. Zahlreiche Stationen und Reisen als Geophysiker in der ganzen Welt. Ab 1977 Mitarbeit an der Fertigstellung der ersten Werkausgabe. 2015 Unterzeichnung mit Schwester Isolde als Erben und der Universität Salzburg, den Verlagen Suhrkamp und Piper des Vertrags über die große Salzburger Edition des Werkes von Ingeborg Bachmann.

Die Ausstellung läuft vom 10.01.2020 bis 03.04.2020.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-salzburg.de

17. Internationales Lyrikfestival Basel

Zum Internationalen Lyrikfestival Basel laden Basler Lyrikerinnen und Lyriker Gäste aus dem In- und Ausland ein, stellen deren Werke vor und bieten einen Einblick in das aktuelle Lyrikschaffen. Das Festival findet jährlich Ende Januar statt. Mit seinem breit gefächerten Angebot lenkt das Lyrikfestival das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien auf die Gattung Lyrik. Ein Höhepunkt des Festivals ist die Verleihung des Basler Lyrikpreises.

Alle Informationen zum Festival finden Sie hier: lyrikfestival-basel.ch

»Verquere Verortungen« Festival Jüdische Literaturen

… und immer wieder verquer! Nach der fulminanten Reihe »Jüdische Literaturen« feiert das Festival die Vielfalt gegenwärtiger jüdischer Literaturproduktion. 30 Autor*innen und Künstler*innen laden zum Erkunden unterschiedlichster Literaturen ein, zum Hören, Lesen, Diskutieren und Streiten. Lyrik, Prosa, Hörspiel, Typografie, Performance – in einer spannenden Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und literarischer Gattungen werden Fragen fokussiert und aktualisiert: Wie verorten sich jüdische Autor*innen in kulturellen und politischen Debatten der Gegenwart? Wie inszenieren sie das Unerwartete und Widerständige? Mit welchen literarischen Mitteln lassen sich »verquere Verortungen« dekonstruieren? Welche Rolle spielen religiöse Traditionen, Mehrsprachigkeit und Migration? Was bedeutet das Label »jüdisch« für die Produktion von Kunst? Und gibt es sie überhaupt, die »jüdischen Literaturen«?

Ein Festival in Kooperation mit dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, dem Dagesh.KunstLAB ELES und der Literaturhandlung.
Das Festival wird durch die Szloma-Albam-Stiftung, die Leo Baeck Foundation und den Verein der Freunde und Förderer des Literaturhauses Berlin gefördert.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.literaturhaus-berlin.de

13. Hamburger Krimifestival

Erneut verwandelt sich Kampnagel zum kriminellen Sperrgebiet, wenn die Buchhandlung Heymann, das Hamburger Abendblatt und das Literaturhaus zum 13. Hamburger Krimifestival einladen.

Mit einem mysteriösen Leichenfund und seinem neuen Thriller eröffnet Simon Beckett das Festival. Spannung versprechen ebenso die anderen Veranstaltungen mit zahlreichen renommierten internationalen und deutschen Autorinnen und Autoren, etwa Friedrich Ani, Max Annas, Ulrich Ritzel, Elisabeth Herrmann, Ingrid Noll und Frederick Forsyth. Neu in diesem Jahr ist eine Reihe, die Hamburger Newcomer, etwa Nicole Wollschlaeger, präsentiert. Auch die bekannten lokalen Krimihelden sind mit Anette Hinrichs, Krischan Koch, Hannes Nygaard und Klaus-Peter Wolf vertreten. Unterstützt werden diese von ihren skandinavischen Kollegen und Kolleginnen wie Gard Sveen oder Katrine Engberg. Tauchen Sie in die Welt der Rechtsmedizin ab, reisen Sie mit Alex Beer, Frank Goldammer und Robert Brack in die Vergangenheit oder erhalten Sie mit dem Londoner Autor Mick Herron Einblicke in die Arbeit von Geheimdiensten. Auch True-Crime-Stories und Live-Hörspiele laden zum Gruseln ein. Zum Finale feiern Volker Klüpfel und Michael Kobr die Premiere ihres neuen Thrillers »Draußen«.

Das Programm finden Sie unter www.krimifestival-hamburg.de. Prüfen Sie das Beweismaterial selbst und lassen Sie sich in die Welt der Kriminalliteratur entführen.

Ein gemeinsames Festival von Buchhandlung Heymann, Hamburger Abendblatt und Literaturhaus Hamburg.

Krimifest im Literaturhaus Salzburg

Das 11. Krimifest eröffnen die Österreicherin Eva Rossmann sowie drei Schriftsteller, die erstmals im Literaturhaus auftreten: der Engländer Mick Herron, die Deutsche Judith Merchant – und Heinrich Steinfest, gebürtiger Australier, der in Wien aufwuchs und heute in Stuttgart lebt. Den Abend moderieren Manfred Baumann, Tomas Friedmann, Wolfgang Görtschacher und Ines Schütz. Peter Arp liest aus Herrons Krimi auf Deutsch. Musik-Intros: DJ Kollektiv Tanzbar.

In Mick Herrons „Dead Lions“ erhalten zwei MI5-Agenten den Auftrag, einen russischen Oligarchen zu beschützen, den der britische Geheimdienst als Informanten gewinnen will. Gleichzeitig wird ein ehemaliger Spion tot aufgefunden. Bei beiden Fällen spielen russische Schläfer eine wichtige Rolle.

„Atme!“ heißt der Psycho-Thriller von Judith Merchant. Ein Mann verschwindet praktisch vor den Augen seiner Freundin. Etwas Schreckliches muss passiert sein. Sie bittet ihre größte Feindin, die Noch-Ehefrau, um Hilfe. Bei der Suche entdecken sie immer mehr Ungereimtheiten im Leben des Mannes.

In Eva Rossmanns neuem Krimi „Heißzeit 51“ bekommen es die Wiener Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner nach dem Tod einer Klima-Aktivistin mit unsauberen Umweltgeschäften, politischem Populismus und Nationalismus zu tun.

Der Autor und Künstler Heinrich Steinfest stand auf der Wunschliste für das Krimifest. Jetzt stellt er seinen Roman „Der schlaflose Cheng“ (2019) vor. Cheng lernt in einer mallorquinischen Hotelbar einen Mann kennen, Synchronstimme eines Weltstars. Ein Jahr später wird er wegen dessen Ermordung zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tochter glaubt an seine Unschuld und beauftragt Cheng.

Weitere Informationen und Tickets erhalten Sie hier.

Lydia Daher: Und das hast du dir alles ausgedacht?! Collagen & Kollaborationen

»The people of the future will not seek poetry in the libraries but on the walls of their rooms.« Carlo Belloli, 1944

Die Dichterin, Musikerin und Künstlerin Lydia Daher hat exklusiv für das Stuttgarter Literaturhaus eine Ausstellung entwickelt; unter dem Titel »Und das hast du dir alles ausgedacht?!« werden in spielerischer Grenzüberschreitung alter Gattungszuweisungen von Lyrik, Kunst und Ausstellung Worte zu Bildern und Collagen zu Poesie. So entsteht eine ganz eigene Welt aus Zeichen. Die Ausstellung präsentiert nicht nur eine Auswahl ihrer Collagen, sondern auch Arbeiten, die zusammen mit dem Münchner Fotografen Gerald von Foris, dem experimentellen Zeichner Warren Craghead III aus Virginia, USA, und dem Klangkunstkollektiv SCHNITT entstanden sind. »Und das hast du dir alles ausgedacht?!« zeigt einen skeptischen, aber nie hoffnungslosen Blick, durchzogen von Lakonie, Melancholie, Ironie und Komik. Lydia Daher, geb. 1980 in Berlin, kollaboriert als Lyrikerin und Musikerin im Bereich der bildenden Kunst, der Performance und des Hörspiels. Zuletzt veröffentlichte sie ihr Musikalbum »Wir hatten Großes vor«.

Gefördert von der Stadt Stuttgart und der Konrad Kohlhammer Stiftung

Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen sowie nach telefonischer Anmeldung (Fon 0711 / 22 02 17 3) zu sehen.

Nordische Literaturtage 2019

VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Das Literaturhaus Hamburg freut sich, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll der Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket!

Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

Internationales Literaturfestival BuchBasel

Mit den Klimastreiks haben sich Schüler*innen wirkungsvoll in die Zukunftsdebatte eingebracht. Und auch in der Literaturszene ist die junge Generation aktiv. Und wie! Ältere Semester geben auf Bestsellerlisten zwar noch den Ton an, fern davon tut sich aber gerade richtig was.

Im Rahmen des diesjährigen Schwerpunkthemas Zukunft jetzt! richtet das Festival für einmal den Fokus auf die guten Nachrichten und die Menschen, die dahinterstehen, und das ist keineswegs banal: Im November wird über Zukunftsentwürfe diskutiert.

Auch dieses Jahr wurden über 30 Veranstaltungen, die unter dem Label jung & wild laufen, organisiert. Das Festival träumt von Literaturbühnen für junge Schreibende und neue Literatur-Formate, ist in verschiedenen Bars und einer Galerie anzutreffen, macht Live Podcasts Impro-Lesungen mit Musik und vieles mehr! Lustvoll, kritisch, manchmal wuchtig und nicht selten widerborstig wird das werden. Versprochen.

Niemand ist übrigens zu klein, um sich für Bücher zu interessieren. Auch das Kinderprogramm wurde erweitert: Neu wird auch philosophiert. Es gibt zum Beispiel einen Workshop zum Buch «Wazn Teez?» von Carson Ellis. Zusammen mit der Philosophin Tamara Koch gehen die Kinder philosophischen Fragen nach, gestalten Pflanzen- und Mischwesen und erzählen Geschichten über sie.

Aber natürlich ist die Lust am Lesen und die Wichtigkeit von Büchern an kein Lebensalter gebunden. Daher freuen sich die Mitwirkenden wie immer über alle Stammgäste, die das Festival schon viele Jahre besuchen. Ach und überhaupt auf alle Neugierigen!

Nehmen Sie also Ihren Kalender in die Hand, reservieren Sie das Wochenende vom 8. bis zum 10. November 2019 und freuen Sie sich auf rund 100 Veranstaltungen: Tauchen Sie in die Welt der Bücher, erleben Sie Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland, schmöckern Sie in den Herbstneuerscheinungen und lernen Sie die Nominierten des Schweizer Buchpreises 2019 kennen.

Weitere Informationen und Tickets

ZfL Literaturtage im Literaturhaus Berlin

Wo sich Tag für Tag die Türen zwischen Nachbarn schließen, erwacht zuverlässig die Neugier der Literatur. Sie beobachtet die Beobachterin, die zu häufig am Fenster steht, und folgt dem Spaziergänger, der vom Licht fremder Wohnungen magisch angezogen wird. Sie erzählt von Nachbarschaftsbeziehungen abseits des Alltags und widmet sich den Befremdlichkeiten und der Fremdheit, die Teil jeder Begegnung unter Nachbarn sind. Sie wirft aber auch einen Blick über den Kiez oder die Stadt hinaus und betrachtet Versprechen wie Gefahren der politischen Nachbarschaft. In Lesungen, Gesprächen und einem Vortrag sucht die Veranstaltung Orte nachbarschaftlicher Begegnungen und Konfrontationen auf; sei es in der Stadt, auf dem Land oder in der Sprache.

22. November:

13:45 Uhr Begrüßung
14:00 Uhr Matthias Nawrat und Daniel Weidner (ZfL/HU Berlin)
15:00 Uhr Rasha Abbas und Hannes Bajohr (ZfL/Universität Basel)
16:00 Uhr Pause
16:30 Uhr Maruan Paschen und Claude Haas (ZfL)
17:30 Uhr Helene Hegemann und Sonja Longolius (Li-Be)

23. November:

14:00 Uhr Vortrag Anna Steigemann (TU Berlin) »Was ist Nachbarschaft? Wie geht Nachbarschaft? Über Nachbarschaftskonzepte und -diskussionen in der Stadtforschung«, anschließend Gespräch mit Hanna Hamel (ZfL)
15:00 Uhr David Schalko und Janika Gelinek (Li-Be)
16:00 Uhr Pause
16:30 Uhr Anke Stelling und Ulrike Vedder (HU Berlin)
17:30 Uhr Norbert Scheuer und Pola Groß (ZfL)
18:30 Uhr Pause
19:00 Uhr Jan Brandt und Alexandra Heimes (ZfL)

Die ZfL-Literaturtage werden gemeinsam veranstaltet vom Literaturhaus Berlin und dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL), in diesem Jahr in Kooperation mit dem Projekt »Stadt, Land, Kiez. Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur«.

#WIRMACHENBUECHER

Das Literaturhaus Frankfurt wird zur Empfangs- und Prosit-Zone. Nach dem Überraschungserfolg des Vorjahres lädt das Literaturhaus am 17.10.19 um 21 Uhr wieder ein zum größten Empfang der Buchmesse. Büchermacher, Autoren, Leser, Verlage, Zugereiste und noch nicht Abgereiste, Kritiker, Buchhändler, Übersetzer, Illustratoren und Agenten. Alle kommen zusammen. #WIRMACHENBUECHER macht das Licht an. Die Einladung zum Mitmach-Empfang lautet: Werdet selbst Gastgeber unter Gastgebern.
Multiplikation trifft Garagenparty trifft Neoklassizismus. Klein trifft Groß. Totgesagt trifft viral. Alte Kunden, neue Kunden. Alles, was wir brauchen, sind Empfangsstände. Und die gibt es im Literaturhaus, mobil und gebaut aus Bierkiste, Besenstiel und Banner, das Starter-Set ab 50 Euro, für alle, die Gastgeber sein wollen. Das neue Fett. Alles ist erleuchtend. Bier und Wissen. Unmenschlicher Spaß. Wippen und Nippen. Und Rev. Christian Dabeler als Barmusiker. Der Reverend ist die analoge Rhythmusmaschine auf den Wogen des Abends. Dabeler spielt auf historischen, frickeligen E-Tasteninstrumenten, kein Konzert, eher Improvisationen im Background.

#WIRMACHENBUECHER ist ein Pop-up-Empfang des Literaturhauses Frankfurt für die Branche und offen für alle, die Bücher lieben. Von 21.00 bis 01.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

Theodor-Kramer-Preis 2019

Seit 2001 vergibt die Theodor Kramer Gesellschaft jährlich den Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und Exil. Gewürdigt werden soll dabei nicht nur die literarische Qualität, sondern auch die Haltung und das Schicksal der Preisträgerin, des Preisträgers. Bisher erhielten die Auszeichnung u.a. Stella Rotenberg, Fred Wander, Georg Stefan Troller, Milo Dor, Jakov Lind, Ruth Klüger und Renate Welsh. Traditionell werden die Preisträger stets im Literaturhaus Salzburg vorgestellt: heuer Claudia Erdheim und Martin Pollack. Karl Müller (TKG) spricht ein Grußwort und Marianne Windsperger vom Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien übernimmt die Moderation.

Claudia Erdheim

Claudia Erdheim, die gerade ihren 74. Geburtstag gefeiert hat, ist als Verfasserin von Erzähltexten bekannt, außerdem schrieb sie Hörspiele und Theaterstücke. Die Wiener Schriftstellerin beteiligt sich regelmäßig an Projekten zu galizischen Juden und hat zu diesem Thema etliche Essays publiziert. Zuletzt erschienen die Bücher „Zwölf Frauen und ein Mann. Reisegeschichten“ (2010), „Betty, Ida und die Gräfin. Die Geschichte einer Freundschaft“ (2013), „In der Judenstadt“ (2015) und „Vilma Steindling. Eine jüdische Kommunistin im Widerstand“ (2017, gemeinsam mit Ruth Steindling).

© Adam Erdheim

Martin Pollack

Martin Pollack wurde 1944 in Bad Hall (OÖ) geboren und ist Journalist, Schriftsteller und Übersetzer. 2010 wurde sein Roman „Kaiser von Amerika. Flucht aus Galizien“ mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Zuletzt erschienen z.B. „Die Wolfsjäger. Drei polnische Duette“ (gemeinsam mit Christoph Ransmayr), „Kontaminierte Landschaften“ (2014) und „Topografie der Erinnerung“ (2016). Pollack äußert sich immer wieder kritisch zum politischen Geschehen. So bedauerte er in einem Kommentar in der NZZ 2018, dass das Problem der „ewig gestrigen Spinner“ in deutschnationalen Burschenschaften keineswegs so ernst genommen würde, wie es angesichts der von ihm zitierten „stillen Machtergreifung“ nötig wäre. Im selben Jahr erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

© privat
Foto: privat

Di, 08.10.2019, 19.30 Uhr
Genre: Lesungen & Gespräche
Veranstalter: Verein Literaturhaus, Theodor Kramer Gesellschaft
Eintritt: € 10/8/6

 

»Alle verschwiegenen Wahrheiten werden giftig« – Friedrich Nietzsche in der DDR der 80er Jahre

Obwohl Friedrich Nietzsche in Röcken geboren wurde, in Naumburg gelebt hat, in Schulpforta zur Schule gegangen ist und in Weimar starb, wurde sein Name zu DDR-Zeiten nicht nur in Mitteldeutschland, sondern landesweit eher hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Denn für die offizielle DDR war sein Werk – gemäß Georg Lukács Verdikt »Von Nietzsche zu Hitler« – für Jahrzehnte ein Tabu. Erst seit den 1980er Jahren setzte jenseits von privaten Zirkeln eine Beschäftigung mit Nietzsche ein, die zu differenzierteren Sichtweisen führte. Die Kulturwissenschaftlerin Renate Reschke stand damals im Zentrum einer Debatte, die unter anderem durch die brachialen Urteile von Wolfgang Harich (»Ins Nichts mit ihm!«) angeheizt wurde. Jetzt, fast ein halbes Jahrhundert später, bietet der 175. Geburtstag Friedrich Nietzsches Anlass und Gelegenheit, die gesellschaftlichen Veränderungen, Risse, aber auch Restriktionen vor dem Mauerfall noch einmal Revue passieren zu lassen.

Renate Reschke, geboren 1944 in Berlin, war bis 2009 Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte des ästhetischen Denkens an der Humboldt-Universität zu Berlin; Forschungsgebiete: Ästhetik des 18./19. Jahrhunderts, Nietzscheforschung.

Ausstellung des Jungen Literaturhauses Leipzig e. V.

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

24-Stunden-Comic am Wannsee

Mit Peter Auge Lorenz, Anette Köhn, Alex Chauvel und Marcello Quintanilha
Moderation: Lilian Pithan

„Eine Mischung aus Jazz und Ausdauersport!“

Das Wochenende vom 12. auf den 13. Oktober steht ganz im Zeichen körperlich-kreativer Ausnahmeleistungen: Ab 12 Uhr werden am Samstag mehr als 40 Zeichner·innen 24 Stunden lang im LCB skizzieren, schreiben und zeichnen – mit dem Ziel, jeweils bis um 12 Uhr des Folgetages einen individuellen 24-seitigen Comic fertiggestellt zu haben. Am Samstagabend haben Interessierte die Möglichkeit, einen Blick über die Schultern der Künstler·innen zu werfen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Parallel dazu wird die Journalistin Lilian Pithan (Deutscher Comicverein) kurze Interviews mit den Organisator·innen und Mitzeichnenden Peter Auge Lorenz (Comicbibliothek Renate), Annette Köhn (Jaja Verlag), Alex Chauvel (Éditions Polystyrène) und mit unserem Hausgast Marcello Quintanilha führen. 2017 erschien im avant Verlag seine Graphic Novel »Tungstênio«, die beim Comicfestival Angoulême 2016 ausgezeichnet wurde. Die entstandenen Comics werden im Anschluss vom LCB veröffentlicht.

