Preis der Literaturhäuser 2020

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den Preis der Literaturhäuser 2020 der österreichischen Autorin und Regisseurin Marlene Streeruwitz.
In Baden bei Wien geboren, studierte Marlene Streeruwitz Slawistik und Kunstgeschichte und arbeitete zunächst als Regisseurin und Autorin von Theaterstücken und Hörspielen.
1996 erschien ihr erster Roman, »Verführungen«, für den sie u.a. mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. Es folgten zahlreiche weitere Romane, darunter »Nachwelt« (1999), »Die Schmerzmacherin« (2011), »Nachkommen« (2014) und 2019 »Flammenwand», der auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stand. Außerdem erschienen zahlreiche Essays, Erzählungen und Poetik-Vorlesungen. Marlene Streeruwitz wurde für ihr Werk mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Literaturpreis der Stadt Wien, dem Bremer Literaturpreis und dem Franz-Nabl-Preis. Anlässlich ihres 70. Geburtstages spricht Marlene Streeruwitz im Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert über die Wahrnehmung ihres ersten Romans in der männlich dominierten Literaturkritik des »Literarischen Quartetts« von 1996, über Feminismus und die Arbeit an ihrem aktuellen »Covid19 Roman«, der als Corona-Fortsetzungsroman parallel zu unseren Erfahrungen literarisiert, was historisch sein wird.

Marlene Streeruwitz stellt mit ihrem vielseitigen Werk eine außerordentlich wichtige und politisch profilierte Stimme in der deutschsprachigen Literatur dar. Sie wagt sich damit immer mitten hinein in die Krisen unserer Gegenwart. An ihren zwischen zornigen Befreiungsversuchen und Selbstverlust changierenden Frauenfiguren spielt Streeruwitz verschiedenste Möglichkeiten durch, die mehr oder weniger subtilen Macht- und Gewaltstrukturen unserer Gesellschaften literarisch erfahrbar zu machen. »Seit ihrem Prosa-Debüt von 1996 erfindet Marlene Streeruwitz gealterte Bond-Girls, fragile Lehrerinnen, zähe PR-Expertinnen und kühle Security-Frauen, die sich der Anpassung verweigern, stoisch ihren Alltag durchstehen und die subtilen patriarchalen Machtsysteme aufdecken«, so die Kritikerin Maike Albath. Ihre Bücher und Texte bestechen durch die unkorrumpierbare Klugheit, mit der sie sich der jeweiligen (sozialen, politischen, kulturellen, familiären) Konstellationen annehmen und sie analytisch zerlegen – auch auf die Gefahr hin, dass nichts davon Bestand hat und übrig bleibt. Es geht der Autorin nicht um Destruktion, sondern darum, Zerstörungen als solche sichtbar zu machen und sogar, wo möglich, zu heilen.
Veranstaltungen mit Marlene Streeruwitz versprechen immer engagierte Gespräche auf hohem intellektuellem Niveau, dabei gut nachvollziehbar. Kaum jemand sonst kann so konzise und anschaulich über auch komplexe (literatur-)politische Fragen sprechen. Immer hellwach auf der Bühne, ist sie ebenso streitbar wie zugewandt und sieht genau dorthin, wo sich Literatur, Politik und Leben so verzahnen, dass es wehtut. Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren deshalb Marlene Streeruwitz als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat.

Frühere Preisträger waren Ulrike Draesner (2002), Bodo Hell (2003), Peter Kurzeck (2004), Michael Lentz (2005), Uwe Kolbe (2006), Sibylle Lewitscharoff (2007), Anselm Glück (2008), Ilija Trojanow (2009) , Thomas Kapielski (2010), Elke Erb (2011), Feridun Zaimoglu (2012), Hanns Zischler (2013), Judith Schalansky (2014), Nicolas Mahler (2015), Ulf Stolterfoht (2016), Terézia Mora (2017), Jaroslav Rudis (2018) und Antje Rávik Strubel (2019).

Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die Literaturhäuser des Netzwerks und ist mit € 20.000,00 dotiert. Die neuen Lesungstermine werden in Kürze bekanntgegeben. Bis dahin empfehlen wir Ihnen in der größten Überzeugung die stille Lektüre von Streeruwitz’ Texten. Und wem es in den nächsten Tagen doch zu lautlos wird, der sei auf ihren Diskussionsbeitrag #frauenlesen bei Deutschlandfunk Kultur hingewiesen.

 

Preis der Literaturhäuser 2019

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den Preis der Literaturhäuser 2019 der Autorin und Übersetzerin Antje Rávik Strubel.

Die Art und Weise, wie Antje Rávik Strubel über Literatur spricht, mit analytischer Intensität und von changierenden Blickpunkten aus, macht jede Veranstaltung mit ihr zu einem unwiederholbar eigenen Ereignis. Auf uns, das Publikum, springen die Funken ihrer Gedankenwelt über, setzen sich fest und fort, ob sie nun über eigene Bücher spricht oder sich als Leserin oder als Übersetzerin (von Joan Didion, Favel Parrett, Lucia Berlin) in den Dienst anderer stellt.
Eine ganze Reihe eigenwilliger Roman- und Prosawerke, u.a. der Roman »Tupolew 134«, lagen bereits hinter ihr, als Antje Rávik Strubel mit »Kältere Schichten der Luft« den Grundstein für eine Roman-Trilogie legte, die mit »Sturz der Tage in die Nacht« fortgeführt und mit »In den Wäldern des menschlichen Herzens« vollendet wurde. Die drei Werke lösen Selbstentwürfe und Lebenslinien aus ihren festen Fügungen, zeichnen Realität jenseits von Gewissheit und offenbaren eine kühne Engführung von Natur und Körperlichkeit.
Personen und Landschaften kommen und gehen, kommen wieder in neuer Gestalt, neuem Licht, in einem anderem Geschlecht, einem undefinierbaren Alter. Und dazwischen schlagartig der Windschutz, die Hosenträger, die Farben des Stechlin – Requisiten der Welt, die uns ins Leben rufen.

Die Programmleiterinnen und Programmleiter der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Antje Rávik Strubel als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat.

Frühere Preisträger waren Ulrike Draesner (2002), Bodo Hell (2003), Peter Kurzeck (2004), Michael Lentz (2005), Uwe Kolbe (2006), Sibylle Lewitscharoff (2007), Anselm Glück (2008), Ilija Trojanow (2009) , Thomas Kapielski (2010), Elke Erb (2011), Feridun Zaimoglu (2012), Hanns Zischler (2013), Judith Schalansky (2014), Nicolas Mahler (2015), Ulf Stolterfoht (2016), Terézia Mora (2017) und Jaroslav Rudiš (2018).

Der Preis wurde am 21. März 2019, 19.30 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung im Literaturhaus Leipzig verliehen. Die Laudatio hielt Denis Scheck.

Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser und ist mit € 15.000,00 dotiert.
Antje Rávik Strubel reist von April bis Juni in elf Städte und Literaturhäuser und präsentiert unterschiedliche Facetten ihres bemerkenswerten Werkes.

Die Veranstaltungen mit Antje Rávik Strubel

Antje Rávik Strubel auf dem Blauen Sofa im Gespräch mit Florian Höllerer und Matthias Hügle ®ReinerMnich
Antje Rávik Strubel auf dem Blauen Sofa im Gespräch mit Florian Höllerer und Matthias Hügle ®ReinerMnich
Antje Rávik Strubel bei arte im Gespräch mit Florian Höllerer ®ReinerMnich
Antje Rávik Strubel bei arte im Gespräch mit Florian Höllerer ®ReinerMnich
Die Preisträgerin Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Anja Johannsen
Die Preisträgerin Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Anja Johannsen
Die Preisträgerin Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Anja Johannsen
Literaturhaus Hamburg (c) Literaturhaus Hamburg
Literaturhaus Hamburg (c) Literaturhaus Hamburg
Antje Rávik Strubel und Anna Bers im Literarischen Zentrum Göttingen (c) Madita Oeming
Antje Rávik Strubel und Catherine Newmark im Literarischen Colloquium Berlin (c) LCB
Andrea Zimmermann und Antje Rávik Strubel im Literaturhaus Basel (c) Literaturhaus Basel