Zu Konzept und Ablauf

Als eine „Mischung aus Jazz und Ausdauersport!“ beschreibt Peter Auge Lorenz die Herausforderung: Der „24-Stunden-Comic am Wannsee“ beginnt am 12. Oktober um 12 Uhr mit der Auslosung eines Themas, als allen gemeinsamer Inspirationsstoß. Mit einem Gong geht es dann pünktlich um 12 Uhr los. Der Gong ertönt immer zur vollen Stunde, um an den 24-Stunden-Rhythmus zu erinnern. Am Ende der Zeit sollte ein individuell entwickelter 24seitiger Comic entstanden sein (die gesamte Produktion, einschließlich Korrekturlesen).

Mit dabei: Annette Köhn, Alex Chauvel, Peter Auge Lorenz, Marcello Quintanilha, Leonie Ott, Robert Günther, Kai Pfeiffer, Nina Pagalies, Bernadette Schweihoff, Gabriel Sahlmüller, Bruno Giannori, Sushila Wehmann, Sebastian Bettermann, Leonard Ermel, Noémie Chantôme, Elias Molle, Claire Webster, Alex Baladi, Cornelia Eichner, Valentin Krayl, Alejandro Rodriguez, Jenny Dam, Wolfgang Hille, Sophia Stephani, Vacon Sartirani, Emmanuelle Hermet, Wilm Lindenblatt, Lizz Lunney, Moni Hoffmann, Esther Grüne, Luca Hillen, Sandra Rummler, Naama Zarfaty, Kai Egener, Philipp Deines, Cris Olano, Yuka Masuko, Annamaria Balov, Jennifer Hicks, Louisa Schiller, Maki Shimizu, Michael Beyer, Federico Cacciapaglia, Vincent Zurwesten, Jost Althoff.

Ob man 24 Stunden lang durchzeichnet oder sich lieber kleine Pausen einräumt oder wiederum den Comic schnell fertigzeichnet, um die verbleibende Zeit für Verfeinerungen zu nutzen… das entscheiden alle für sich. Das Ende ist ja das Ziel, aber auch der Weg soll Spaß machen.

Für Verpflegung ist die ganze Veranstaltung hindurch gesorgt, allerdings sollten die Teilnehmenden ihre eigenen Zeichenmaterialen mitbringen. Denjenigen, die kleine Pausen machen möchten, wird einen Raum mit Isomatten und Decken angeboten. Wenn das Wetter gut ist, sind auch die Terrasse oder der Garten mit Blick auf See empfehlenswerte Ruheräume.

Am Abend des 12. Oktober wird das LCB ein bis zwei Stunden für das allgemeine Publikum geöffnet. Zum einen finden dann im Veranstaltungssaal Podiumsgespräche mit den Organisator·innen statt, zum anderen werden die LCB-Gäste in einer Art Atelierbesuch einen Blick auf die Tätigkeiten der Zeichnenden werfen dürfen. Denjenigen, die beim Zeichnen lieber nicht gestört werden möchten, werden zwei abgelegenere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Die während der Veranstaltung entstandenen Comics werden schließlich auf der Website des LCB veröffentlicht, eine Auswahl soll später auch als Publikation erscheinen (Format noch offen). Um zu vermeiden, dass die Comics im Nachhinein verändert werden – was dem Geist der 24 Hour Comics-Aktion widerspräche – werden diejenigen, die ihre Arbeiten im Rahmen der Aktion der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten, gebeten, diese am Ende der 24 Stunden im LCB zu deponieren. Sie werden in den folgenden Tagen eingescannt und den Teilnehmenden unmittelbar per Post zurückgesendet.

Für Rückfragen steht das Organisations-Komitee unter der Emailadresse comicslcb@gmail.com zur Verfügung.

Wiesbadener Literaturtage

Die renommierte Autorin Eva Menasse ist vom 15. bis 21. September 2019 Gastgeberin der 21. Wiesbadener Literaturtage.

Es erwarten Sie viele abwechslungsreiche Veranstaltungen unter anderen mit Silke Gäng, Zora del Buono, Iris Wolff, Naika Foroutan, Robert Pfaller, Hanno Rauterberg, Zsuzsa Bánk, Ines Geipel, Barbara Vinken, Sandra Kreisler, Jochem Hochstenbach und Senta Berger.

Den Programmflyer können Sie sich hier herunterladen: www.wiesbaden.de

 

Gerhard Gäbler »Land ohne Wiederkehr« Fotografien aus der DDR

28. August 2019 / 19.30 Uhr
Ausstellungseröffnung
Gerhard Gäbler »Land ohne Wiederkehr«
Fotografien aus der DDR von 1978 bis 1990
Laudatio: Bernd Lindner

30 Jahre nach den Leipziger Montagsdemonstrationen und dem Mauerfall präsentiert der Leipziger Fotograf Gerhard Gäbler einige seiner herausragenden Fotografien. Er beschränkt sich dabei nicht auf Aufnahmen der Demonstrationszüge und der feiernden Menschen am Brandenburger Tor, sondern dokumentiert den Umbruchprozess, der diesen historischen Ereignissen vorausging – gerade diese Bilder »helfen zu verstehen, wie aus der bleiernen Schwere und der Stagnation, die sich ab Ende der 1970er-Jahre zunehmend in der DDR breitmachte, eine solch gewaltige, alles verändernde Kraft erwachsen konnte« (Bernd Lindner). Sie werden in Beziehung gesetzt zu Aufnahmen aus der Nachwende-Zeit, von denen viele erneut Menschen in Orientierungslosigkeit, in einer Wartestellung zeigen: auf die Erfüllung von Wahlversprechen, auf die Segnungen der Marktwirtschaft, auf blühende Landschaften …

1952 in Leipzig geboren, studierte Gäbler zunächst Chemie. Ab 1977 fotografierte er in seiner Freizeit, dokumentierte den DDR-Arbeitsalltag sowie den schrittweisen Verfall seines Wohnviertels in der Leipziger Ostvorstadt. Von 1986 bis 1992 studierte er Fotografie an der Leipziger HGB, wurde freischaffender Fotograf und hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. 2015 erschien der Fotoband »Zeit ohne Wiederkehr« im Mitteldeutschen Verlag.

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e. V.

Gefördert durch die Sächsische Aufbaubank nach der »Förderrichtlinie Revolution und Demokratie«

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-leipzig.de

20 Jahre Literaturhaus Zürich

Open House zum Jubiläum, 7.-8. September 2019, Eintritt frei für alle Veranstaltungen! Kurzlesungen, Living Library, Literatur und Musik, Gedichte-Jukebox, Ausstellung, Party, Performances – mit Aura Xilonen, Priya Basil, Jürg Halter, Kati Rickenbach und vielen weiteren Gästen.

Datum: Samstag 7. September 2019
Zeit: 10:30 Uhr
Ort: Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, 8001 Zürich

Seit 20 Jahren macht das Literaturhaus Zürich Literatur sichtbar, hörbar und erlebbar. Ein Grund, um zu feiern und sich auf die Zukunft zu freuen. Am Jubiläumswochenende blicken wir zurück und nach vor, wir präsentieren langjährige Reihen und Formate und testen neue Ideen. Wir halten aber auch im Hier und Jetzt an: Es geht um Begegnungen und Entdeckungen, um Reisen durch das Haus am Limmatquai und durch die Fantasie, um Geschichten von Menschen, um das Hören und das Lesen. Und um das Nachdenken live!
Bevor es in die 21. Saison geht, feiern wir gemeinsam mit Ihnen, liebes Publikum: das was war, das was ist, und das was kommt.

Vorab gibt es Lesungen aus dem Zirkuswagen:

Literaturhaus goes Theaterspektakel! 3 Abende, 12 Autor*innen, je 20 Minuten Lesezeit.

Wir schleichen uns rein und drängen uns auf, wir behaupten und hinterfragen, wir denken laut und lesen noch lauter, wir wünschen uns etwas und ziehen damit in die Welt. Das alles aus dem Zirkuswagen beim Schiffssteg auf der Landiwiese.

Donnerstag 29.8.: Viele wollen mehr als wir!

18:45 Uhr Romana Ganzoni
19:15 Uhr Reto Hänny
19:45 Uhr Dana Grigorcea
20:15 Uhr Jurczok 1001

Freitag, 30.8.: Weil ich so einsam bin!

18:45 Uhr Tim Krohn
19:15 Uhr Julia Weber
19:45 Uhr Svenja Herrmann
20:15 Uhr Peter Stamm

Samstag, 31.8.: In die Ferne! Aus der Ferne!

18:45 Uhr Anna Stern
19:15 Uhr Daniel Mezger
19:45 Uhr Willi Wottreng
20:15 Uhr Michael Fehr

Weitere Informationen, auch zum Jubiläum des Literaturhauses unter www.literaturhaus.ch

»Acht Visionen. Zukunft. Arbeit. Literatur«

Aufregende Literatur war schon immer ihrer Zeit voraus: Ob Thomas Morus 1516 in seinem Roman »Utopia« oder Aldous Huxley 1932 in »Schöne neue Welt« oder jüngst Karen Duve in »Macht« – schon immer haben Autoren und Autorinnen ihren literarischen Blick auf die Zukunft gerichtet und gefragt, wie unsere Welt, unsere Gesellschaft, aussehen könnte.
Das Literaturhaus Frankfurt und das Museum für Kommunikation Frankfurt stoßen jetzt gemeinsam einen solchen literarischen Blick in die Zukunft an: Acht Autorinnen und Autoren sind beauftragt, einen Text zur Zukunft der Arbeit im digitalen Transformationsprozess zu schreiben.
Die Autoren sind: Katharina Adler, Isabelle Lehn, Mariana Leky, Lukas Rietzschel, Jochen Schmidt, Thomas von Steinaecker, Daniel Wisser und Julia Wolf.
Unter dem Titel »Acht Visionen. Zukunft. Arbeit. Literatur« eröffnen das Literaturhaus und das Museum für Kommunikation einen Dialog zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Realität und Fiktion, zwischen Kommunikation und Literatur. Die acht Texte sollen thematisch inspiriert sein von dem Projekt »Leben & Lernen X.0. Digitale Bildung – Unsere Zukunft«, welches das Museum 2017 gestartet hat. In Zeiten, in denen nahezu alles hinterfragt scheint, sind Fiktionen ein verlässliches Antidot gegen Resignation, Fatalismus oder auch blinden Fortschrittsglauben.
Die acht Autoren werden ihre Texte in vier Premierenlesungen zwischen September 2019 und April 2020 im Museum für Kommunikation präsentieren. Jeweils am darauffolgenden Vormittag bietet das Junge Literaturhaus Schulklassen die Möglichkeit, die Autoren zu ihren Visionen zu befragen. Diese Gespräche werden von Museumspädagogen geleitet. Zum Abschluss erscheint im Frankfurter Verlag Henrich Editionen das Buch »Acht Visionen«, in dem alle Texte versammelt sind, und die acht Autorinnen und Autoren kommen im Juni 2020 zu Buchpremiere und Gespräch vor Publikum im Literaturhaus zusammen.

Die vier Premierenlesungen finden im Museum für Kommunikation statt:
18.09.19: Katharina Adler und Daniel Wisser
27.11.19: Isabelle Lehn und Jochen Schmidt
19.02.20: Thomas von Steinaecker und Julia Wolf
22.04.20: Mariana Leky und Lukas Rietzschel
24.06.20: Die Buchpremiere »Acht Visionen« mit allen acht Autoren im Literaturhaus Frankfurt

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 h, der Eintritt beträgt 9 / 6 Euro im Vorverkauf.

»Acht Visionen« ist ein Projekt des Literaturhauses Frankfurt mit dem Museum für Kommunikation in Zusammenarbeit mit hr2-kultur. Gefördert von »experimente#digital«, der Kulturinitiative der Aventis Foundation, sowie dem Kulturamt Frankfurt am Main.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zum Vorverkauf finden Sie hier: www.literaturhaus-frankfurt.de

Sommerfest 2019 mit dem Tropen-Verlag

Programm:

14:30 Uhr Terrassenbühne
Begrüßung Dr. Ingo Fessmann, Tom Kraushaar & Tom Müller

15:00 Terrassenbühne
Ariadne von Schirach »Die psychotische Gesellschaft. Wie wir Angst und Ohnmacht überwinden«
Moderation: Tom Kraushaar

15:30 Fußballbühne
»Herz und Rasen. 11 Kurzgeschichten über Fußball«
Moderation: Manuel Neukirchner

15:30 Rotunde am See
Sam Byers »Schönes Neues England«
Moderation: Michal Hvorecky

16:00 Terrassenbühne
Mareike Nieberding »Verwende deine Jugend. Ein politischer Aufruf«
Moderation: Andrea Hanna Hünniger

16:30 Rotunde am See
Tom Kummer »Von schlechten Eltern« & Saskia de Coster »Eine echte Mutter«
Moderation: Zaia Alexander

17:30 Terrassenbühne
Thomas Palzer »Die Zeit, die bleibt«
Moderation: Richard Kämmerlings

18:00 Rotunde am See
Simon Strauß »Römische Tage«
Moderation: Adam Soboczynski

18:30 Terrassenbühne
Mons Kallentoft »In den Klauen des Falken« & Pascal Engman »Patriot«

19:00 Rotunde am See
Hallgrímur Helgason »60 Kilo Sonnenschein«
Moderation: Thomas Böhm

19:30 Terrassenbühne
Stuart Turton »Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle«
Moderation: Dorothee Merkel

20:00 Terrassenbühne
Reyhan Sahin aka Dr. Bitch Ray »Yalla, Feminismus!«
Moderation: Elisabeth R. Hager

danach: DJ-Set von Afagh Irandoost

Außerdem:
Spontan-Schreibmaschinen-Texte der Initiative »Literatur für das, was passiert«

15:00-17:00 Uhr Fußball-Kinderprogramm

31.08.19
Samstag, 14:30 Uhr

Ort
Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

8 € / 5 € / Kinder frei

Weitere Informationen und Tickets unter www.lcb.de

Welche Zukunft hat das Lesen?

Erster Termin am 27. August 2019:

Lesen, um die Welt zu verstehen – eine Gesprächsrunde mit Arthur M. Jacobs, Kirsten Boie und Lothar Müller

Das Lesen scheint bedroht, die Zahl der aktiven Leserinnen und Leser zu schwinden. Doch was hat es mit diesen Untergangsszenarien auf sich? Verlieren wir die Kulturtechnik des Lesens wirklich, oder verändert sich diese nur, weil wir zunehmend nicht mehr über die altvertrauten Medien lesen?

Welche Zukunft hat das Lesen? Dieser Frage geht ein dreiteiliger Gesprächszyklus nach, dessen erster Abend sich der Bedeutung des Lesens für unser Weltverständnis widmet. Was heißt es, sich lesend der Welt zu nähern? Welche neuropsychologischen Prozesse laufen beim Lesen ab?

Darüber unter anderem diskutieren Arthur M. Jacobs, Professor an der FU Berlin im Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie und zusammen mit Raoul Schrott Autor des Buches »Gehirn und Gedicht – Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren« (Hanser), die vielfach ausgezeichnete Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie, die zuletzt die Hamburger Erklärung »Jedes Kind muss lesen lernen!« initiierte, und der Journalist der »Süddeutschen Zeitung« und Kulturwissenschaftler Lothar Müller, der in seinem Buch »Weiße Magie« (Hanser) die »Epoche des Papiers« beschrieb und zuletzt mit »Freuds Dinge« (Die Andere Bibliothek) für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war.

Moderation: Christoph Bungartz

Weitere Termine:
Lesen(d) lernen – Bildung und Lesen
Jürgen Kaube, Jöran Muuß-Merholz und Sabine Uehlein
Moderation: Katrin Hörnlein
24. September 2019, 19.30 Uhr, Eintritt: € 14,–/10,– (Vorverkauf ab 15.8.2019)

Where are all the readers gone?
Sandra Kegel, Ute Schneider und Alexander Skipis
Moderation: Rainer Moritz
29. Oktober 2019, 19.30 Uhr, Eintritt: € 14,–/10,– (Vorverkauf ab 15.9.2019)

In Kooperation mit der Kursbuch Kulturstiftung und mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Medienpartner NDR Info

Weitere Informationen und Tickets unter www.literaturhaus-hamburg.de

Openair Literatur Festival

Die 7. Ausgabe des Openair Literatur Festival Zürich findet vom 8. bis 14. Juli 2019 unter freiem Himmel im Alten Botanischen Garten in Zürich statt.

Zu Gast vom 8.-14. Juli sind:

Deborah Feldman, die amerikanische Bestseller-Autorin («Unorthodox»)

Mia Couto, einer der wichtigsten Autoren Afrikas

Terézia Mora und Lukas Bärfuss, zwei der profiliertesten Autoren ihrer Generation

Judith Schalansky, deutsche Bestseller-Autorin («Atlas der abgelegenen Inseln»)

Julian Barnes, Man Booker-Preisträger («The Sense of an Ending»)

Roxane Gay, Star-Feministin aus den USA («Bad Feminist»)

Best of Spoken Word, mit Lara Stoll, Simon Chen, Helene Bockhorst, Matto Kämpf und Interrobang

Stummfilmvertonung »Weisse Schatten« mit Bitter Moon

Die siebte Ausgabe des Openair Literatur Festival Zürich wird gemeinsam präsentiert von Kaufleuten Literatur und dem Literaturhaus Zürich, Medienpartner: Tages-Anzeiger.
Mit freundlicher Unterstützung des Präsidialdepartements der Stadt Zürich, der Fachstelle Kultur Kanton Zürich und der Avina-Stiftung.

Hinweis: Bei schönem Wetter findet die Veranstaltung im Alten Botanischen Garten statt, bei unsicherer Witterung im Kaufleuten.

Weitere Informationen unter: www.literaturopenair.ch

»Das Buch der Opritschniks« von Vladimir Sorokin und Yaroslav Schwarzstein

Die Ausstellung zeigt in einer sakralen Inszenierung »Das Buch der Opritschniks«: Objekt und ausgewählte Druckbögen des russischen Schriftstellers Vladimir Sorokin (Text) und des Künstlers Yaroslav Schwarzstein (Grafik). Die Arbeit basiert auf dem Sorokin-Roman »Der Tag des Opritschniks«, eine satirische Anti-Utopie, der die Welt des russischen Mittelalters mit jener eines neureichen Russlands von 2027 in eins setzt.

Sorokin wollte für das Kunstwerk keinesfalls auf alte Texte aus dem fertigen Buch zurückgreifen, sondern mit Schwarzstein etwas Neues, Außergewöhnliches schaffen, das sowohl die Epoche Gutenbergs als auch die sie verschlingenden digitalen Technologien herausfordert. Durch den Sammler Leonid Ogarev kamen die beiden auf die Idee, eine großformatige Buchmappe von gebührendem Umfang mit einer Auswahl graphischer Blätter anzufertigen. Gemeinsam wurde nach der passenden Form für dieses Objekt gesucht; es sollte ein nicht ohne weiteres klassifizierbares künstlerisches Produkt sein, buchstäblich eine Art Meteorit, herabgeflogen aus dem grauenhaften, verschnörkelten, feudalen Hightech-Moskau von 2028.

Nach fast zwei Jahren Arbeit entstand – im Wechselspiel der beiden Künstler – ein eigenständiges Objekt, das aus großformatigen Siebdruckbögen besteht, die im Handpressverfahren hergestellt wurden, Grafiken Yaroslav Schwarzsteins und Kalligrafien Vladimir Sorokins vereint; in den besonderen Exemplaren schwelt eine Vorahnung dessen, was heute in der Luft liegt.

Ausstellung bis 9. August 2019

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr und bei Abendveranstaltungen

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-salzburg.at

Sommerfest

Das Sommerfest im Haus des Buches ist immer ein Höhepunkt des Literaturlebens in Leipzig. Wichtige Autorinnen und Autoren präsentieren sich und stellen neue und interessante Bücher vor. Eine Band spielt, bei gutem Wetter kann man unter freiem Himmel geistige Getränke zu sich nehmen, Köstlichkeiten vom Grill genießen und Freunde und Bekannte treffen.

In diesem Jahr soll das Sommerfest schon am Nachmittag beginnen: Leipziger Verlage präsentieren ihre Programme und Bücher, und ihre Mitarbeiter stehen für Gespräche und Auskünfte zur Verfügung. Mancher Leipziger, der das Wort von der »Verlagsstadt Leipzig« eher auf eine glorreiche Vergangenheit bezogen wähnt, wird sich vielleicht (hoffentlich) wundern, wie vielgestaltig, kreativ und groß die Verlagslandschaft Leipzigs sich auch heute präsentiert.

Für das jüngere Publikum wird es zwei Veranstaltungen geben: Um 15.15 Uhr spielt das Ensemble »kaninchenkatze – Die eheähnliche Theatergemeinschaft« das Stück »Die kluge Bauerntochter«. Und um 16.30 gibt es eine Bilderbuchlesung der Leipziger Illustratorin und Kinderbuchautorin Miriam Zedelius für Zuhörer zwischen vier und hundertvier Jahren. Danach folgt eine Umbaupause.

Ab 19.30 Uhr wird Peter Wawerzinek aus »Rabenliebe« (Verlag Kiepenheuer & Witsch) und »Rausch« (verf. mit Sven Heuchert, Bernstein Verlag) lesen. Mit dem Ex-Ton-Steine-Scherben-Gitarristen Dirk Schlömer singt er Lieder von der noch unveröffentlichten neuen CD »Raben Lebens Lieder«. Im Saal ist außerdem ein brandneuer Dokumentarfilm von Peter Wawerzinek über sein Leben zu sehen: »Lievalleen« wurde Anfang Mai auf dem Filmkunstfest in Schwerin erstmals präsentiert.

Eintritt zum Nachmittagsprogramm frei

Einlass abends ab 18.30 Uhr. Eintritt: 8,- / 5,- EUR

Kartenreservierung ab 2.7. unter 0341 / 3085 1086

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e. V.

Rewriting the Map – Literature and Urbanism in divided Cities

Rewriting the Map – Literature and Urbanism in divided Cities
discussions, readings, films, performances

Mit Gästen aus
Belfast · Berlin · Mostar · Nicosia
25. – 27. Juli 2019

Eröffnungsrede am 25. Juli 2019, 19 Uhr: Thomas Rosenlöcher

Vom 25. bis zum 27. Juli 2019, anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls in Berlin, richtet das Literarische Colloquium Berlin ein Festival zu Literatur, Kunst und Urbanismus in geteilten Städten Europas aus. Mit Gästen aus Belfast, Mostar, Nikosia und Berlin diskutieren wir das Zusammenspiel zwischen der spezifischen räumlichen Struktur dieser Städte und der Kunst, die dort entsteht. Zusammen mit Schriftsteller·innen, Architekt·innen, Stadtplaner·innen, Historiker·innen sowie Performance-Künstler·innen werden die Folgen innerstädtischer Grenzen auf kollektive Wahrnehmung und das kollektive Gedächtnis beleuchtet und die Mittel aufgezeigt, mit denen Grenzen aufrechterhalten, aber auch umgangen, überwunden und aufgelöst werden. Wir setzen uns mit den Folgen langjähriger Teilung und Exklusion in Teilen des Kontinents auseinander und nehmen unterschiedliche urbane Konstellationen in den Blick.

Belfast: Jan Carson (author), James O’Leary (architect), Ciaran Mackel (architect), Sinéad Morrissey (poet), Glenn Patterson (author), Michael Pierse (academic of literary studies)

Berlin: Fatma Aydemir (author, journalist), Cynthia Beatt (filmmaker), Emily Bereskin (art historian), Isabel Fargo Cole (author), Anh Ling No (architect, publisher ARCH+), Zafer Şenocak (author)

Mostar: Mirko Božić (poet, head oft he literary festival POLIGON), Senada Demirović-Habibija (architect), Marina Đapić (artist), Mili Đukić (poet), Arna Mačkić (architect), Senka Marić (author, publicist), Sabina Maslo (activist)

Nikosia: Meletis Apostolides (architect), Nora Nadjarian (author), Zeleia Gregoriou (author), Lefki Lambrou (Home for Cooperaton), Gurgenc Korkmazel (author), Hayriye Ruzgar (Home for Cooperaton), Neşe Yaşın (author)

Weitere Informationen unter: www.lcb.de

Der Arabische Frühling und die Literatur

Die arabische Literatur wurde von den Konflikten des Arabischen Frühlings heftig aufgewühlt: Schriftsteller*innen und Dichter*innen bekamen die Möglichkeit, neue Fragen zu formulieren, bislang unbekannte Themen zu bearbeiten und freier zu schreiben, gleichzeitig waren sie damit konfrontiert, ins Exil gehen zu müssen, Verantwortung als Vertreter*innen ihrer Kultur zu übernehmen und sich in ein neues kulturelles Umfeld einzufinden, ohne den Kontakt zur ursprünglichen Leserschaft zu verlieren.
Eingeladen sind die Autor*innen Ali Al Muqri (Jemen), Abdelaziz Baraka Sakin (Sudan), Omar Edlbi (Syrien), Nora Amin (Ägypten), Golan Haji (Syrien), Najwa Benshatwan (Libyen) und Inam Kachachi (Irak) zu einem arabisch-deutschen Abend mit Lesungen und Gespräch. Kuratiert und moderiert wird die Veranstaltung von Yasmine Merei, Feuchtwanger Fellow der Villa Aurora im Jahr 2015 und heute Fellow »Weltoffenes Berlin« im Literaturhaus Berlin.
Mit orientalischer Musik und syrischem Essen.

In arabischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung von Günther Orth

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. und Orschina e.V.

Sa 15.6.
18:00 Uhr
7 € / erm. 4 €

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-berlin.de

Bewerbungsaufruf!

Mit Lena Gorelik und Nadja Küchenmeister

Bewerbungsschluss: 18. August 2019

Das Schreibzimmer im Literaturhaus Frankfurt ist eine deutschlandweit einzigartige Schreibwerkstatt. Ab sofort können sich alle Jugendlichen bewerben, die gerne schreiben und von erfahrenen Schriftstellerinnen lernen wollen, worauf es beim Schreiben ankommt. Geleitet wird das Prosa-Schreibzimmer unter dem Titel »Mein anderes Ich« von der Autorin Lena Gorelik. Das Lyrik-Schreibzimmer mit der Dichterin Nadja Küchenmeister trägt den Titel »Als ich nach Hause kam«. Die Texte aus den Werkstätten erscheinen in der Schreibzimmer-Anthologie und werden in einer gemeinsamen Lesung am 26. Februar 2020 im Literaturhaus vorgestellt. Die Werkstätten finden am 09./10.11., 23./24.11. und 07./08.12.2019 statt.

Bis 18. August 2019 können sich alle von 14 bis 18 Jahren mit 3–5 Gedichten oder 1–3 Seiten Prosa per E-Mail unter vonlange@literaturhaus-frankfurt.de bewerben. Bitte Namen, Geburtsdatum, Post- und E-Mailadresse, Telefonnummern sowie die Schule in der E-Mail angeben.

Das Schreibzimmer 2019 wird ermöglicht durch die Ernst Max von Grunelius-Stiftung und die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung.

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-frankfurt.de

»Wetterleuchten« Sommermarkt der unabhängigen Verlage

Samstag 13.07.19 11 – 20 Uhr

Es schmeckt nach Orange! Der Liegestuhl steht bereit, die Markise ist ausgefahren und die Verlage haben auch in diesem Jahr ihre Stände bestückt mit den besten Sorten und überraschendsten Geschmacksrichtungen der aktuellen Literatursaison. Wir laden Sie herzlich ein ins Literaturhaus zum Wetterleuchten 2019, dem Sommermarkt der unabhängigen Verlage.

Kommen Sie vorbei, blättern Sie durch bezaubernde Bücher, hören und greifen Sie zu. Für Ihren Sommerlektüregeschmack, für Ihr »Buch am Stiel«, haben wir erneut ein ganztägiges Programm zusammengestellt mit über 40 aufregenden Verlagen aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum:

Aviva Verlag Berenberg Verlag Büchergilde Gutenberg CulturBooks Verlag Das Kulturelle Gedächtnis Der Diwan Hörbuchverlag Dieterich`sche Verlagsbuchhandlung Edition Fünf Edition Nautilus Edition Solitude Édition totale éclipse Elfenbein Verlag Elias Canetti Verlag Frankfurter Verlagsanstalt Griot Hörbuch Verlag Guggolz Verlag Headroom Hirzel Verlag Homunculus Verlag Kampa Verlag Klak Verlag Klöpfer, Narr Kommode Verlag Konkursbuch Verlag Lilienfeld Verlag Limmat Verlag Louisoder Verlag Luftschacht Mandelbaum Verlag Merlin Verlag Moloko Print Orlanda Verlag Parasitenpresse Peter Hammer Verlag Prima.Publikationen Reprodukt Rotpunktverlag Schöffling & Co. Septime Verlag Speak low Topalian & Milani Verlag Verlag Ulrich Keicher Verbrecher Verlag Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus Verlag Klaus Wagenbach Verlag Das Wunderhorn

Auf der Bühne wandern die Geschichten von Emlichheim aus durch ein Schweizer Tal, um das himmelhoch die Berge stehen, einmal quer über das revolutionäre Sizilien bis nach Prag zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Lernen Sie unbeachtete Pflanzen am Wegesrand kennen, prüfen Sie Ihr Geometriewissen oder lassen Sie sich einen exklusiven Paarzeiler schreiben. Der Tag wird frisch und fruchtig. Seien Sie dabei!

Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Péter Horváth-Stiftung, der Stadt Stuttgart, dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V. sowie der Berthold Leibinger Stiftung und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

Eintritt frei

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-stuttgart.de

Protest der Literaturhäuser:

Das Netzwerk der Literaturhäuser, bestehend aus 14 Literaturhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, protestiert vehement gegen die geplante Schließung bzw. organisatorische Auflösung des Georgian National Book Center (GNBC) in der gegenwärtigen Form. Das GNBC hat sich durch die Organisation des Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse 2018 sowie in
zahlreichen Kooperationen im deutschen Sprachraum als kompetente Partnerinstitution bewährt, das engagierte Team um Medea Metreveli hat die professionelle Vermittlung der georgischen Literatur wesentlich ermöglicht und ebenso kenntnisreich wie engagiert unterstützt. Eine Zerschlagung der erfolgreichen Struktur gefährdet nicht nur die Unabhängigkeit des GNBC, sondern auch die künftige Vermittlung der georgischen Gegenwartsliteratur in Europa.
Die Literaturhäuser behalten sich vor, bei Veranstaltungen auf die kritische Situation aufmerksam zu machen.

Geheimnisse. Licht und Schatten. Ein Erzählabend

Geheimnisse. Licht und Schatten
Ein Erzählabend mit Nataša Dragnić, Monika Helfer, Franz Hohler, Michael Köhlmeier, Root Leeb und Rafik Schami

Am Montag, den 20.5.2019 um 19.30 Uhr

Lust auf ein literarisches Abenteuer? Sechs Kurzgeschichten von sechs befreundeten Schriftstellern vereint der neue 6-Sterne-Band »Geheimnis« (ars vivendi, 2019), herausgegeben von Rafik Schami. Und alle sechs bekannten Autorinnen und Autoren – aus Österreich Monika Helfer und Michael Köhlmeier, aus Deutschland Root Leeb, Nataša Dragnić und Rafik Schami sowie Franz Hohler aus der Schweiz – treffen sich erstmals in Salzburg zu einem vergnüglich-poetischen Abend! Moderation: Tomas Friedmann.

Geheimnisse werden gehütet, gepflegt, und zärtlich gehegt – und sie sind der Stoff, aus dem die Literatur gemacht ist. Schriftsteller eignen sich Geheimnisse an und erschaffen dabei neue, nähern sich den Ambivalenzen, Unsicherheiten und Nuancen unseres Lebens, dem Dunklen und Zwielichtigen, dem Gefährdeten und Fragilen, mit denen das Geheimnis verwandt ist. Root Leeb, Monika Helfer, Franz Hohler, Michael Köhlmeier, Nataša Dragnić und Rafik Schami spüren in ihren Kurz­geschichten dem Geheimnis in all seinen Erscheinungsformen nach, erzählen kunstvoll und sensibel von Spannungsfeldern, die uns alle bewegen: von Öffentlichkeit und Intimität, von Macht und Ohnmacht, von Licht und Schatten.

Nataša Dragnić, geboren 1965 in Split, lebt als kroatisch-deutschsprachige Schriftstellerin und Fremdsprachendozentin in Erlangen. Ihr Debütroman »Jeden Tag, jede Stunde« (2011) wurde in gut 30 Ländern veröffentlicht. 2017 erschien der Roman »Einatmen, Ausatmen« der mehrfach prämierten Autorin.

Franz Hohler, geboren 1943 in Biel, ist einer der berühmtesten Schweizer Schriftsteller, Kabarettisten und Liedermacher. Für seine über 100 Bücher (Kinder und Erwachsene), Theaterstücke, Tonträger, Filme etc. wurde er vielfach ausgezeichnet. 2018 erschien u.a. der Gedichtband »Sommergelächter«.

Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Vorarlberg, ist eine viel beachtete Autorin von Prosa, Theaterstücken und Hörspielen. Sie erhielt über ein Dutzend Ehrungen z.B. 2011 für »Rosie und der Urgroßvater« den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. 2015 veröffentlichte sie den Roman »Die Welt der Unordnung«.

Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard, ist einer der produktivsten Schriftsteller Österreichs. Für seine über 70 Romane, Hörspiele, Drehbücher, Tonträger etc. erhielt der berühmte Erzähler und Musiker mehr als zwei Dutzend Auszeichnungen. 2017 erschien der Gedichtband »Ein Vorbild für die Tiere«.

Root Leeb, geboren 1955 in Würzburg, schreibt Romane, Erzählungen und Kinderbücher, arbeitet als Malerin und Illustratorin. Neben ihren eigenen Büchern gestaltet die ehemalige Straßenbahnfahrerin u.a. Werke ihres Mannes Rafik Schami. Zuletzt erschien ihr Buch »Don Quijotes Schwester« (2015).

Rafik Schami, geboren 1946 in Damaskus (Syrien), ist einer der meistgelesenen Schriftsteller Deutschlands. Der begnadete Erzähler hat mehr als 60 Bücher für Kinder und Erwachsene veröffentlicht und dafür über 30 Preise bekommen. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt »Das Geheimnis des Kalligraphen« (2008).

Veranstalter: Verein Literaturhaus, Schauspielhaus Salzburg

Eintritt: € 25 • Karten im Vorverkauf im Schauspielhaus, in der Rupertus Buchhandlung und im Literaturhaus

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-salzburg.at

Festival: Membrane. African Literatures and Ideas

Festival: Membrane. African Literatures and Ideas
Donnerstag 23.5. – Sonntag 26.5.

Eine Membran ist so zart wie unauffällig: eine dünne Haut, die durchlässig ist für Flüssigkeiten und Gase. Das Literaturhaus Stuttgart, das Institut français und die Akademie Schloss Solitude machen das Bild der Membran stark und laden zu einem viertägigen internationalen Literaturfestival ein: »Membrane: African Literatures and Ideas« bringt über 30 internationale Gäste mit dem Publikum in Stuttgart zusammen. Mit diesem Bild der Durchlässigkeit richtet sich der Scheinwerfer auf neue Literaturen; wir diskutieren und befragen den Begriff und den Raum Afrikas und möchten die vielfach verkrusteten Wahrnehmungen und Zuschreibungen im besten Sinne brüchig werden lassen. Wir setzen den Rahmen für Fragen an unsere Gegenwart wie Zukunft: Wie können wir unser lokales, regionales wie globales Zusammenleben gestalten und entwerfen – mit dem Wissen um eine gewaltförmige Geschichte der Unterdrückung, mit dem Blick zurück und einem Zutrauen in Zukunft?

Das Festivalprogramm setzt sich zusammen aus einer großen Tanzperformance »Planet Kigali« zur Eröffnung, aus Lesungen, Gesprächen, Interventionen, Vorträgen, kulinarischen Überraschungen und Durchquerungen, Publikationen auf der Online-Plattform Schlosspost, Ausstellungen, Performances und Konzerten und einem Gespräch in Bildern, einem deutsch-kamerunischen Comic-Briefwechsel. Mit dabei sind Taiye Selasi, Souleymane Bachir Diagne, Sharon Dodua Otoo, Mohamed Amjahid, Léonora Miano, Sulaiman Addonia und viele andere.

Wir schätzen uns glücklich, für die Kuration des Festivals die EOTO Geschäftsführerin und Kuratorin Nadja Ofuatey-Alazard, die kenianische Schriftstellerin und derzeitige Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, Yvonne Adhiambo Owuor, und den senegalesischen Ökonom und Schriftsteller Felwine Sarr, der mit seiner von Präsident Macron in Auftrag gegebenen Studie zur Restitution von Raubkunst derzeit international diskutiert wird, gewonnen zu haben.

Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung und dem Auswärtigem Amt
In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Das vollständige Programm entnehmen Sie bitte den ausliegenden Programmheften oder der Website www.literaturhaus-stuttgart.de

Philosophisches Café im Literaturhaus Hamburg

Philosophisches Café
Die großen Fragen des 21. Jahrhunderts
Zu Gast: Markus Gabriel

Zwanzig Jahre lang moderierte Reinhard Kahl das im Januar 1999 begründete Philosophische Café, das zu einer wahren Institution wurde. Diese Tradition gilt es, mit den neuen Moderatoren Barbara Bleisch und Wolfram Eilenberger fortzusetzen und zu beleben.