Termine

16. April 2019, 20.00 Uhr Literaturhaus Rostock
Moderation: Claudia Kramatschek

2. Mai 2019, 19.30 Uhr Literaturhaus Hamburg
Moderation: Natascha Freundel
In Hamburg liest Antje Rávik Strubel aus ihrem Roman »Sturz der Tage in die Nacht« (S. Fischer).

7. Mai 2019, 19.30 Uhr Literaturhaus Köln 
Antje Rávik Strubel engagiert sich für das Projekt »Weiter Schreiben«: ein literarisches Portal für Autor*innen aus Krisengebieten, auf dem wöchentlich Texte aus den Bereichen Kurzprosa, Poesie, Essay und literarischer Journalismus erscheinen. Deutschsprachige Autor*innen arbeiten mit solchen aus Krisengebieten im Tandem, um den künstlerischen Austausch zu fördern und gemeinsame Perspektiven zu schaffen. In Köln sprechen Antje Rávik Strubel und Mariam Meetra, afghanische Autorin und Mitglied des PEN Afghanistan, über ihre Zusammenarbeit. Dritte im Bunde ist Annika Reich, Autorin und Initiatorin von »Wir machen das« und »Weiter Schreiben«. Die Literatur steht dabei im Mittelpunkt.

8. Mai 2019, 19.00 Uhr Literaturhaus Basel
Moderation: Andrea Zimmermann
Wie lässt es sich jenseits von normativen Klischees und erwartbaren Handlungen über die Liebe schreiben? Antje Rávik Strubel gelingt es, in dem sie mit allen Normen bricht. Die Gewinnerin des Preises der Literaturhäuser 2019 versteht sich darauf, in ihren Romanen alles aus den Fugen zu heben: Von ihrem ersten Roman «Offene Blende» (2001) bis hin zu ihrem neusten Werk «In den Wäldern des menschlichen Herzens» (2016) erzählt sie von der Wildnis in den tiefsten Winkeln der menschlichen Psyche und zeichnet Realitäten jenseits von jeder Gewissheit.

16. Mai 2019, 19.30 Uhr Literarisches Colloquium Berlin in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin
Nicht nur für ihr Werk, das die dominanten gesellschaftlichen Standards und Normen in Frage stellt und Politik, Körper und Natur in einer tiefblickenden, poetischen Sprache zusammenfügt, wurde Antje Rávik Strubel mit dem diesjährigen Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, sondern auch »als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat«. Als Essayistin, Leserin, Übersetzerin und seit 2017 als Leiterin der Autorinnenwerkstatt des LCB erweitert sie den Raum für Literatur und Literaturschaffende im öffentlichen Diskurs. Mit der Philosophin und Journalistin Catherine Newmark diskutiert die Autorin an diesem Abend ihr essayistisches Werk und die Themen, die im Fokus dieser Texte stehen – die Gleichberechtigung, das Aufbrechen der erstarrten Machtstrukturen und die Hoffnung auf eine bessere, gerechte Welt.
Veranstaltungsort: Literarisches Colloquium Berlin

20. Mai 2019, 19.30 Uhr Literaturhaus Frankfurt
Ein Abend mit Texten von Lucia Berlin und anderen
In Frankfurt stellt sich Antje Rávik Strubel als Vermittlerin und Übersetzerin aus dem Amerikanischen vor. Und die preisgekrönte Schauspielerin Corinna Harfouch liest jene Übersetzungen, die Antje Rávik Strubel von Lucia Berlin vorgelegt hat. Im Literaturhaus ist die Autorin bekannt als Verfasserin von Romanen wie »In den Wäldern des menschlichen Herzens« (S. Fischer), als Diskussionsgast bei den »Schönen Aussichten«, als DJane auf der Buchmessenparty sowie als eine der Autorinnen, deren Stücke beim Monodramen-Projekt »Stimmen einer Stadt« ab April auf dem Spielplan des Schauspiel Frankfurt stehen.