Gast ihres ersten, dieses Mal gemeinsamen Abends ist der Bonner Philosoph Markus Gabriel. Wie lauten die entscheidenden Fragen unserer Zeit? Und welche Antworten vermag die Philosophie auf sie anzubieten? Im Gespräch mit Markus Gabriel vermessen Barbara Bleisch und Wolfram Eilenberger den Raum des zeitgenössischen Denkens.

Wie steht es um die Fortschritte in der künstlichen Intelligenz? Welche Werte tragen unser globales Zusammenleben? Was unterscheidet Fakten von Fiktionen? Was die Welt von der Umwelt? Zu all diesen Fragen hat Markus Gabriel, als einer der vielseitigsten und sichtbarsten Denker unserer Gegenwart, eigenständige und höchst innovative philosophische Werke vorgelegt. Als Autor von internationalen Bestsellern wie »Warum es die Welt nicht gibt« sowie jüngst »Der Sinn des Denkens« (beide Ullstein) ist er wie kein Zweiter geeignet, zum Auftakt eines neuen Gesprächszyklus aufzuzeigen, wie es heute noch gelingen kann, die eigene »Zeit in Gedanken zu fassen«. Große Fragen also, die nach großen Antworten verlangen.

Moderation: Barbara Bleisch und Wolfram Eilenberger

Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-hamburg.de

Frühlingsfest im Salzburger Literaturhaus

Freitag, 12. April 2019, 19.30 Uhr

Frühlingsfest mit Lesungen, Gesprächen, Live-Musik & Südtiroler Buffet
Mit Massimo Carlotto, Eva Rossmann und Flouraschworz
25 Jahre folio Verlag

Zum Frühlingsbeginn wird immer ein österreichischer Verlag eingeladen, sein Programm literarisch-kulinarisch im Literaturhaus Salzburg zu präsentieren. 2019 spricht Folio-Verleger Ludwig Paulmichl mit Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann über die ersten 25 Jahre zwischen Bozen und Wien, danach gibt es moderierte Lesungen von Massimo Carlotto und Eva Rossmann sowie Musik von der Band Flouraschworz, die mit ihrem Projekt »Nuie Korrnrliadr« und anderer Musik auftritt. Außerdem: Buffet und Weine aus Südtirol!

Massimo Carlotto, einer der berühmtesten Krimiautoren Italiens, stellt seinen neuen Roman »Blues für sanfte Halunken und alte Huren« (2019) vor. Deutsche Lesung: Michael Kolnberger. Moderation und Übersetzung: Giorgio Simonetto.

Marco Buratti, der Alligator, und seine beiden Kumpane Max »das Gehirn« und Rossini, genannt der alte Gauner, jagen ihren ewigen Todfeind Giorgio Pellegrini. Doch dieser kollaboriert längst mit der Polizei als V-Mann. Da ermorden Killer dessen Frau und dessen Geliebte. Die machthungrige Dottoressa Marino vom Innenministerium spinnt ein unentwirrbares Netz von Intrigen und nötigt das skurrile Trio zu verdeckten Ermittlungen. Erst allmählich erkennen die drei die Falle, auf die sie zusteuern – und gehen aufs Ganze. Ein Noir der Spitzenklasse zeigt den schmalen Grat zwischen Verbrechen und Gesetz.

Massimo Carlotto, geboren 1956 in Padua, lebt auf Sardinien. Als Sympathisant der extremen Linken wurde er zu Unrecht wegen Mordes verurteilt, floh nach Paris und Mexiko, wurde ausgeliefert und inhaftiert. Nach Wiederaufnahme des Falles wurde er vom italienischen Präsidenten begnadigt und veröffentlichte seinen ersten Roman »Il fuggiasco« (1995). Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt; auf Deutsch erschienen über ein Dutzend Bände, z.B. »Arrivederci amore, ciao« (2007), »Der Flüchtling« (2010), »Tödlicher Staub« (2012) und zuletzt der Thriller »Der Tourist« (2017).

Eva Rossmann ist als engagierte Autorin für Kriminalromane und Sachbücher sowie als Radio- und TV-Moderatorin bekannt und beliebt. Sie präsentiert ihren jüngsten Mira-Valensky-Krimi »Im Netz«, in dem sich alles um Fake, Fakten und Freundschaft dreht.

Carlo Neuhaus importiert italienische Spezialitäten. Er ist ein Liebling der Medien, sozial engagiert. Nach Gerüchten über Schlepperei und Drogenhandel wird er in seiner Öko-Villa tot aufgefunden. Wurde er über die »sozialen Medien« in den Tod gehetzt? Warum ist sein IT-Experte verschwunden? Wien als Drehscheibe von Cyberlegionären. Von Rufmord über Propaganda bis zur Staatskrise – wer zahlt, dem wird geliefert. Die Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner auf der Suche nach der Realität – ein spannender Roman zu Datenklau und Cyberwar.

Eva Rossmann, geboren 1962 in Graz; lebt im Weinviertel. Sie ist Verfassungsjuristin, politische Journalistin, Köchin, Drehbuchautorin, TV- und Radio-Moderatorin. Seit 1994 freie Autorin und Publizistin, u.a. für das Gastromagazin »A la Carte«. Für ihr frauenpolitisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur »Kommunikatorin des Jahres« gewählt. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und 2009 zum Österreichischen Buchliebling in der Kategorie Krimi & Thriller gewählt. Rossmann veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und Kriminalromane zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.

Musik: Hannes Ortler, Michael Reissner, Franco Micheli und Heinrich Stecher

Veranstalter: Verein Literaturhaus, folio Verlag, Società Dante Alighieri Salzburg

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-salzburg.at

»Eurovision Poetry«

Dichten bedeutet, sich einzumischen. Die Lyrik, die heute in Europa geschrieben wird, ist ein vielstimmiger und internationaler Einspruch in eine politische und gesellschaftliche Renationalisierung. Im Hinblick auf die Europawahlen im Mai kuratiert der Autor Max Czollek eine dreiteilige Reihe mit europäischen Lyriker*innen. Ihr Schreiben ist Teil der Suche nach einer Sprache für »Europa«, das dabei sowohl als Chiffre für eine konkrete Utopie wie auch als politische Realität für eine derzeit viel kritisierte Situation stehen kann. Ein Labor der radikalen gesellschaftlichen Vielfalt, die schon heute Realität in Europa ist.

Zur Auftaktveranstaltung am 2. April kamen zwei Autorinnen zusammen – die iranisch-schwedische Lyrikerin Athena Farrokhzad, die in ihrem »Brief an Europa« ausdrücklich mit der europäischen Gegenwart abgerechnet hat, und die belgische Dichterin Charlotte Van den Broeck, die 2016 die Buchmesse Frankfurt für das Gastland Flandern mit eröffnete.

Weitere Termine:
20.5.2019, 19.30 Uhr Dean Atta (Großbritannien) und Miruna Vlada (Rumänien), mit anschließendem Konzert von L.ME.RA;
4.6.2019, 19:30 Uhr Iryna Tsylik (Ukraine) und Efe Duyan (Türkei)

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-berlin.de

High Voltage Frühjahrslesetage

Gemeinsam mit Stromnetz Hamburg veranstaltet das Literaturhaus Hamburg im Frühjahr 2019 zum dritten Mal die Hamburger Frühjahrslesetage High Voltage. Die diesjährigen Lesetage starten am 10. April 2019 und bieten Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm an verschiedenen Veranstaltungsorten der Stadt.

Unter anderen werden Marion Brasch, Ian Kershaw, Aeneas Rooch und Doris Knecht ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Das gesamte Programm finden Sie hier: www.stromnetz.hamburg.de

Wiesbadener KrimiMärz 2019

Der Wiesbadener KrimiMärz 2019 findet vom 7. bis 31. März mit dem Schwerpunktthema »Organisierte Kriminalität – Im Netz« – statt.

In der Auftaktveranstaltung am 7. März wird Zoë Beck ihr Buch »Die Lieferantin« vorstellen.
Zoë Beck erhält in diesem Jahr das Krimistipendium der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Autorin, Verlegerin und Übersetzerin wird vier Wochen lang in Wiesbaden leben und arbeiten, einen von ihrem Aufenthalt inspirierten Kurzkrimi schreiben und in der Jury des Deutschen FernsehKrimi-Festivals mitwirken.

Weitere Autorinnen und Autoren in Wiesbaden werden Volker Kutscher, Oliver Bottini, Simone Buchholz und Petra Reski sein.

Das gesamte Programm finden Sie hier: www.wiesbaden.de

»Sprechende Bilder«

Die 8. Hamburger Graphic Novel Tage bringen mit jeweils zwei Gästen aus Frankreich und Amerika Repräsentanten der großen Comickulturen ins Gespräch mit deutschen Künstlern.

Zum Auftakt treffen sich zwei Virtuosen der Form mit Lust am grafischen Spiel: Jochen Gerner aus Nancy hat in Frankreich Furore gemacht mit seinen Grenzgängen zwischen Comic und Kunst, bei denen er Erzählweisen und Theorie zum Gegenstand seiner Geschichten macht. Henning Wagenbreth aus Berlin, einer der profiliertesten deutschen Hochschullehrer für Grafikdesign, sucht sich für seine Comics ungewöhnliche literarische und alltägliche Anregungen, die er in am expressionistischen Holzschnitt orientiertem Stil zeichnet.

Am zweiten Abend kommt Nora Krug aus New York. Die gebürtige Karlsruherin ist gerade weltweit mit ihrem Buch »Heimat« erfolgreich, in dem sie das Verhalten ihrer Familie im »Dritten Reich« und das eigene Verhältnis zur deutschen Geschichte ergründet. Mit Hamed Eshrat aus Berlin trifft sie auf einen Kollegen, der sowohl einen virtuosen autobiografischen Comic (»Venustransit«) als auch jüngst eine Geschichte über Widerstand gegen den NS-Staat (»Nieder mit Hitler«) gezeichnet hat.

Danach reist aus Paris die Zeichnerin Catherine Meurisse an, eine der Überlebenden der früheren Redaktion von »Charlie Hebdo«. Nach dem atemraubenden Erinnerungsband »Die Leichtigkeit « erzählt das neue Buch »Weites Land« von der Wichtigkeit der Landschaft für ihr Leben und ihre Kunst. Mikael Ross aus Berlin ist für sein jüngstes Album »Der Umfall« ebenfalls aufs Land gegangen: in ein großes Projekt für betreutes Wohnen und Arbeiten, das Behinderte und Nichtbehinderte zusammenleben lässt. Entstanden ist daraus einer der schönsten und witzigsten deutschen Comics.

Den Abschluss machen Jason Lutes aus Vermont und Arne Jysch aus Berlin, verstärkt an diesem Abend durch den deutschen Erfolgsautor Volker Kutscher, den mit beiden Zeichnern seine Begeisterung für die Weimarer Republik verbindet. Für Jason Lutes’ nach zwei Jahrzehnten Arbeit nun abgeschlossenen Zyklus »Berlin« hat er das Vorwort zur deutschen Ausgabe geschrieben, für Arne Jyschs »Der nasse Fisch« lieferte Kutscher mit dem Auftaktband zu seiner Gereon-Rath-Krimireihe die Vorlage.

Weitere Informationen und Tickets unter Literaturhaus Hamburg.

»Pavel Kohout – Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel«

Anhand von Zeitzeugnissen wie Briefen, Fotografien, Zeitungen, Originalbüchern und anderen Dokumenten erzählt die Ausstellung, wie die Politik das persönliche Schicksal des tschechisch-österreichischen Schriftstellers Pavel Kohout bestimmte: Seine Wandlung vom überzeugten Kommunisten zum freiheitsliebenden Demokraten – das Schicksal Tausender in Osteuropa. Als einer der Hauptunterzeichner der Charta 77 wurde der Prager Frühling für Kohout zum Wendepunkt. – Vorher meistgespielter Stückeschreiber der ČSSR und treues KP-Mitglied, nachher führender Dissident, der Partei und des Landes verwiesen, seine Stücke verboten. Sein Leben – eine Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit, nachzulesen auch in seinem jüngsten Buch »Aus den Tagebüchern eines Europäers« (Osburg Verlag, März 2019).

Ausstellungseröffnung am Dienstag, den 19. März 2019 um 19.30 Uhr
»Pavel Kohout – Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel«
Pavel Kohout und Tereza Boučková in Lesung und Gespräch mit Marko Martin

Die Laudatio hält Tomáš Kubíček, Projektleiter des Tschechischen Gastlandauftritts auf der Leipziger Buchmesse 2019 und Direktor der Mährischen Landesbibliothek in Brünn.

Tereza Boučková, 1957 in Prag als Tochter von Pavel Kohout und seiner zweiten Frau Anna Kohoutová geboren, ist Roman-und Drehbuchautorin, Dramatikerin und Kolumnistin. Zu Zeiten des Kommunismus arbeitete sie als Putzfrau. Sie unterzeichnete die Charta 77 und vor drei Jahren wurde ihr der Status »Teilnehmerin des antikommunistischen Widerstands« zuerkannt.Ihr bekanntester Roman »Rok kohouta« (»Das Jahr des Hahns«, Karl Rauch Verlag) erschien u.a. in Ungarn, Ägypten, Kroatien, Spanien, Slowenien und Polen. In Tschechien wurde es zum Bestseller, löste leidenschaftliche Diskussionen aus. In Deutschland gilt es nun, das Buch und die Autorin (neu) zu entdecken.

Eintritt frei

Veranstaltung des Jungen Literaturhauses Leipzig e.V. und der Mährischen Landesbibliothek im Rahmen des Tschechischen Gastlandauftritts auf der Leipziger Buchmesse. Das Projekt »Hoffnung aus der Skepsis« wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Ausstellung des Literaturhauses und der Mährischen Landesbibliothek

Öffnungszeiten bis zum 24. April:
Geöffnet Mo–Do von 9.00–17.00 Uhr, Fr von 9.00–15.00 Uhr und zu den Veranstaltungen

Weitere Informationen unter: Literaturhaus Leipzig

»Tage argentinischer Literatur«

Nach den Tagen arabischer, russischer und indischer Literatur lädt das Literaturhaus 2019 zu den »Tagen argentinischer Literatur« ein. Im Fokus des Festivals stehen verschiedene Ausprägungen der erzählerischen Form – zwischen politischem Engagement und ästhetischem Experiment, zwischen Wort und Bild, zwischen Heimat und Fremde. Das Schreiben in Argentinien ist eng verflochten mit den gesellschaftlichen Entwicklungen; die Aufarbeitung der Militärdiktatur oder die Präsenz des Politischen im Privaten prägen das Werk vieler zeitgenössischer Autorinnen und Autoren. In Romanen und Essays, literarischen Reportagen und Kriminalstories verbinden sich Fakten und Fiktion, Fantasie und Dokumentation. Auch die Erfahrungen von Migration, Exil und Diaspora sind Thema vieler Geschichten. Eine reiche Comic-Literatur geht neue erzählerische Wege, und die vielsprachige Einwandererstadt Buenos Aires ist seit jeher ein Zentrum des literarischen Übersetzens. Wir haben Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen, Verleger und Journalistinnen eingeladen, uns ihre Bücher vorzustellen und aktuelle Fragen des kulturellen Lebens in Argentinien aufzugreifen.

Lesungen, Diskussionen, Performances, Workshop: Mit Selva Almada, Lola Arias, María Cecilia Barbetta, Sacha Batthyany, Martín Caparrós, Mateo Cardona, Washington Cucurto, Ariel Dilon, Camila Fadda Gacitúa, Iván García López, Eleonora González Capria, Leila Guerriero, Silke Kleemann, María Luque, Ariel Magnus, Alan Pauls, Claudia Piñeiro, Beatriz Sarlo, Samanta Schweblin u.a.

Das Programm wurde kuratiert von Isabelle Vonlanthen, Literaturhaus Zürich.

Büchertisch: Librería El Cóndor, Buchhandlung im Volkshaus.

In Kooperation mit und dank Unterstützung von:
Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Avina Stiftung, Albert Huber-Stiftung, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Übersetzerhaus Looren, Romanisches Seminar der Universität Zürich und SNF-Forschungsprojekt «Contested Amnesia and Dissonant Narratives in the Global South», Zeitschrift «Reportagen», Kino Xenix, Internationales Comic-Festival Fumetto, Internationales Literaturfestival Buenos Aires FILBA, Argentinische Botschaft in der Schweiz.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus.ch

»3 Zimmer, Küche, Bad«

»3 Zimmer, Küche, Bad«
Themenwoche – Wohnen in Berlin

Wenn sich Mietpreisbremse und Milieuschutz als Tiger mit Zahnschmerzen erweisen und die Ateliersuche zum Fulltime-Job für Künstler*innen wird, lohnt sich die Frage nach der aktuellen Arbeitssituation Berliner Schriftsteller*innen. In der Themenwoche »Wohnen in Berlin« stellen wir Fragen nach Leben und Arbeiten in unserer Stadt.

Den Auftakt machen Sarah Schmidt und Katharina Greve mit ihrem Programm »3 Zimmer, Küche, Bad«, das in ungewöhnlicher Verbindung von Comic und Roman neue Blickwinkel auf Literatur schafft. Als Crossover-Abend aus geschriebener und gezeichneter Erzählung setzen sich die beiden charmant, komisch, tragisch und erhellend mit einer der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit auseinander: Wie wollen wir zusammenleben? Sarah Schmidt liest aus in ihrem Roman »Eine Tonne für Frau Scholz«, der von den Bewohnern eines Altbaus in Berlin erzählt. Katharina Greve beamt ihren Comic »Das Hochhaus – 102 Etagen Leben« auf die Leinwand und leiht den Figuren ihre Stimme.

Sarah Schmidt »Eine Tonne für Frau Scholz« Verbrecher Verlag, 2017
Katharina Greve »Das Hochhaus« avant-verlag, 2017

Dienstag 12. Februar 2019, 19:30 Uhr

Nächster Termin:
»A Room of One’s Own«

Zur Arbeitssituation von Schriftsteller*innen in Berlin

Wenn sich Mietpreisbremse und Milieuschutz als Tiger mit Zahnschmerzen erweisen und die Ateliersuche zum Fulltime-Job für Künstler*innen wird, lohnt sich die Frage nachder aktuellen Arbeitssituation Berliner Schriftsteller*innen.
In der Themenwoche »Wohnen in Berlin« stellen wir Fragen nach Leben und Arbeiten in unserer Stadt. • Auch wenn wir uns nicht sicher sein können, ob Virginia Woolf die Arbeitssituation von Berliner Schriftsteller*innen 2019 im Blick hatte als sie vor 90 Jahren ihren Essay »A Room of One’s Own« veröffentlichte, bietet uns dieser bahnbrechende Text die Chance, gemeinsam mit
Schriftsteller*innen über die aktuelle Wohn- und Arbeitssituation in Berlin zu diskutieren. Was bedeutet es, wenn man für das eigene Schreiben eben nicht über diesen »room of one’s own« verfügt, sich diesen nicht, oder nicht mehr leisten kann? Welche Räume braucht es um schreiben zu können? Was kann und muss in Berlin passieren, um ein weniger prekäres Arbeitsumfeld für Autor*innen zu schaffen?
Es diskutieren mit der Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Katharina Teutsch der Berliner Schriftsteller Jan Peter Bremer und die Lyrikerin und Verlegerin Daniela Seel.

Donnerstag, 14. Februar, 19:30 Uhr

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-berlin.de

Jim Avignon: »A Pocketful of Rainbows«

Die Witwe eines Waffenfabrikanten, die sich vor den Geistern der durch seine Waffen Getöteten fürchtete; ein Pop-Star, der Autos verschenkte und auf Fernseher schoss, und ein Mann, der seine Schuhe immer nur einen Tag trug – das sind die »Heldinnen und Helden« einer neuen Porträt-Serie, die ab Februar im Literaturhaus Stuttgart zu sehen sind. Gemalt hat diese Bilder Jim Avignon, aufgewachsen in Karlsruhe, in Berlin lebend, weltweit aktiv. Gezeigt werden mehr als 20 Bilder in seinem Stil: feiner Strich auf Alltagsmaterial wie Papier. Porträtiert hat der Künstler Exzentrikerinnen und Exzentriker aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter Gertrude Stein und Oscar Wilde, Howard Hughes und Sarah Bernhardt, aber auch Pop-Größen wie Andy Warhol und Grace Jones. Jim Avignon betritt damit Neuland: Erstmals kommentiert er nicht ironisch den Geist unserer Zeit, sondern außergewöhnliche »Geister der Geschichte«. Und auch das Literaturhaus Stuttgart feiert eine Premiere: Erstmals sind die Bilder des Berliners Multi-Talents in einer Bücher-Institution zu sehen. Zur Vernissage liest Elke Twisselmann ausgewählte Texte der portraitierten Köpfe.

Die Ausstellung ist vor und nach den Abendveranstaltungen sowie nach telefonischer Anmeldung (Fon 0711 / 22 02 17 3) zu sehen.

Ausstellungszeitraum: Freitag 22.02.19 bis Donnerstag 18.04.19

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-stuttgart.de

Freitag 22.2. 19.30 Uhr
A Pocketful of Rainbows
Jim Avignon
Lesung: Elke Twisselmann
Ausstellung 22.2. – 18.4.2019

Die Witwe eines Waffenfabrikanten, die sich vor den Geistern der durch seine Waffen Getöteten fürchtete; ein Pop-Star, der Autos verschenkte und auf Fernseher schoss, und ein Mann, der seine Schuhe immer nur einen Tag trug – das sind die “Heldinnen und Helden” einer neuen Porträt-Serie, die ab Februar im Literaturhaus Stuttgart zu sehen sind. Gemalt hat diese Bilder Jim Avignon, aufgewachsen in Karlsruhe, in Berlin lebend, weltweit aktiv. Gezeigt werden mehr als 20 Bilder in seinem Stil: feiner Strich auf Alltagsmaterial wie Papier. Porträtiert hat der Künstler Exzentrikerinnen und Exzentriker aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter Gertrude Stein und Oscar Wilde, Howard Hughes und Sarah Bernhardt, aber auch Pop-Größen wie Andy Warhol und Grace Jones. Jim Avignon betritt damit Neuland: Erstmals kommentiert er nicht ironisch den Geist unserer Zeit, sondern außergewöhnliche “Geister der Geschichte”. Und auch das Literaturhaus Stuttgart feiert eine Premiere: Erstmals sind die Bilder des Berliners Multi-Talents in einer Bücher-Institution zu sehen. Zur Vernissage liest Elke Twisselmann ausgewählte Texte der portraitierten Köpfe.

Kulturelle Bildung: WÖRTERMEER – Literatur erleben

Kulturelle Bildung: WÖRTERMEER – Literatur erleben

Für Schülerinnen und Schüler aller weiterführender Schulen
Bewerbungsschluss: 13.01.19
Eintritt frei

Wie erzählt man eine Geschichte im Comic? Schon mal etwas Eigenes geschrieben? Oder einen Text übersetzt? Was ist ein Poetry Slam? Wie geht Philosophieren? Und was macht eigentlich ein Autor?

Mit WÖRTERMEER tauchen Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und der Region in die Welt der Literatur ein. Sie erleben den Umgang mit Sprache und kommen in direkten Austausch mit Autoren, Künstlern und Journalisten: Mit Comic-Autor Ferdinand Lutz, Literaturübersetzer Tobias Schnettler, Lyriker Arne Rautenberg, Poetry Slammer Dalibor Marković, Philosophin Ina Schmidt sowie den Journalistinnen und Autorinnen Doris Akrap, Kathrin Weßling und Julya Rabinowich. Interesse? Dann schreiben Sie bitte bis zum 13.01. an woertermeer@literaturhaus-frankfurt.de mit folgenden Angaben: Schule, Motivation, Klassengröße, Alter. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Details finden Sie unter www.literaturhaus-frankfurt.de

WÖRTERMEER wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main gefördert.

I am not! – continued. Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West

3.-6.12.

Die vom Verein »Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V.« organisierte Tagung »Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West« bringt Aktivist*innen und Forscher*innen zum Feminismus in Osteuropa in Dialog mit Autor*innen und Literaturwissenschaftler*innen, die zur Literatur deutschsprachiger Schriftstellerinnen osteuropäischer Herkunft forschen. Schwerpunkt der Diskussion ist die Auseinandersetzung mit Formen von Widerstand, Wut, Gewalt aber auch Begeisterung in sozialen Bewegungen wie in literarischen Texten, auf individueller wie kollektiver Ebene. Welche Impulse können von feministischen Bewegungen in Osteuropa ausgehen, jenseits der anglo-amerikanisch geprägten #MeToo-Debatte, und wie positionieren sich Autor*innen feministisch, fragt die Tagung in Vorträgen, Lesungen und Gesprächen. Die Tagung ist öffentlich und die Teilnahme an den Tagesveranstaltungen ist frei. Karten für die Abendveranstaltungen sind über das Literaturhaus und an vielen Vorverkaufsstellen zu beziehen.

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen »Qualitätsoffensive Lehrerbildung« von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Vollständiges Tagungsprogramm: www.fridelev.de.

Anmeldung: annette.buehler-dietrich@ilw.uni-stuttgart.de

»Blåvand« von Thomas Pletzinger und Tim Dinter

10. Dezember 2018 – 20. März 2019

Erstmalig geht der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung an ein Autoren- und Zeichnerteam: Thomas Pletzinger und Tim Dinter. Erste Einblicke in die entstehende Arbeit »Blåvand« eröffnet die gleichnamige Ausstellung, die bis zum 20. März 2019 im LCB zu sehen sein wird.

»Dass sich ein renommierter Schriftsteller und ein Zeichner zusammentun, ist in der deutschsprachigen Comicszene immer noch ungewöhnlich. Wenn dabei ein derart spannendes Projekt über das ebenso brisante wie selten behandelte Thema Entwicklungshilfe entsteht, hervorragend recherchiert, erzählt und gezeichnet, dann verspricht das ein Glücksfall für den deutschsprachigen Comic zu werden«, begründet Thomas von Steinaecker die Entscheidung der Jury.

Thomas Pletzinger wurde 1975 in Münster geboren, studierte Amerikanistik in Hamburg sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als freier Autor, Journalist, Dozent und Übersetzer. In Kürze erscheint seine Reportage in Buchform über den Basketballspieler Dirk Nowitzki.

Tim Dinter, 1971 in Hamburg geboren, zeichnete regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Tagesspiegel. Zu seinen Publikationen gehören u. a. »Cargo« (avant Verlag) und »Alte Frauen« (Zwerchfell-Verlag); zuletzt erschien seine Bearbeitung von Sven Regeners Roman »Herr Lehmann« (Eichborn Verlag).

Vor und nach den Abendveranstaltungen bzw. mit Voranmeldung (unter 030-8169960) ist die Ausstellung im LCB bis zum 20. März 2019 zu sehen.

Weitere Informationen unter www.lcb.de

10. Krimifest

Programm:

Donnerstag, 8. November, 19 Uhr

Bernhard Aichner „Bösland. Thriller“ | Friedrich Ani „Der Narr und seine Maschine: Ein Fall für Tabor Süden“ | Candice Fox „Redemption Point. Thriller“ | Eva Rossmann „Im Netz: Ein Mira-Valensky-Krimi“

17 Uhr: Stummfilm “The Lodger” von Alfred Hitchcock

Freitag, 9. November, 19 Uhr

Oliver Bottini „Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens“ | Katrine Engberg „Krokodilwächter: Ein Kopenhagen-Thriller“ | Anna-Elisabeth Mayer „Am Himmel“ | Jan-Costin Wagner „Sakari lernt, durch Wände zu gehen: Ein Kimmo-Joentaa-Roman“

17 Uhr: Hitchcocks erster Tonfilm: “Blackmail

Samstag, 10. November, 19 Uhr

Manfred Baumann „Todesfontäne“ | Tatjana Kruse „Meerjungfrauen morden besser. Die K&K-Schwestern ermitteln“ | Patricia Melo „Trügerisches Licht“ | Rainer Nikowitz „Altenteil. Suchanek ermittelt“

17 Uhr: Filmkomödie “Number Seventeen” von Alfred Hitchcock

Moderation: Peter Arp, Manfred Baumann, Cay Bubendorfer, Karin Buttenhauser,
Bernhard Flieher, Tomas Friedmann, Sarah Herbe (mit Übersetzung aus dem Englischen),
Barbara Mesquita (mit Übersetzung aus dem Portugiesischen), Ulrich Sonnenberg
(mit Übersetzung aus dem Dänischen) und Christina Sonntag

Deutsche Lesung: Antony Connor (Fox), Ulrich Sonnenberg (Engberg) und Christiane Warnecke (Melo)

Musik: DJ Kollektiv Tanzbar
Idee & Konzept: Tomas Friedmann
Büchertisch: Rupertus Buchhandlung

KARTEN IM VORVERKAUF: Literaturhaus-Büro, Rupertus Buchhandlung sowie ONLINE
Eintritt: € 14/12/10 (pro Abend), Festival-Pass: € 36/30/25 (Filme frei)

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-salzburg.at

A Madame Nielsen Evening

Lesung und Gespräch mit Sabin Țambrea und Julia Encke,
Nielsen Werkschau und Konzert »The Nielsen Sisters«

» There is nothing to come out. Wenn ich jetzt eine Frau küsse, habe ich dann ein Coming-out als lesbische Frau? Ich mag es, wenn ich etwas machen kann, wo dieser Ausnahmezustand entsteht, wo man nicht weiß, was hier los ist.«
Madame Nielsen

Die dänische Ausnahmekünstler*in, Autor*in, Performer*in, Musiker*in, Publizist*in und Regisseur*in Madame Nielsen übernimmt für einen Abend und eine Nacht das Literaturhaus Berlin – mit Lesung, Ausstellung, Gespräch und Konzert.

Helge Bille Nielsen wird zu Claus Beck Nielsen wird
zu Nielsen wird zu Madame Nielsen. Nielsens dauerhafte
Identitätstransgression, ihr spielerischer Umgang mit
Geschlechterrollen und Selbst- bzw. Fremdwahrnehmung
verwischt binär gewohnte Strukturen, verstört und beeindruckt und macht Nielsen zu einer der kontroversesten, faszinierendsten und vielfältigsten Künstler*innen unserer Zeit. Im New York der 1990er Jahre war Nielsen Mitglied der berühmten Performance-Gruppe »The Wooster Group« um Willem Dafoe, importierte die Idee der Demokratie in den Nahen Osten, wurde begraben, lebte ohne Papiere auf den Straßen Kopenhagens und gründete die Band »The Nielsen Sisters«. Seit 2013 schreibt sie, als schillernde Ikone der skandinavischen Kunst- und Literaturszene, Romane. Sie war mehrfach für den renommierten Nordic Council Literature Prize nominiert und ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet. Madame Nielsen ist Reumert Preisträgerin für beste Dramaturgie und in 2019 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Ihr gefeierter Roman »Der endlose Sommer« erschien 2018 auf Deutsch.

18:30 Uhr Einlass und Ausstellungsrundgang
19:30 Uhr Lesung und Gespräch
21:00 Uhr Konzert »The Nielsen Sisters«

Deutsche Stimme: Sabin Țambrea
Moderation: Julia Encke
Musik: The Nielsen Sisters
Eingerichtet von: Ricarda Ciontos

Gefördert vom Danish Arts Council und der Dänischen Botschaft aus Mitteln des Dänischen Internationalen Kulturpanels für den Schwerpunkt Deutschland 2018–2020 und dem Verlag Kiepenheuer & Witsch

Eine Veranstaltung in Kooperation mit NORDWIND

Fr 16.11.
18:30 Uhr
10 € / erm. 8 €

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-berlin.de

#WIRMACHENBUECHER Feier Abend Bier Empfang

Donnerstag 11.10.18 / 21.00 – 01.00 h / Eintritt frei

Mit Jörg Bong, Torsten Casimir, Axel von Ernst, Stephanie Krawehl, Jo Lendle, Rainer Moritz u.a.

Auch das Netzwerk der Literaturhäuser wird mit einem Stand vor Ort sein.

Das Literaturhaus Frankfurt wird zur Empfangs-, Sender- und Prosit-Zone. Das Literaturhaus öffnet sich am Messedonnerstag für alle Büchermacher, Autoren, Verlage, Kritiker, Buchhändler, Übersetzer, Illustratoren, Agenten und Leser. #WIRMACHENBUECHER macht das Licht an. Die Einladung zum Mitmach-Empfang lautet: Werde selbst Gastgeber unter Gastgebern. Schneeballsystem trifft Garagenparty trifft Neoklassizismus.

Eine Branche ist im Wandel. Und Wandel ist lebendig. Deswegen kommen im Literaturhaus Groß und Klein, Kollegen und Freunde, Kunden und Geschäftspartner zueinander. Alles, was es dafür braucht, sind Empfangsstände. Und die gibt es im Literaturhaus, mobil und gebaut aus Bierkiste, Besenstiel und Banner, das Starter-Set ab 50 Euro, für alle, die Gastgeber sein wollen. Der Abend des Messedonnerstags wird eine fröhliche Rückbesinnung auf die Anfänge, die viele zur Literatur brachten: aus geringsten Mitteln frappante Erkenntnisse und unendlicher Spaß. Wir versprechen Bier und Wissen, viele Gespräche und dreiminütige Reden auf das Buch unter anderem von Jörg Bong, Torsten Casimir, Axel von Ernst, Stephanie Krawehl, Jo Lendle und Rainer Moritz sowie eine Postkarte von Felicitas von Lovenberg. Ansonsten gilt: Wippen und Nippen.

#WIRMACHENBUECHER ist ein Pop-up-Empfang des Literaturhaus Frankfurt für die Branche und alle anderen Buchliebhaber. Der Eintritt ist frei.

Details zur Anmeldung des »mobilen Empfangsstands« bis 07.10.2018 unter:
https://literaturhaus-frankfurt.de

»I am not« – Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Über die Rede vom »Back-Lash« in unserer Gesellschaft, der Rückorientierung an traditionellen Frauen- und Männerbildern, legte sich vor einigen Monaten die Harvey-Weinstein-Affäre und die anschließende Bewegung unter dem Hashtag #MeToo. Sie machte sexuelle Übergriffe und sexuellen Machtmissbrauch, aber auch allgemeinere Fragen zum Verhältnis der Geschlechter quasi weltweit zum Thema. Dieses durch viele Kontinuitäten und Brüche gekennzeichnete Verhältnis der Geschlechter stellt das Literaturhaus Stuttgart in seiner Veranstaltungsreihe »I am not« zur Diskussion. Statt wieder neu danach zu fragen, wie wir unsere Identität definieren, nähern wir uns über die reich gefüllten Vorratskammern des Nicht-seins oder Nicht-sein-Wollens und versuchen, lederne Identitätshäute und geschlechterbezogene traditionelle Zuschreibungen (wieder) durchlässiger zu machen. In diesen Kammern des Nicht-seins von Mann und Frau lagern Begriffsteams wie Arbeit und Familie; Kreativität, Leistung und Geschlecht; Sexualität und Körper; Politik und Gefühl – und andere. Wir greifen zu und fragen danach, was wir auf den kleinen Bühnen des Alltags ebenso wie auf den großen Bühnen der Welt aufzugeben drohen, worum es sich zu kämpfen, zu streiten lohnt und wie das Nicht-Sein-Wollen zum Glänzen gebracht werden kann. Und hier schlägt die Literatur, Geschichte und Philosophie ihre Widerhaken ein. Denn die Künste, allen voran die Literatur hat die Kraft für Widerspenstigkeiten.

Dienstag 08.05.18 \ 20.00 Uhr
SCHAM Ute Frevert und Rahel Jaeggi
Moderation: Katharina Raabe

Montag, 18.6.2018 \ 20.00 Uhr
BLUTSBANDE Christina von Braun und Antje Rávic Strubel

Montag, 02.07.18 \ 20.00 Uhr
MANSPLAINING Rebecca Solnit
Moderation: Annette Bühler-Dietrich

Freitag, 05.10.18 \ 19.30 Uhr
WHO CARES? SCHREIBENDE ZWISCHEN KREATIVITÄT UND ELTERNSCHAFT Antonia Baum, Ralf Bönt und Anke Stelling>
Moderation: Carolin Callies

Dienstag, 16.10.18 \ 19.30 Uhr
DAS WEIBLICHE PRINZIP Meg Wolitzer

Donnerstag, 18.10.18 \ 19.30 Uhr
WIR HATTEN GROSSES VOR Lydia Daher und Daniel Schröteler
kurze Pause
20.30 Uhr
LEISTUNGSCHECK Miriam Meckel und Nina Verheyen
Moderation: Insa Wilke

Gefördert im Rahmen des Literatursommers 2018 – eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung, in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, FrideL und der Abteilung Neuere deutsche Literatur der Universität Stuttgart

Weitere Informationen unter: www.literaturhaus-stuttgart.de

»Falsches Rot« Frank Witzel, Ulf Stolterfoht und Dieter M. Gräf

Ausstellung vom 24.10.2018 – 31.01.2019
Eröffnung am Mittwoch 24.10. 19.30 Uhr

»Meine Mutter schickt mich runter in mein Zimmer. Da steht immer noch meine Ritterburg. Andreas Baader, mein wertvollster Ritter, ist gerade dabei, die Zugbrücke anzusägen, und Gudrun Ensslin stößt einen von den weißen Rittern in den Burggraben. Gudrun Ensslin ist eine Indianersquaw aus braunem Plastik. Ich habe sie mal in einer Wundertüte gewonnen, wo sie zwischen Puffreis lag.« Frank Witzel

Die Ausstellung »Falsches Rot« arbeitet mit Überraschungen einer Wundertüte und der Genauigkeit und Tiefe dreier herausragender zeitgenössischer Lyriker und Autoren, die danach fragen, was heute noch links sein heißt. 50 Jahre nach 68 hat das Literaturhaus Stuttgart den Buchpreisträger, Schriftsteller und Lyriker Frank Witzel, den Lyriker, Verleger und gebürtigen Stuttgarter Ulf Stolterfoht und den Lyriker und Fotograf Dieter M. Gräf eingeladen, diese Frage in einer gemeinsam für das Literaturhaus kuratierten Ausstellung zu bearbeiten. Der Titel »Falsches Rot« ist dem Gedichtband von Dieter M. Gräf entlehnt und spielt auf die falschen Versprechen der Linken an – »richtiges Rot« dabei mitdenkend. Konkret verarbeiten die drei Lyriker z.B. die bei weitem nicht klassenlosen Gesellschaften in West- und Ostdeutschland, die zugleich entstehenden Inseln von Freiheit und Aufbruch der 60er und 70er Jahre, die Kämpfe und Gewalteskapaden der RAF und ihr eigenes Kapitel in Stuttgart/Stammheim sowie die Spiegelungen der Zeit in der Öffentlichkeit, die formatierten und zugleich freischwimmenden Kindheiten der 60er und 70er Jahre und nicht zuletzt die lauten und leisen Hin- und Herbewegungen zwischen Ausbruch, Identifikation und Abgrenzung in der politischen Orientierung. Was bleibt, ist die Frage: was bleibt?