21. Mai 2019, 20.00 Uhr Literaturhaus Wiesbaden
In ihrer Lesung im Literaturhaus wird sie einen Querschnitt durch ihr Werk präsentieren. Mit dem Kurzroman »Fremd Gehen. Ein Nachtstück« sowie dem Episodenroman »In den Wäldern des menschlichen Herzens« wird sie ein älteres und ein neueres Buch vorstellen.

22. Mai 2019, 20.00 Uhr Literarisches Zentrum Göttingen
Die »Ouvertüre zum polyamorösen Zeitalter« nennt die Märkische Oderzeitung Antje Rávik Strubels letzten Roman In den Wäldern des menschlichen Herzens. Es sei dahingestellt, ob diese Epoche tatsächlich schon angebrochen ist – fraglos gehören Strubels Bücher zum Wagemutigsten, das die deutschsprachige Gegenwartsliteratur zu bieten hat. Gute Literatur, sagt die Autorin selbst, habe stets zu tun »mit amoralischem, wildem Denken«. Und die Jurybegründung zur Verleihung des Preises der Literaturhäuser bestätigt: Strubels Bücher lösen immer wieder »Selbstentwürfe und Lebenslinien aus ihren festen Fügungen« und »zeichnen Realität jenseits von Gewissheit«. Auf Ihrer Tour anlässlich des Preises der Literaturhäuser 2019 macht Strubel hier Station, um mit Anna Bers über Grenzen und deren Überschreitung, über das Reisen zwischen Sprachen und Körpern zu reden.

4. Juni 2019, 19.30 Uhr Literaturhaus Stuttgart
Eine ganze Reihe Roman- und Prosawerke, u.a. der Roman »Tupolew 134«, lagen bereits hinter ihr, als Antje Rávik Strubel mit »Kältere Schichten der Luft« den Grundstein für eine Roman-Trilogie legte, die mit »Sturz der Tage in die Nacht« fortgeführt und mit »In den Wäldern des menschlichen Herzens« vollendet wurde. Selbstentwürfe und Lebenslinien werden hier aus ihren festen Fügungen gelöst und offenbaren eine kühne Engführung von Natur und Körperlichkeit: Gestochen scharf und zugleich zart schwebend erzählt Antje Rávik Strubel von Nähe und Verlust, von Begehren und Sehnsucht. In Stuttgart wird sie neben einer Lesung aus ihrem jüngsten Roman mit Helmut Böttiger darüber ins Gespräch kommen, wie das literarische Übersetzen sie dahin geführt hat, andere Erzählformen auf ihr eigenes Schreiben zu übertragen.

5. Juni 2019, 19.30 Uhr Literaturhaus Zürich
Antje Rávik Strubel setzt sich in ihrem Schreiben immer wieder dafür ein, dass auch die Stimmen anderer gehört werden – zum Beispiel im Projekt »Weiter Schreiben«, in dem deutsche Schriftsteller*Innen mit Autor*innen aus Krisengebieten zusammenarbeiten. Antje Rávik Strubel und die seit 2015 in Berlin lebende afghanische Journalistin und Autorin Mariam Meetra erzählen von diesem literarischen Tandem, sie sprechen über Ähnliches und Unterschiedliches in ihrem Schreiben und lesen aus ihren Texten.

26. Juni 2019, 20.00 Uhr Literaturhaus Salzburg
Daniela Strigl im Gespräch mit Antje Rávik Strubel, die aus ihren Werken liest.

Im April 2019 hatte Antje Rávik Strubels erstes Theaterstück »Unvollkommene Umarmung« Premiere im Schauspiel Frankfurt. Es läuft im Rahmen von »Stimmen einer Stadt« unter der Regie von Anselm Weber.

Themenschwerpunkt Karl Marx bei ARTE

Karl Marx – ein Denker, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Er selbst formulierte den Anspruch, »die Welt zu verändern« und konnte nicht ahnen, in welchem Ausmaß das für sein Werk zutreffen würde.