Gefördert vom Innovationsfonds des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-stuttgart.de

»SATELLITEN«

Lyrik funkt! Zum zweiten Mal verkuppelt das interdisziplinäre Lyrikfestival »Satelliten« Dichter*innen und Künstler*innen. Acht Koproduktionen erkunden den Raum zwischen Poesie und Performance, Text und Tanz, Sprache und Klang. Das Orangerie-Theater im Volksgarten wird für zwei Tage zum Zentrum des lyrischen Sonnensystems, dessen Spiralarme sich in andere spannende Orte der Kölner Südstadt erstrecken: Tagsüber intervenieren die Poet*innen im Stadtraum, abends treffen sie sich zum spartenübergreifenden Experiment. Dazu gibt es Poesiefilme, Gedichte für die Jüngsten und ein Drumherum aus Gespräch und Bücherstöbern, Schwelgerei und Speis und Trank.

28. September 2018

SÜDSTADTSATELLITEN I
Eintritt frei
17 Uhr
Weinstraße Adolph | Sachsenring 38
Anja Kampmann liest aus Proben von Stein und Licht

18 Uhr
Friseur Projekt | Burgunderstraße 3
Lütfiye Güzel liest aus Nix Meer

19 Uhr
Schmuckatelier Braunfisch | Eifelstraße 37
Thomas Kunst liest aus Kolonien und Manschettenknöpfe

UMLAUFBAHN I
20 Uhr
Orangerie-Theater im Volksgarten
Es kollaboriert Anja Kampmann mit der Bassistin Sophia Scheifler, Undine Materni lotet mit Künstlerin Maja Nagel gemeinsame Räume aus, Dominik Dombrowski jammt mit dem Jazz-Duo weaverfish und José F.A. Oliver tut sich mit Zeichner Johannes Ossey zusammen.

 

29. September 2018

SÜDSTADTSATELLITEN II
Eintritt frei
14 Uhr
migori – verpackungsfrei einkaufen | Bonner Straße 66
Dominik Dombrowski liest aus Fermaten

15 Uhr
werkstatt galerie tam uekermann | Mainzer Str. 25
Undine Materni liest aus Wünschen und Wollen

16 Uhr
polo’s for you | Maria-Hilf-Straße 5
José F. A. Oliver liest aus wundgewähr

17 Uhr
Tobias Brandhofer Augenoptik | Merowingerstraße 16
Nora Gomringer liest aus Moden

18 Uhr
Goldkant Interior | Merowingerstraße 8
Nico Bleutge liest aus nachts leuchten die schiffe

MILCHSTRASSE
Eintritt 5,-
16 Uhr

Orangerie-Theater im Volksgarten
Frantz Wittkamp liest seine Gedichte für die Jüngsten: Papageien zu verleihen – Findlinge. Begleitet wird er vom Musiker und Tausendsassa Dominik Müller.

FREQUENZSPEKTRUM
Eintritt frei
19 Uhr
Orangerie-Theater im Volksgarten | Keller
Die Kunsthochschule für Medien präsentiert Poesiefilme aus NRW – u.a. mit Verfilmungen von Marie T. Martin, Julia Trompeter u.a.

UMLAUFBAHN II
20 Uhr
Orangerie-Theater im Volksgarten
Es performt Nora Gomringer mit dem Komponisten Felix-Otto Jacobi, Nico Bleutge zieht mit Puppenspielerin Franziska Rattay die Fäden. Lütfiye Güzel haut mit Bildhauer Yildirim Deniz auf den Putz und Thomas Kunst lauscht und liest mit Musiker Moritz Gagern.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-koeln.de

Guillermo Abril & Carlos Spottorno: »Der Riss«

»Der Riss«
Guillermo Abril, Carlos Spottorno

19. September – 3. Dezember 2018

Im Auftrag des spanischen Magazins El País Semanal recherchierten der Fotograf Carlos Spottorno und der Journalist Guillermo Abril an den Außengrenzen der EU. Zwischen 2013 und 2016 entstanden zahlreiche Reportagen und Filmbeiträge: Von Melilla, der spanischen Enklave in Marokko, schwer bewacht und durch einen nahezu unüberwindbaren Zaun geschützt, bis in den Norden Finnlands und die Wälder Weißrusslands, wo NATO-Truppen für einen möglichen Grenzkonflikt mit Russland trainieren. Die Autoren treffen Flüchtende, Grenzsoldaten, Kommunalpolitiker und halten ihre Erlebnisse in Wort und Bild fest. Für ihre Reportagen wurden sie mit einem World Press Award ausgezeichnet. Im Dezember letzten Jahres erschien zudem ihr Comicband »La grieta«, eine Fotoreportage in Form eines Comics, ein Reisebericht mit authentischem Bildmaterial. Unter dem Titel »Der Riss« veröffentlichte der Berliner avant-verlag die deutsche Ausgabe des Comics. Kuratiert von Anna Kemper, Redakteurin des ZEITmagazins, und konzipiert vom Literaturhaus Stuttgart und der Agentur Gold & Wirtschaftswunder, entstand parallel eine Wanderausstellung, die nun im LCB gezeigt wird.

Zur Eröffnung am 19. September 2018 um 19.30 Uhr sprechen Guillermo Abril und Carlos Spottorno mit Anna Kemper über ihre Arbeiten. Die Veranstaltung sowie die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Stuttgart statt.

Vor und nach den Abendveranstaltungen bzw. mit Voranmeldung (unter 030-8169960) ist die Ausstellung im LCB bis zum 3.12.2018 zu sehen.

Ort:
Literarisches Colloquium Berlin e.V.
Am Sandwerder 5
D-14109 Berlin

»Hitchcock. Vom Buch zum Film«

Alfred Hitchcock hat Kinogeschichte erlebt, geprägt und geschrieben. Er war erfolgreicher Künstler mit Marketingtalent und Ironie, wie seine Cameo-Auftritte zeigen. Und der Regisseur und Autor hat die disziplin­übergreifenden Verbindungen von Fotografie, Literatur, Malerei und Musik für seine Filme meisterhaft eingesetzt und weiterentwickelt. Der französische Filmemacher, Hitchcock-Fan und Freund Francois Truffaut schrieb 1966: »Wenn man (…) die Vorstellung akzeptiert, daß das Kino der Literatur ebenbürtig sei, so muß man Hitchcock den Künstlern der Angst, wie Kafka, Dostojewski und Poe zuordnen – doch warum überhaupt zuordnen? Diese Künstler der Angst bieten uns natürlich keine Lebenshilfe, zu leben erscheint ihnen schwer genug, aber ihre Mission ist, uns an ihren Ängsten teilnehmen zu lassen. Dadurch helfen sie uns, seis vielleicht auch unbeabsichtigt, uns besser zu verstehen, ein grundlegendes Ziel jedes Kunstwerks.«

Alfred Hitchcock, geboren am 13. August 1899 in Leytonstone/England, gestorben am 29. April 1980 in Los Angeles/USA als britisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger. Er gilt als einer der einflussreichsten Filmregisseure im Genre Thriller und etablierte Begriffe wie »Suspense« und »MacGuffin«. Außerdem war er Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmeditor. Sein Gesamtwerk umfasst 53 Spielfilme, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, 1941 erhielt er für »Rebecca« den Oscar für den besten Film. Von 1955 bis 1965 produzierte er eine wöchentliche TV-Serie und gab seinen Namen für ein Krimi-Magazin her sowie für Bücher wie die Jugend-Krimi-Reihe »The Three Investigators«, die in den USA von 1964 bis 1987 erschien, auf Deutsch seit 1968 als »Die drei ???« bekannt.

Öffnungszeiten bis 20. Dezember: Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr sowie bei Abendveranstaltungen (bei Vormittagsveranstaltungen eingeschränkter Besuch)
Eintritt: frei

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-salzburg.at

Die Autoren der Shortlist. Deutscher Buchpreis 2018

Die Autoren der Shortlist. Deutscher Buchpreis 2018
Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.), Alf Mentzer (hr2-kultur) und Insa Wilke (freie Kritikerin)

Die sechs nominierten Autoren für den Deutschen Buchpreis 2018 lesen in Frankfurt.
Kurz vor Eröffnung der Buchmesse wird in Frankfurt am Main der Roman des Jahres in deutscher Sprache gekürt. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung stellvertretend für alle wichtigen literarischen Titel den besten Roman des Jahres aus. Aufgrund des Erfolgs dieser Veranstaltung und des Medien- und Publikumsinteresses in den letzten Jahren lesen die Autoren der Shortlist knapp drei Wochen vor der Verkündung des diesjährigen Preisträgers erstmals im Schauspiel Frankfurt. Am 11. September erfahren Sie, wer die sechs sind.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Frankfurt und Kulturamt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt. Partner ist die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung. Medienpartner ist hr2-kultur. Zu hören sind die einzelnen Lesungen dort vom 01.10. bis 06.10. (ausgenommen 03.10.) um 09.30 und 15.00 Uhr..

Veranstaltungsort: Schauspiel Frankfurt

Ausverkauft! Restkarten ggf. an der Abendkasse

Sonntag 23.09.18
18.00 Uhr
Eintritt 18 / 12 Euro

»Touching From a Distance« Transmediationsprozesse im digitalen Zeitalter

Die Ausstellung »Touching from a Distance. Transmediationsprozesse im digitalen Zeitalter« baut eine Brücke zwischen Literatur und Medienkunst und schafft so ein Spannungsfeld zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen. Der Ausstellungstitel entstammt dem Lied »Transmission« von Joy Division, in dem es um die Radioübertragung von Musik und deren Rezeption beim Empfänger geht. So wie Musik sind auch digitale Informationen nicht physisch greifbar, erreichen und berühren uns dennoch, obwohl aus einer immateriellen Distanz übermittelt.

In den Arbeiten der in der Ausstellung vertretenen internationalen Künstler*innen werden sinnliche und räumliche Erweiterungen literarischer Formen und Genres geschaffen, die sich mit unterschiedlichen medialen, formalen und poetischen Transformationsprozessen auseinandersetzen.

Beteiligte Künstler*innen
Jonas Blume, Manja Ebert, Ditte Ejlerskov, Ornella Fieres, Carla Gannis, Rindon Johnson, Bianca Kennedy, Christine Sun Kim, Grace Sungeun Kim, Yoonhee Kim & Saebom Kim, Sabrina Labis, Aron Lesnik, Maryna Makarenko, Sarah Oh-Mock, Kristina Paustian, Eva Pedroza, Julia Charlotte Richter, Anna Ridler, The Swan Collective und Clarissa Thieme.

Kuratiert von Manja Ebert, Tina Sauerländer und Peggy Schoenegge

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 20. September:
19:00 Uhr
Eintritt frei

Vernissage und Performance

19:00 Uhr
Eröffnung mit den Kuratorinnen Manja Ebert, Tina Sauerländer und Peggy Schoenegge

19:30 Uhr
Performance von Clarissa Thieme

20:30 Uhr
Performance von Jonas Blume

Ausstellungsdauer: 20.9.–14.10.2018
Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-19 Uhr und Sa/So 11-19 Uhr
Freier Eintritt zur Vernissage und den Performances

Rahmenprogramm:

Eintritt Diskussionen: 6 € / erm. 3 €
Eintritt Performances: frei

Sa 22.9. 17:00 Uhr
Performance von Jonas Blume*

Mo 24.9. 19:30 Uhr
Diskussion »First I need to take a
selfie – Literatur als Spiegel einer digitalen Gesellschaft«

Fr 28.9. 18:00 Uhr
Performance von Jonas Blume*

Sa 29.9. 17:00 Uhr
Performance von Jonas Blume*

Do 4.10. 19:30 Uhr
Diskussion »Einsen und Nullen
oder Die Angst des Autors vor dem Algorithmus«

So 14.10. 18:00 Uhr
Finissage und performative Lesung mit Constant Dullaart

*Die Teilnehmerzahl bei den Performances ist begrenzt.
Anmeldung unter: ticket@literaturhaus-berlin.de

Eine Diskussionsreihe in Kooperation mit iRights.Lab – Think Tank für die digitale Welt.

Die Ausstellung ist Teil des offiziellen Rahmenprogramms der Berlin Art Week 2018.

Eine Ausstellung organisiert von und in Kooperation mit dem medienkunst e.V. – Verein für zeitgenössische Kunst mit neuen Medien

»Nach der Flucht« – Schreibwerkstatt auf Arabisch für Geflüchtete zwischen 16 und 30 Jahren

NACH DER FLUCHT
Schreibwerkstatt auf Arabisch

Das Literaturhaus Frankfurt bietet im Herbst 2018 eine Schreibwerkstatt auf Arabisch an. Bewerben können sich Geflüchtete zwischen 16 und 30 Jahren, deren Muttersprache Arabisch ist.

Erinnerst du dich an die Geschichten von früher? Was hat sich seit der Flucht verändert und wie kannst du jetzt leben? Willst du deine eigene Geschichte erzählen? Wie kann literarisches Erzählen nach der Flucht aussehen? In dieser Werkstatt bekommst du die Möglichkeit, auf Arabisch zu erzählen und dich mit anderen auszutauschen, die ihre Geschichte, ihre Erlebnisse und Erfahrungen aufschreiben oder erzählen möchten.
An zwei Wochenenden treffen sich die Teilnehmer*innen im Literaturhaus Frankfurt mit dem Übersetzer Emad Karim und dem in Österreich lebenden syrischen Dichter Hamed Abboud, um sich über das Schreiben nach der Flucht und die literarische Verarbeitung von Fluchterfahrungen sowie über eigene und fremde Texte auszutauschen.

Bewerbungsschluss:  15. September 2018
Termine:  20./21. Oktober und 3./4. November 2018
Bewerbung:  Auf Arabisch oder Deutsch mit Name, Alter und Kontaktdaten. Eine Textprobe ist nicht nötig.

Die Teilnahme an der Schreibwerkstatt ist kostenlos.

Kontakt:
Bewerbungen bitte an vonlange@literaturhaus-frankfurt.de
oder
Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.
Benno Hennig von Lange
Schöne Aussicht 2
60311 Frankfurt am Main

Die Schreibwerkstatt wird ermöglicht durch die Ernst Max von Grunelius-Stiftung.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-frankfurt.de

Stuttgarter Lyriknacht

Stuttgarter Lyriknacht

Sylvia Geist, Ferhad Showghi, Bettina Landl, Hannah Schraven, Manon Hopf, Eva Kissel, Stephan Roiss, Raphael Urweider, Hanna Wenzel, Nikita Gorbunov

Die Stadtbibliothek präsentiert: Sylvia Geist »Fremde Felle«
In der Großstadt, in vermeintlichen Landidyllen, in den Grauzonen der Vorstädte – überall begegnet uns in Sylvia Geists Gedichten die Wildnis, die in uns selbst steckt. Die Literaturjournalistin Beate Tröger spricht mit ihr über ihren neuen Lyrikband.

Das Schriftstellerhaus präsentiert: Ferhad Showghi »Wolkenflug spielt Zerreißprobe«
Von der Zärtlichkeit der Genauigkeit. Von der Fremdheit der eigenen Hand und der Klarheit eines fernen Lands. Für »Wolkenflug spielt Zerreißprobe«, erschienen 2017 bei kookbooks, Berlin, erhielt Ferhad Showghi den Peter-Huchel-Preis 2018. Mit dem Phänomenologen spricht Moritz Heger.

Das Literaturhaus präsentiert: zwischen/miete – Lyrikwettbewerb 2018: Preisverleihung und Lesung
Fünf frisch prämierte junge Poet*innen zeigen, was sie können: Bettina Landl, Hannah Schraven, Manon Hopf, Eva Kissel und Stephan Roiss lesen aus ihren preisgekrönten Gedichten; es moderiert die Lyrikerin Carolin Callies.

Das Literaturhaus präsentiert: Raphael Urweider »Wildern«
Zehn Jahre nach seinem letzten Gedichtband meldet sich der Dichter zurück: »Wie der Hase im Eröffnungsgedicht wintern schlägt Raphael Urweider die überraschendsten Haken – in jede bewachsbare richtung« schreibt der Lyrikkenner Michael Braun über den neuen Band »Wildern«, der Lesung und Gespräch moderiert.

Die Stadtbibliothek präsentiert: Hanna Wenzel und Nikita Gorbunov
Inspiriert von der Wortperformance von Slampoet Nikita Gorbunov schafft die Zeichnerin Hanna Wenzel live eindrucksvolle Illustrationen, die großformatig an die Wand im »Herz« der Stadtbibliothek projiziert werden – ein audiovisuelles Poetry-Slam-Erlebnis.

In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Stuttgarter Schriftstellerhaus, gefördert von der Stadt Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/5,- (Karten über die Stadtbibliothek Stuttgart: Fon 0711 216-91100/216-96527 oder E-Mail: karten.stadtbibliothek@stuttgart.de

Außer Haus! Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz , 70173 Stuttgart

Open Air Literaturfestival Zürich

Die 6. Ausgabe des »schönsten Literaturfestivals der Schweiz« findet vom 2. bis 8. Juli 2018 unter freiem Himmel im Alten Botanischen Garten in Zürich statt. Das zauberhafte Ambiente im Park und das hochkarätige Programm mit den Stars der internationalen Literaturszene machen den besonderen Reiz des Festivals aus. Gäste in diesem Jahr sind:

John Banville, irischer Bookerpreis-Träger
Sofi Oksanen, Finnlands wichtigste und schrillste Autorin
Rebecca Solnit, amerikanische Bestseller-Autorin und Star-Feministin
Clemens J. Setz, der Shooting-Star der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
Irvine Welsh, der schottische Kult-Autor
Carolin Emcke, deutsche Philosophin, Publizistin und Friedenspreisträgerin
Teju Cole, einer der bekanntesten Intellektuellen der USA
Patti Basler, Renato Kaiser, Knackeboul, Lisa Christ, Jens Nielsen – die Crème de la Crème der Schweizer Spoken Word Szene.

Weitere Informationen unter www.literaturopenair.ch

Mila Teshaieva: »Was uns verbindet«

Die ukrainische, in Berlin lebende, Fotografin Mila Teshaieva interessiert sich für die laufenden Übergangsprozesse in den postsowjetischen Gesellschaften, wobei sie Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung mit sensibler Ästhetik verbindet. Für ihr Fotoprojekt »Was uns verbindet« hat sie in den Jahren 2014 bis 2016 mit Unterstützung der Grenzgänger-Rechercheförderung mehrfach die Ukraine bereist, um nach Orten und Geschichten zu suchen, die von herausragender nationaler Bedeutung für das Land sind. Ihre Fotoserie kann als Analyse dieser Orte gelten, welche die Idee der Nation Ukraine formen, oftmals Stätten einer vom Staat forcierten Erinnerung. Genauso zog es sie aber auch an Plätze eines forcierten Schweigens, denn auch das Verschweigen von Ereignissen formt die Identität. In Begegnungen und Gesprächen mit Menschen in verschiedenen Regionen der Ukraine ergaben sich Verknüpfungspunkte von Familien mit dem Lauf der Geschichte. So entstanden Porträts und Begleittexte zu den ausgesprochenen und unausgesprochenen Erinnerungen der heute lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer. Mila Teshaieva macht damit die Vergangenheit des Landes anhand jener Personen nachvollziehbar, die die Konsequenzen dieser Vergangenheit bis heute tragen. Am Abend der Ausstellungseröffnung im LCB (31. Mai 2018) spricht die Kulturjournalistin Natascha Freundel mit Mila Teshaieva, der Autorin Katja Petrowskaja und der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann ausgehend von den Fotos der Serie über die Erinnerungen der Generationen.

Vor und nach den Abendveranstaltungen bzw. mit Voranmeldung (unter 030-8169960) ist die Ausstellung im Literarischen Colloquium Berlin bis zum 25.08.2018 zu sehen.

Weitere Informationen unter www.lcb.de

PROSANOVA 2018 – Das Lesebühnenfestival

PROSANOVA 2018 – Das Lesebühnenfestival
20. Juli bis 22. Juli | Natur- und Erholungshof Recknitzberg, 18195 Grammow

Auf einer Wiese an der Recknitz wird auch in diesem Jahr wieder Ungewöhnliches zu hören sein. Wo sich sonst Mecklenburg und Vorpommern ein schwungvolles »Hmm« entgegen murmeln, werden Autor*innen aus der ganzen Republik drei Tage lang ihre Texte lesen. Die Wiese wird zur Bühne, Bäume werden zur Hörspiellounge, ein Zirkuszelt zum Spielplatz. Bei Prosanova MV 2018 machen wir Metal lesbar, Heimat erzählbar und feiern Poesie in all ihren Formen. In diesem Ferienlager für Literat*innen wird Texten, Live-Musik und dem Lagerfeuer gelauscht, Yoga, tanzen und basteln versucht und geredet. Miteinander.

Das Festival wird in Kooperation mit Lokalradio Rostock veranstaltet.

Festivalticket: 25,- € (enthält Gebühren für Park- und Zeltplatz)
Tagesticket: 12,- €

Karten, Anfahrt und Line-up unter: www.prosanova.de

Sommerfest des Literaturhauses Leipzig

Sommerfest
Thomas Bille liest »Der kleine Nick«
Musik: Preliminary Injunction mit Scotti Gottwald (git.), Ralf Schneider (dr.) und Alexander Suckel (p.)

»Der kleine Nick« und alle nachfolgenden Geschichtenbände des genialen Erzählers und Asterix-Erfinders René Goscinny mit den Illustrationen von Jean-Jacques Sempé feiern von Generation zu Generation Renaissance. Denn in den zahlreichen Kurzgeschichten, die der kleine Nick in seiner unverwechselbaren Sprache erzählt, necken er und seine Freunde voll Wonne ihre Lehrer, piesacken den Klassenstreber, schlagen sich gegenseitig die Birnen ein und treiben ihre Eltern zur Verzweiflung. Dabei versteht es Goscinny meisterhaft, satirische Situationen zu zeichnen, in denen die ach so anständigen Eltern sich nicht besser betragen als ihre Kinder …

Hans-Georg Lenzen brachte die Geschichten, die heute im Diogenes Verlag erscheinen, ins Deutsche. Thomas Bille, Moderator bei MDR Kultur, kennt und liebt die komisch-absurden Erlebnisse des französischen Schülers schon, seit er selbst noch die Schulbank drückte.

Der Sound der Halleschen Formation »Preliminary Injunction« (Einstweilige Verfügung) ist ein crossover zwischen Klassik und Jazz. Musikalische Vorlagen von Rachmaninow, Mozart, Bach, Schostakowitsch u.a. werden mal mehr, mal weniger radikal entkernt und mit moderner Rhythmik und Phrasierung »neu eingekleidet«.

13. Juli 2018 / 19 Uhr / Literaturcafé / Garten

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-leipzig.de

Deutscher Buchpreis 2018

Nominierte stellen sich und ihre Romane vor

Jeden Herbst beginnen die Diskussionen von Neuem, wenn es um den Titel »Roman des Jahres« geht. Seit 2005 ist der Deutsche Buchpreis ein Teil der literarischen Welt und soll vor allem eines tun: Aufmerksamkeit schaffen – Aufmerksamkeit für deutschsprachige Autoren und Autorinnen, das Lesen und Romane. Zu den Preisträgern der letzten Jahre gehören Arno Geiger, Ursula Krechel, Terézia Mora, Lutz Seiler und 2017 Robert Menasse.

Auch die diesjährige Jury nimmt ihren Job ernst und schaut sich die Titel genau an. Christoph Bartmann, Luzia Braun, Tanja Graf, Paul Jandl, Uwe Kalkowski, Christine Lötscher und Marianne Sax werden bestimmen, wer den Deutschen Buchpreis 2018 bekommt, und das wird keine leichte Entscheidung …

Am 14. August werden zunächst die 20 Nominierten bekanntgegeben. Und da könnte es doch keinen schöneren Auftakt für den Bücherherbst geben als den großen Longlist-Abend in Hamburg. Nach der Premiere im letzten Jahr mit insgesamt 14 Autorinnen und Autoren drückt das Literaturhaus Hamburg die Daumen, dass wieder rund ein Dutzend Nominierte nach Hamburg kommen werden. Auf der Bühne werden sie sich im kurzen Gespräch und mit einem Leseausschnitt vorstellen, sodass Sie sich bereits im August für Ihren Favoriten entscheiden können – oder zumindest mitreden können, wenn es um den »Roman des Jahres« geht.

Moderation: Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz

In Kooperation mit der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung und der Freien Akademie der Künste und mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Weitere Informationen unter www.literaturhaus-hamburg.de

Veranstaltungsort: Freie Akademie der Künste, Klosterwall 23

Schreibzimmer 2018 – Schreibwerkstatt für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren

Schreibzimmer 2018 – Schreibwerkstatt für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren

Mit Lena Gorelik und Uljana Wolf
Bewerbungsschluss: 12. August 2018

Bereits zum 13. Mal findet in diesem Herbst das Schreibzimmer im Literaturhaus statt. Bewerben können sich alle Jugendlichen, die gerne schreiben und von erfahrenen Schriftstellerinnen lernen wollen, worauf es beim Schreiben ankommt. Geleitet wird das Prosa-Schreibzimmer unter dem Titel »Das Ende der Angst« von der Autorin Lena Gorelik. Das Lyrik-Schreibzimmer mit der Lyrikerin und Übersetzerin Uljana Wolf trägt den Titel »Zeilenfelle«. Die Texte aus den Werkstätten erscheinen in der Schreibzimmer-Anthologie und werden in einer gemeinsamen Lesung am 28. Februar 2019 im Literaturhaus vorgestellt.

Bis 12. August 2018 können sich alle von 14 bis 18 Jahren mit 3–5 Gedichten oder 1–3 Seiten Prosa per E-Mail unter vonlange@literaturhaus-frankfurt.de bewerben. Bitte Namen, Geburtsdatum, Post- und E-Mailadresse, Telefonnummern sowie die Schule in der E-Mail angeben.

Das Schreibzimmer 2018 wird ermöglicht durch die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung sowie die Rotary Clubs Frankfurt am Main – Städel und Alte Oper.

Weitere Informationen unter literaturhaus-frankfurt.de

Marx-Wochen

Karl Marx’ Das Kapital dessen erster Band 1867 erschien, gehört zu den bekanntesten, wirkmächtigsten und kontroversesten Texten der politischen Ökonomie und modernen Philosophie. Verabscheut von den einen, verehrt von den anderen, hat dieser Text nie aufgehört zu sein, was er in seiner kritischen Kraft von Anfang an war: ein Ärgernis, aber auch ein fortwährender Anstoß zur Formulierung neuer Deutungen und Theorieansätze.
Im Zentrum der Marx-Wochen, die wir aus Anlass von Marx’ 200. Geburtstag veranstalten, stehen die Poetik und Ästhetik seines Weltbestsellers. Neuerscheinungen, Diskussionsveranstaltungen, eine wissenschaftliche Tagung und sechs Ausstellungspositionen führen an den Autor Marx und sein Hauptwerk heran. Kommen Sie, schauen Sie und diskutieren Sie mit, was Marx uns heute noch zu sagen hat.

Das ganze Programm finden  sie unter http://literaturhaus-berlin.de.

Poetree Lyrikfestival – Poesie unter freiem Himmel

Zum vierten Mal gibt es Poesie satt unter freiem Himmel. Längst ist das Poetree nicht mehr aus dem Göttinger Sommer wegzudenken. Das Konzept ist und bleibt: Wir bieten einen Querschnitt aus dem Spannendsten, mit dem die deutschsprachige Lyrikszene derzeit aufwartet. Für einen Tag versammeln sich unsere Poesieheld*innen in Göttingen, um eine Sinfonie der Versspielereien zu komponieren. In verschiedensten Formaten wird in diesem Jahr geslamt, übersetzt, getrakelt, gedatet, gerapt, gerannt und gesprungen.

Samstag, 9. Juni 2018 ab 14:00 Uhr
Börnerviertel, Göttingen

Nähere Infos bei Facebook und unter www.poetree-lyrikfestival.de

In Kooperation mit dem Café Dots. Mit freundlicher Unterstützung von KUNST e.V., der Göttinger Kulturstiftung und Flanders Literatur

»Sinfonie en Route« mit Peter Bichsel

Die beliebte Reihe mit dem Sinfonieorchester Basel geht weiter! Erleben Sie die Begegnung von Literatur und Musik: Mitglieder des Sinfonieorchester Basel spielen Stücke von Ludwig van Beethoven und Alban Berg im Literaturhaus Basel, der Autor Peter Bichsel präsentiert seine persönliche Sicht auf die Musik.

Marta Kowalczyk (Violin 1), Vincent Brunel (Violin 2), Harold Hirtz (Viola) und Christopher Jepson (Cello) spielen Beethoven op. 18/2 und Berg 5 Sätze für Streichquartett

In Kooperation mit dem Sinfonieorchester Basel

Weitere Informationen finden Sie unter www.literaturhaus-basel.ch.

Wetterleuchten. Sommermarkt der unabhängigen Verlage

Wenn rosa Wale im Neckar schwimmen und unter tropischen Palmen weiß gedeckte Büchertische stehen, dann ist es wieder Zeit für’s WETTERLEUCHTEN – den Sommermarkt der unabhängigen Verlage. Noch vor der Sommerpause können Sie einen ganzen Tag lang zuhören, blättern, leise staunen und beglückt jubeln – und natürlich auch kaufen: Stellen Sie Ihre ganz persönliche Sommerlektürekiste zusammen und nehmen Sie das literarische Wetterleuchten, den Widerschein der unabhängigen Verlage, vom Liegestuhl am Literaturhaus gleich mit an den Urlaubsstrand!

Der Markttag wird begleitet von einem internationalen Bühnenprogramm aus Prosa, Lyrik und Comics über die große Liebe und scheiternde Träume, die europäische Avantgarde und schwäbische Rebellen, eine Reise in den indischen Himalaya und zum entlegenen Planeten Damiem. Paperrazza tuscht Portraits, eine Schnipsel- und Klebewerksatt gibt`s für alle Kinder und zum Abschluss lassen wir die Korken knallen bei der Verleihung des Preises für literarisch ambitionierte Kleinverlage in Baden-Württemberg.

Über 40 Verlage aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz sind dabei:
avant-Verlag * AvivA Verlag * Binnoki * Bohem Press * Cass Verlag * Das kulturelle Gedächtnis * DerDiwan Hörbuchverlag * Die Andere Bibliothek * Dieterich`sche Verlagsbuchhandlung * Literaturverlag Droschl * edition clandestin * edition fünf * Edition Solitude * edition Tiamat * édition totale éclipse * EXP.edition * Frankfurter Verlagsanstalt * Griot Hörbuch Verlag * Guggolz Verlag * Hirzel Verlag * Ink Press * Jung und Jung * Klöpfer & Meyer * Lilienfeld Verlag * Limmat Verlag * Lost Books * Luftschacht * MaroVerlag * Merz Akademie * Mikrotext * Parallelallee * Reprodukt * Secession Verlag* Septime * Staatliche Akademie der Bildenden Künste * Transit Buchverlag * Tropen-Verlag * Tulipan Verlag * Ulrich Keicher Verlag * Verbrecher Verlag * Verlag die Brotsuppe * Weidle Verlag * Weissbooks * Verlag Das Wunderhorn

Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Péter Horváth-Stiftung, der Stadt Stuttgart, dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V. sowie der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie unter: www.literaturhaus-stuttgart.de

 

»American Realities« Fotografien von Joakim Eskildsen

Sechs Wochen war der dänische Fotograf Joakim Eskildsen in den USA unterwegs. Die dabei entstandenen Bilder dokumentieren den prekären Alltag der Menschen auf der Schattenseite des amerikanischen Traumes, der sich spätestens seit dem Amtsantritt von Donald Trump für viele vollends zum Albtraum verkehrt hat: Arbeitsmigranten, Prostituierte, Obdachlose, arbeitslose Mütter, Veteranen. Viele warten – auf die nächste Mahlzeit, das Ende des Tages, eine Antwort auf die Frage, wie es weitergehen soll.

Joakim Eskildsen wurde 1971 in Kopenhagen geboren. Er lernte bei der Hoffotografin Rigmor Mydtskov und studierte an der Universität für Kunst und Design in Helsinki, wo er auch die Buchherstellung erlernte. Bei seinen Projekten arbeitet er oft mit der Schriftstellerin Cia Rinne zusammen. Zuletzt erschienen im Steidl Verlag »Die Romareisen« (2007) und »American Realities (2015). Joakim Eskildsen lebt und arbeitet in Berlin. Seine Werke waren in Ausstellungen weltweit zu sehen, u.a. in England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Luxemburg, den Niederlanden, in Norwegen, Österreich, Polen, Schottland, Schweden, der Schweiz, in Spanien, China, Florida, Südkorea und Südafrika.

Ausstellung des Literaturhauses Leipzig. Gefördert durch die Danish Arts Foundation

Öffnungszeiten:
Geöffnet Mo–Do von 9.00–17.00 Uhr, Fr von 9.00–15.00 Uhr und zu den Veranstaltungen

Weitere Informationen unter:

www.haus-des-buches-leipzig.de

»Sprechende Bilder« 7. Hamburger Graphic Novel Tage

Der Comic hat die Kinderstube hinter sich gelassen – und das nicht nur, weil er ins Literaturhaus einzieht. Dort war er schon des Öfteren, aber noch nie so erwachsen, so stark, mit so viel Qualität und in dieser Form: An vier aufeinander folgenden Abenden im Mai bringen die Hamburger Graphic Novel Tage seit 2012 jeweils einen internationalen und einen deutschen Comic-Star miteinander ins Gespräch. Andreas Platthaus, einer der renommiertesten Comic-Kenner im deutschen Sprachraum, kuratiertund moderiert das Festival. Die Hamburger Graphic Novel Tage garantieren: frische Anregungen, neue Einsichten, große grafische Literatur.

In diesem Jahr freuen sich die Hamburger auf Simon Spruyt, Uli Oesterle, Paolo Bacilieri, Katharina Greve, Guillermo Abril, Carlos Spottorno, Tim Dinter, Thomas Pletzinger, Charles Berberian und Aisha Franz.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.literaturhaus-hamburg.de

Themenschwerpunkt Karl Marx bei ARTE

Karl Marx – ein Denker, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Er selbst formulierte den Anspruch, »die Welt zu verändern« und konnte nicht ahnen, in welchem Ausmaß das für sein Werk zutreffen würde.
Am 5. Mai 2018 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Aus diesem Anlass entstanden im Auftrag von ARTE zwei neue Dokumentation, »Karl Marx und seine Erben«, von Peter Dörfler und Jessica Krauss, der die Wirkungsgeschichte der Marxschen Denkansätze im vergangenen Jahrhundert nachzeichnet und »Fetisch Karl Marx«, von Simone Dobmeier und Torsten Striegnitz, welcher den Versuch unternimmt, ein Denkmal zu seinem 200. Geburtstag zu entmystifizieren und der Frage nachgeht, ob mit dem meistzitierten Ökonomen der Welt diese erkannt oder gar verändert werden kann?
Das Netzwerk der deutschsprachigen Literaturhäuser zeigt in Zusammenarbeit mit dem Kulturpartner ARTE die beiden Dokumentationen noch vor der Erstausstrahlung, in vielen Häusern wird die Filmvorführung von weiteren Marx-Jubiläumsprogrammen flankiert. So diskutieren zum Beispiel im Literaturhaus Basel die Philosophin Elena Lange, der Soziologe Oliver Nachtwey und der Historiker Heiko Haumann über die gesellschaftspolitische Bedeutung Marx’ für die heutige Zeit. Im Literarischen Colloquium Berlin gestalten auf vier im Haus verteilten Bühnen Jürgen Neffe, Julian Radlmaier, Hannelore Schlaffer und Deniz Utlu jeweils fünfzehn Minuten zu Karl Marx. Im Literaturhaus Leipzig fordert die Wirtschafts-journalistin Ulrike Herrmann eine Neuentdeckung seiner Ideen- und Gedankenwelt und im Literaturhaus Salzburg wird über die Frage diskutiert, wie weit die »Neuen Rechten« in Europa die »alten Linken« ablöst.