Am 5. Mai 2018 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Aus diesem Anlass entstanden im Auftrag von ARTE zwei neue Dokumentation, »Marx und seine Erben«, von Peter Dörfler und Jessica Krauss, der die Wirkungsgeschichte der Marxschen Denkansätze im vergangenen Jahrhundert nachzeichnet und »Fetisch Karl Marx«, von Simone Dobmeier und Torsten Striegnitz, welcher den Versuch unternimmt, ein Denkmal zu seinem 200. Geburtstag zu entmystifizieren und der Frage nachgeht, ob mit dem meistzitierten Ökonomen der Welt diese erkannt oder gar verändert werden kann?

Das Netzwerk der deutschsprachigen Literaturhäuser zeigt in Zusammenarbeit mit dem Kulturpartner ARTE die beiden Dokumentationen noch vor der Erstausstrahlung, in vielen Häusern wird die Filmvorführung von weiteren Marx-Jubiläumsprogrammen flankiert. So diskutieren zum Beispiel im Literaturhaus Basel die Philosophin Elena Lange, der Soziologe Oliver Nachtwey und der Historiker Heiko Haumann über die gesellschaftspolitische Bedeutung Marx’ für die heutige Zeit. Im Literarischen Colloquium Berlin gestalten auf vier im Haus verteilten Bühnen Jürgen Neffe, Julian Radlmaier, Hannelore Schlaffer und Deniz Utlu jeweils fünfzehn Minuten zu Karl Marx. Im Literaturhaus Leipzig fordert die Wirtschafts-journalistin Ulrike Herrmann eine Neuentdeckung seiner Ideen- und Gedankenwelt und im Literaturhaus Salzburg wird über die Frage diskutiert, wie weit die »Neuen Rechten« in Europa die »alten Linken« ablöst.

»Karl Marx« auf ARTE

Samstag, 28. April 2018, ab 20.15 Uhr
»Karl Marx – der deutsche Prophet« (ARTE/ZDF)
Dokudrama mit Mario Adorf in der Titelrolle und anschließend
»Marx und seine Erben«, Dokumentarfilm von Peter Dörfler und Jessica Krauss, ARTE/WDR/SWR 2018, 52 Minuten

Mittwoch, 2. Mai 2018, 21.40 Uhr
»Fetisch Karl Marx«
Dokumentarfilm von Simone Dobmeier und Torsten Striegnitz, ARTE/ZDF 2018, 52 Minuten

Die Filme sind auch in der ARTE-Mediathek abrufbar, ebenso wie die Webserie »Marie meets Marx« (ARTE/SWR)

Sendetermine der Dokumentationen in den Literaturhäusern:

Ausführliche Informationen zu den Dokumentationen unter www.arte.tv/marx

»Francfort en français«/»Frankfurt auf Französisch«

2017 ist die frankophone Literatur Ehrengast der Frankfurter Buchmesse vom 11. bis 15. Oktober. Das Netzwerk der Literaturhäuser stellt seinem Publikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz in zahlreichen Veranstaltungen die interessantesten Stimmen der französischsprachigen Gegenwartsliteratur vor:

Literaturhaus Basel

  • 24. Oktober, 19.00 Uhr, Shumona Sinha liest aus ihrem neuen Roman »Staatenlos«.

Literaturhaus Berlin

  • 29. September, 19.30 Uhr, Welt und Fiktion – Das Wissen des Romans. Mit Mathias Énard und Camille de Toledo.
    Ein literarischer Abend der internationalen Tagung »L’érudition du roman. L’œuvre de Mathias Énard« am Centre Marc Bloch Berlin, 28.-29. September 2017.
    Eine Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Mannheim, dem Centre Marc Bloch und dem Institut Français Berlin.

Literarisches Colloquium Berlin

Literarisches Zentrum Göttingen

  • 14. Dezember, 20.00 Uhr, Pascale Kramer und Noëlle Revaz stellen in Lesung und Gespräch ihre Bücher »Das unendliche Buch« und »Autopsie des Vaters« vor.
    Gefördert durch Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und die Deutsch-Französische Gesellschaft Göttingen.