Sendetermine der Dokumentationen:

Auf ARTE:

»Karl Marx und seine Erben«, Dokumentarfilm von Peter Dörfler und Jessica Krauss, ARTE/WDR/SWR 2018, 52 Minuten, 28. April, 21.55 Uhr

»Fetisch Karl Marx«, Dokumentarfilm von Simone Dobmeier und Torsten Striegnitz, ARTE/ZDF 2018, 52 Minuten, 2. Mai 2018, 21.45 Uhr

In den Literaturhäusern:

Literarisches Zentrum Göttingen, 9.03.: »Karl Marx und seine Erben«

Literaturhaus Rostock, 10.04.: »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Zürich, 11.04.: »Karl Marx und seine Erben«, »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Basel, 12.04.: »Karl Marx und seine Erben«

Literaturhaus Wien, 16.04.: »Karl Marx und seine Erben«, »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Salzburg, 18.04.: »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Stuttgart, 18.04.: »Karl Marx und seine Erben«, »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Köln, 19.04.: »Karl Marx und seine Erben«

Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine, 19.04.: »Fetisch Karl Marx«

Literarisches Colloquium Berlin, 19.04.: »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Leipzig / Haus des Buches, 26.04.: »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Berlin, 27.04.: »Karl Marx und seine Erben«

Literaturhaus Hamburg, 2.05.: »Fetisch Karl Marx«

Literaturhaus Leipzig / Haus des Buches, 2.05.: »Karl Marx und seine Erben«

Ausführliche Informationen zu den Dokumentationen unter www.arte.tv

Ausstellung »Der Riss« und das Festival »Europa der Muttersprachen«

Seit 1995 wird – erfunden von Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann – jedes Jahr das Festival »Europa der Muttersprachen« organisiert: Literatur, Film, Kunst und Musik aus einem europäischen Land, einer europäischen Sprache. 2018 widmet sich das Festival nicht einer bestimmten Kultur, sondern setzt in Ausstellung und diskursiven Veranstaltungen mit über 20 Autoren, Philosophen, Kritikern etc. aus 10 Ländern auf Themen wie Flucht, Grenzen, Identität, Integration, Nationalismus, Krise und Sinn in Europa. Die Beschäftigung mit europäischer Geschichte & europäischen Geschichten in allen Sprachen wird so neu fortgesetzt, denn für den Erfinder der Reihe besteht Europa nicht aus Vaterländern sondern aus Muttersprachen:

»Wer auf seiner Sprache beharrt, und sei es eine, die nur eine kleine Anzahl von Menschen als Muttersprache betrachtet, der sucht sich also keineswegs an das Abgelebte zu klammern, dessen Verschwinden notwendig ist und daher auch nicht zu betrauern wäre. Er stemmt sich dem Neuen, das kommen muß, nicht aus dumpfem Ressentiment entgegen, sondern sucht es, indem er das Menschenrecht der eigenen Sprache nicht preisgibt, zu humanisieren.« (Karl-Markus Gauß, »Das Europäische Alphabet«, Zsolnay 1997)

In den Monaten Mai und Juni 2018 sind u.a. Philipp Ther, Ilija Trojanow, Karl-Markus Gauß, Jelena Volicdie und Catalin Dorian Florescu zu Gast im Salzburger Literaturhaus.

Weitere Informationen zum Programm von »Europa der Muttersprachen« finden Sie unter: www.literaturhaus-salzburg.at

Den Rahmen für die Veranstaltungen im Jahr 2018 bildet die Ausstellung »Der Riss«. Basis für die Schau ist eine ungewöhnliche Graphic Novel: eine Fotoreportage in Form eines Comics, ein Reisebericht mit authentischem Bildmaterial – in vielerlei Hinsicht eine Grenzerfahrung.

Für das spanische Magazin »El País Semanal« machten sich der Fotograf Carlos Spottorno und der Journalist Guillermo Abril auf den Weg an die Außengrenzen der EU: von Melilla, der spanischen Enklave in Marokko, schwer bewacht und durch einen schier unüberwindbaren Zaun geschützt, bis in den Norden Finnlands und die Wälder Weißrusslands, wo NATO-Truppen für einen Grenzkonflikt mit Russland trainieren. Die Autoren merkten schnell, dass die europäische Grenze sehr viel komplexer ist, als dass man sie an einem einzigen Ort vollständig begreifen könnte. Sie trafen Flüchtende, Grenzsoldaten und Kommunalpolitiker und hielten ihre Erlebnisse in Wort und Bild fest. Ein einmaliges Dokument der Herausforderungen, die tagtäglich an den Grenzen der EU auftreten.

Das Buch »Der Riss« (Avant Verlag 2017, übersetzt aus dem Spanischen von André Höchemer) basiert nicht auf realen Ereignissen – es IST die Realität. Und es bringt die Leser und die Ausstellungsbesucher dazu, Europa mit anderen Augen zu sehen: »Ein notwendiges Zeitzeugnis, um zu verhindern, dass die Fehler von heute die Welt von morgen bestimmen.« (La Vanguardia)

Öffnungszeiten bis zum 28. Juni: Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr sowie bei Abendveranstaltungen (bei Vormittagsveranstaltungen eingeschränkter Besuch)

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.literaturhaus-salzburg.at

Tim Dinter & Thomas Pletzinger

Erstmalig ging der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung an ein Autoren- und Zeichnerteam: Thomas Pletzinger und Tim Dinter erhielten für ihre gemeinsame Arbeit »Blåvand« den diesjährigen, mit 15.000 Euro dotierten Preis. »Dass sich ein renommierter Schriftsteller und ein Zeichner zusammentun, ist in der deutschsprachigen Comicszene immer noch ungewöhnlich. Wenn dabei ein derart  im  Projekt über das ebenso brisante wie selten behandelte Thema Entwicklungshilfe entsteht, hervorragend recherchiert, erzählt und gezeichnet, dann verspricht das ein Glücksfall für den deutschsprachigen Comic zu werden«, begründet Thomas von Steinaecker die Entscheidung der Jury. Thomas Pletzinger wurde 1975 in Münster geboren, studierte Amerikanistik in Hamburg sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als freier Autor, Journalist, Dozent und Übersetzer. In Kürze erscheint seine Reportage in Buchform über den Basketballspieler Nowitzki. Tim Dinter, 1971 in Hamburg geboren, zeichnete regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Tagesspiegel. Zu seinen Publikationen gehören u.a. »Cargo« und »Alte Frauen«; zuletzt erschien seine Bearbeitung von Sven Regeners Roman »Herr Lehmann«. Für den Comicbuchpreis 2018 hatten sich 67 Autor*innen und Zeichner*innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich beworben; er wird seit 2014 jährlich ausgeschrieben und im Literaturhaus Stuttgart für einen hervorragenden, noch unveröffentlichten deutschsprachigen Comic verliehen. Darüber hinaus prämiert die Jury unter dem Vorsitz von Andreas Platthaus neun Finalistenarbeiten mit einer Auszeichnung in Höhe von je 1.000 Euro.

Mit der Preisverleihung im April eröffnete zugleich die begleitende Comicausstellung im Literaturhaus, die im Anschluss in Berlin im Literarischen Colloquium zu sehen sein wird.

Ausstellung bis zum 30.6.2018

In Zusammenarbeit mit der Berthold Leibinger Stiftung

Weitere Informationen finden Sie unter: www.literaturhaus-stuttgart.de

High Voltage Frühjahrslesetage

Gemeinsam mit Stromnetz Hamburg veranstaltet das Literaturhaus Hamburg im Frühjahr 2018 zum zweiten Mal die Hamburger Frühjahrslesetage High Voltage. Die diesjährigen Lesetage starten am 18. April 2018 und bieten Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm an verschiedenen Veranstaltungsorten der Stadt.

Unter anderen werden Felicitas Hoppe, Margriet de Moor, Nadia Budde, Lena Hach und Andreas Maier ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Das gesamte Programm finden Sie hier: www.stromnetz.hamburg.de

 

»Im Traum kann ich fliegen!« Arbeiten von Miriam Zedelius

»Im Traum kann ich fliegen! … denn im Traum und in Büchern ist alles möglich!«
Zeichnungen, Bilderbücher und Siebdrucke von Miriam Zedelius

»Wenn ich gefragt werde, was mein Beruf sei, sage ich: Ich bin Illustratorin. ›Oh wie schön!‹, rufen dann viele. Aber was tut eigentlich eine Illustratorin? Das lateinische Wort illustro bedeutet ursprünglich ›erhellen, anschaulich machen, aufklären‹, wird aber auch übersetzt mit ›verschönern‹ und ›preisen‹. Das ›Erhellen und Aufklären‹ überlasse ich lieber denjenigen, die Sachbücher illustrieren, anatomisch richtige Körper oder fotografisch-exakte Tiere und Landschaften zeichnen. Zu meiner Art des Illustrierens passt eher das ›Verschönern und Preisen‹. Ich verschönere Bücher mit Bildern und ich preise mit ihnen den Text! Sofern es einen Text gibt. Manchmal erzählen die Bilder auch ihre eigenen Geschichten. Und das ist für mich das Wunderbare an diesem Beruf: Ich suche und finde überall Geschichten, und ich übersetze sie und erzähle sie in meiner eigenen Sprache: in Bildern.«

Miriam Zedelius wurde 1977 in Heidelberg geboren. Weil sie Bilderbücher so sehr liebte, beschloss sie schon als kleines Mädchen, Bücher zu machen. Sie studierte Grafikdesign an der Burg Giebichenstein in Halle und Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. In einer Siebdruckwerkstatt-Ateliergemeinschaft in Leipzig arbeitet sie für Kinderbuchverlage, Lesefestivals, Museen, Theater… Und für den poetenladen.

Ausstellung des Literaturhauses Leipzig

Öffnungszeiten bis zum 27. April:
Geöffnet Mo–Do von 9.00–17.00 Uhr, Fr von 9.00–15.00 Uhr und zu den Veranstaltungen

Termine auf der Leipziger Buchmesse

Das Netzwerk der Literaturhäuser freut sich in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse die folgenden Veranstaltungen zu präsentieren:

Insight Nahost – Junge arabische Literatur
Ghayath Almadhoun und Hamed Abboud in Lesung und Gespräch mit Larissa Bender

Donnerstag, 15. März 2018, 17.00 – 18.00 Uhr
Forum Literatur, Halle 4 F 100

Sieben Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings scheint vom jubelnd begrüssten Aufbruch von damals nichts mehr übrig zu sein: Syrien und Libyen versinken im (Bürger)Krieg, in Ägypten werden scharfe Zensurgesetze eingeführt, die erstarkte Kulturszene sieht sich mit zunehmender Restriktion konfrontiert. Die politischen und sozialen Verschiebungen der letzten Jahre werden in den Medien breit verfolgt, der stete Flüchtlingsstrom verbindet unsere Gesellschaften mittlerweile ganz direkt mit diesen Vorgängen. Das Interesse der Öffentlichkeit, mehr und tiefergreifende Informationen zu erhalten, einen Einblick in das Leben der Menschen hinter den Schlagzeilen zu haben, ist gross. Hier kann die Literatur viel beitragen: Sie erzählt die vielen kleinen Geschichten, die ein differenzierteres Bild ergeben.

Das Netzwerk der Literaturhäuser und die KfW-Stiftung möchten in einer Veranstaltungsreihe Autorinnen und Autorinnen aus verschiedenen arabischen Ländern zusammen mit ausgewählten Nachwuchstalenten aus dem diesjährigen Workshop Beirut Short Stories vorstellen und damit der Öffentlichkeit einen Eindruck von der Vielfalt der literarischen Arbeit in arabischen Ländern vermitteln ebenso wie den Dialog mit und das Verständnis für die Menschen in ebendiesen Ländern stärken.

Eine Veranstaltung des Netzwerks der Literaturhäuser in Kooperation mit der KfW-Stiftung und dem Goethe-Institut.

Hamed Abboud ist ein syrischer Schriftsteller. Ende 2012 floh er aus Syrien und arbeitete zunächst als Journalist in Ägypten. Über die Zwischenstationen Dubai und Türkei kam er nach Österreich, wo er seit 2014 lebt. Abboud publiziert regelmäßig in Zeitungen und Zeitschriften in Syrien und im Mittleren Osten. Seit seiner Ankunft in Österreich hatte Abboud zahlreiche Auftritte in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Abboud erhielt 2015 das Jean-Jacques- Rousseau-Stipendium der Akademie Schloss Solitude Stuttgart. Im März 2017 erschien bei pudelundpinscher Der Tod backt einen Geburtstagskuchen.
Dieses Buch stand 2017 auf der Shortlist »Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt«.

Ghayath Almadhoun ist ein palästinensisch-syrisch-schwedischer Dichter und Filmemacher. Er lebt seit 2008 in Stockholm und hat seitdem mehrere poetische Kollektionen veröffentlicht, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Im Februar 2018 erschien im Arche Literatur Verlag unter dem Titel „Ein Raubtier, das Mittelmeer heißt“ eine erste Sammlung auf Deutsch.
Larissa Bender studierte Islamwissenschaft, Ethnologie, Kunstgeschichte und Soziologie in Köln und Berlin. Sie ist Arabischübersetzerin, Journalistin und Arabischdozentin und hat u. a. Werke von Abdalrachman Munif, Fadhil al-Azzawi und Youssef Ziedan sowie von verschiedenen syrischen Autorinnen wie Samar Yazbek, Dima Wannous und Rosa Yassin Hassan übersetzt. Außerdem hat sie zwei Essaybände zu Syrien herausgegeben: Syrien – Der schwierige Weg in die Freiheit (Dietz Verlag 2016) und Innenansichten aus Syrien (edition Faust 2016).

Preis der Literaturhäuser:
Jaroslav Rudiš liest und spricht mit Thomas Friedmann über das Schreiben
Laudatio: Reiner Stach. Musik: Kafka Band
Donnerstag, 15. März 2018, 19.30 Uhr
Literaturhaus Leipzig

Preis der Literaturhäuser:
Vorstellung des Preisträgers Jaroslav Rudiš
Freitag, 16. März 2018, 16.30 Uhr
Blaues Sofa in der Glashalle der Messe Leipzig

Preis der Literaturhäuser:
Der Preisträger im Gespräch mit Tomas Friedmann
Samstag, 17.März 2018, 11.00 Uhr
ARTE tv, Glashalle der Messe Leipzig

Wiesbadener KrimiMärz 2018

In der Zeit vom 1. bis 25. März 2018 wird Wiesbaden erneut zur interdisziplinären Spielstätte des Krimigenres.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen FernsehKrimi-Festival, der Caligari FilmBühne und anderen Partnern veranstaltet das Literaturhaus Villa Clementine ein Krimifestival, das einzigartig Film und Literatur verbindet.

Der Schwerpunkt des »Wiesbadener KrimiMärz« liegt in diesem Jahr auf zeithistorischen Krimis, deren namhafte geistige Erfinder in Wiesbaden zu Gast sein werden. Im zeithistorischen Krimi wird dem Genre, das stets das Spiel von Schein und Sein verhandelt, ein weiteres Element des Übergangs hinzugefügt. Die Historie wird so zur Folie, vor deren Hintergrund aktuelle gesellschaftliche Themen diskutiert werden können. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert den Themenschwerpunkt »Rückblende«.

Das ausführliche Programm zum Wiesbadener KrimiMärz steht unter www.wiesbaden.de zum Download zur Verfügung. Der Vorverkauf startete am 8. Februar 2018.

»Wir Strebermigranten. Über Integration und Assimilation«

»Wir Strebermigranten. Über Integration und Assimilation«

Ein Projekt des Literaturhauses Leipzig, gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Im Jahr 2017 verfügen 18 Millionen Bundesbürger über einen Migrationshintergrund. Was politisch und gesellschaftlich lange Zeit verneint wurde: Die Bundesrepublik ist schon seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Eine wichtige Etappe in diesem Prozess bilden die verschiedenen Anwerbeabkommen in den 1950er- und 1960er-Jahren, als rund 14 Millionen Gastarbeiter zu uns kamen, drei Millionen blieben dauerhaft. Hinzu kamen viereinhalb Millionen Aussiedler aus dem Osten Europas. Doch nie wurden die damit einhergehenden Herausforderungen so kontrovers diskutiert wie heute. Es wird der Ruf nach Integration laut, die in ihrem Kern eine Assimilation ist: Der Ankommende soll nicht auffallen, soll sich der neuen Gesellschaft anpassen, die ihrerseits aber bleibt wie zuvor. »Integration ist keine Einbahnstraße« wenden Andere ein.

In diese Diskussion mischen sich nun Stimmen von »Betroffenen«, von Migranten, die bereits in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben, die sich äußerlich angepasst haben, aber hin- und hergerissen sind zwischen verschiedenen Identitäten. Eine von ihnen ist Emilia Smechowski, deren starkes Debüt »Wir Strebermigranten« (Hanser Berlin 2017) diesem Projekt seinen Namen gegeben hat. »Wir sind unsichtbar. Wir sind gar nicht mehr da, so gut gliedern wir uns ein. Wie Chamäleons haben wir gelernt, uns in der deutschen Gesellschaft zu verstecken«, sagt Smechowski. Doch der übersteigerte Integrationswille verkehre sich bei vielen ins Gegenteil und führe dazu, dass sie ihre Herkunft und damit einen wichtigen Teil ihrer Identität verleugnen. Das sei kein Ankommen, sondern ein »Versteckspiel«, das viele junge Menschen »mit Migrationshintergrund« nicht mehr mitspielen wollen: »In der globalen multikulturellen Welt des 21. Jahrhunderts sind wir die Pioniere… Unsere Stärke liegt in unseren diversen kulturellen, sprachlichen und lebensphilosophischen Wurzeln. Diese prägen unsere Ideen und unsere Mentalität… Auf dieses Anderssein sind wir stolz. Wir verstecken es nicht – damit ist Schluss –, sondern machen es zu unserem höchsten Gut. « So schreibt Judith Magdalena Sobczak in der ZEIT. Wie Emilia Smechowski ist sie Deutsche mit polnischen Wurzeln.

Untermauert werden diese Beobachtungen von der Statistik: Einer Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung zufolge ist die Neigung zum Studium bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund um 9 Prozent höher als bei ihren Mitschülern. Oftmals sind sie Klassenbeste, »Streber« wie Emilia Smechowski. In einem Bericht über Reem, »das Mädchen das vor der Kanzlerin weinte«, heißt es, sie sei im letzten Zeugnis die einzige in ihrer Klasse mit einer 1 in Deutsch gewesen. Die Erfahrungen derer, die sich dem Integrationsprozess bereits unterworfen haben, sind von großer Wichtigkeit für die heutige Debatte in ganz Europa. Auch deshalb, weil Diskriminierung nach wie vor selbst für die Bestintegrierten ein Thema ist.

In dem geplanten Projekt sollen möglichst viele, nicht nur deutschsprachige Autoren zu Wort kommen, die mit ihren Migrationserfahrungen dazu beitragen können, für Verständnis zu werben, interkulturellen Dialog zu ermöglichen, Schranken und Vorurteile zu überwinden. Deshalb sollen neben Emilia Smechowski, Melinda Nadj Abonji, Catalin Dorian Florescu, Ilija Trojanow, Ijoma Mangold, Saša Stanišić und Uljana Wolf auch Velibor Colic und Kaouther Adimi u.a. eingeladen werden.

Weitere Informationen unter www.haus-des-buches-leipzig.de