Literaturhaus Hamburg

Literaturhaus Köln im Comédia Theater

  • 6. Oktober, 19.30 Uhr, Das unendliche Buch- Köln auf Französisch. Die Lange Nacht der französischsprachigen Literatur. Mit Hédi Kaddour, Sylvian Prudhomme, Laurence Tardieu und Shumona Sinha.
    Veranstaltungspartner: Deutschlandfunk, Comedia Theater, Institut français Köln, Heinrich-Böll-Stiftung, stimmen afrikas/Allerweltshaus Köln, Kunststiftung Köln, Kulturamt Köln.

Literaturhaus Leipzig

  • 19. Oktober, 19.30 Uhr, Hédi Kaddour »Die Großmächtigen«, Lesung und Gespräch.
    Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig und des Sächsischen Übersetzervereins »Die Fähre« e.V.

Literaturhaus Stuttgart

  • 15.-17. September, Litté-Rad-Tour: Mit dem Rad durch die Stadt, eine literarische Schatzsuche. Mit Ken Bugul, Hédi Kaddour, Sylvain Prudhomme, Shumona Sinha, Philippe Arlaud, Claire Doutriaux, Gila Lustiger, Iris Radisch und Hinrich Schmidt-Henkel. Ein Gemeinschaftsprojekt von Institut français und Literaturhaus Stuttgart.
  • 5. Oktober, 20.00 Uhr, »Die Chefin – Roman einer Köchin«, Lesung und Gespräch mit Marie NDiaye. In Zusammenarbeit mit dem Institut français.
  • 13. Oktober, 19.00 Uhr, »Rückkehr nach Reims«, Lesung und Gespräch mit Didier Éribon.
  • 13. Oktober, 20.30 Uhr, »Im Herzen der Gewalt«, Lesung und Gespräch mit Éduard Louis.
    Beide Lesungen finden im Rahmen des Herkunftssache! Festival statt. Förderer und Partner: Kulturstiftung des Bundes, Bundeszentrale für politische Bildung, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, Konrad-Kohlhammer-Stiftung, Akademie Schloss Solitude, Institut français Stuttgart und Deutsch-Türkisches Forum.

Literaturhaus Wien

  • 2. Dezember, 15.30 Uhr, Der Comic-Autor Bastien Vivès präsentiert die Graphic Novels »Der Geschmack von Chlor« sowie sein neues Werk »Une soeur«(2017).

Literaturhaus Wiesbaden

Literaturhaus Zürich

  • 21. September, 20.00 Uhr, »Im Herzen der Gewalt«, Lesung und Gespräch mit Éduard Louis. Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Zürich und Kaufleuten Kultur.
  • 28. September, 19.30 Uhr, Patrick Deville stellt in Lesung und Gespräch seinen Roman »Viva« vor.
  • 20. Oktober, 19.30 Uhr, Boualem Sansal »2048«, Lesung und Gespräch. Vorher wird der Film «Boualem Sansal, la littérature pas la guerre», eine Dokumentation von Alain de Sédouy. (ARTE France 2010, 44 Min.) gezeigt.
    In Kooperation mit dem Romanischen Seminar der Universität Zürich, und der ETH Zürich, Gastprofessur für französische Literatur und Kultur, und unserem Kulturpartner ARTE.

»FRAGILE. Europäische Korrespondenzen«

Der »Versuch Europa«, der Versuch ein nationenübergreifendes Gemeinschaftsmodell zu imaginieren und dieses politisch und kulturell zu stabilisieren, bleibt auch weiterhin eine Anordnung mit politischer und kultureller Brisanz: die Flüchtlingsströme und das Ringen um die Zuwanderungspolitik in ganz Europa, die ausgrenzenden und islamfeindlichen Pegida-Bewegungen in deutschen Städten und die Abstimmung über den Verbleib in der EU in Großbritannien sind nur einige Beispiele des 21. Jahrhunderts, die die Fragilität und das besondere Unterfangen des Projekts Europa zum Ausdruck bringen. Hier setzt das künstlerisch-literarische Vorhaben des Netzwerks der deutschsprachigen Literaturhäuser an.

FRAGILE

Die Wortbedeutung umfasst sowohl Kostbarkeiten, Wertvolles, Schützenswertes als auch die Gefahr der Zerstörung. Unter dem Titel »FRAGILE. Europäische Korrespondenzen« greifen Autoren in einem mehrmonatigen Austausch aus den Ländern Europas diese doppelte Bedeutung auf: Sie treten in einen Briefwechsel mit einem Partner ihrer Wahl zu aktuellen gesellschaftlichen, kulturellen oder politischen Themen, die Ihnen kostbar und wertvoll erscheinen und die ihrer Meinung nach jedoch zugleich auf dem Prüfstand stehen, deren Zerstörung oder Infragestellung droht. Viele Autoren und Autorinnen leben in anderen als ihren Geburtsländern, sie reisen viel und sind mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen europäischen Ländern im Kontakt, sie sind Seismographen der Stimmungen und Diskussionen, die Europa beschäftigen. Die Doppelbedeutung des Wortes FRAGILE bildet dabei die Klammer des Projekts; die jeweils inhaltliche und thematische Fokussierung ist den Briefwechslern jedoch bewusst freigestellt. Die Fragen Themen können sich aus dem Blick zurück ins 20. Jahrhundert und den Fragen nach Europas Gedächtnis ebenso entwickeln wie aus Gegenwartsanalysen oder aber Zukunftsskizzen und utopischen Entwürfen einer modifizierten »Versuchsanordnung Europa«.

Die Entscheidung für die Briefform ist eine bewusste, spiegelt sich darin doch das Prozesshafte des Austauschs. Das entschleunigte Medium setzt einen reibenden Kontrapunkt zu den schnell formulierten Gedanken der digitalen Öffentlichkeit und will die Autoren als Denker und Intellektuelle abbilden.

Die korrespondierenden Tandems sind keine, die von Anfang an gesetzt sind. Jedes der Literaturhäuser wählte nur eine Autorin oder einen Autoren aus, der sich seinen Dialogpartner und die Auslegung von Fragilität erwählte, die sie über den fünfmonatigen Briefwechsel beschäftigen wird.

Die Briefpartner in diesem großzügig von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekt sind Irena Brežná und Anna Schor-Tschudnowskaja, Katharina Schultens und Cristina Ali Farah, Carmen-Francesca Banciu, und Mirela Ivanova, Jan Wagner und Nikola Madzirov, Martin Pollack und Yevgenia Belorusets, Annika Reich und Zeruya Shalev, Ingo Schulze und László Györi, Georg Klein und Viktor Martinowitsch, Carlo Ihde und Dana Grigorcea, Karl-Markus Gauß und Dževad Karahasan, Björn Bicker und Ece Temelkuran, Kathrin Röggla und A.L. Kennedy, Antje Rávic Strubel und Lena Andersson, Ruth Schweikert und Cécile Wajsbrot. Sie stehen bis in den Herbst hinein miteinander im Kontakt und werden ihre Briefe und die Erfahrungen mit den Briefwechseln im Frühjahr 2017 in einer Veranstaltungsreihe in den Literaturhäusern des Netzwerks vorstellen.

Im Wallstein Verlag ist unter dem Titel »Interessante Zeiten, könnte man sagen. Fragile. Europäische Korrespondenzen« als Band 265 der Reihe »die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik« eine Publikation mit allen 14 Briefwechseln erschienen.

Termine:

23. März 2017, 13.00 – 14.00 Uhr, im Forum Literatur der Halle 4 auf der Leipziger Buchmesse
Ein Gespräch über Europa, mit Viktor Martinowitsch (Belarus), Georg Klein (Deutschland) und Annika Reich (Deutschland), Moderation: Thomas Böhm

31. März 2017, Literaturhaus Wiesbaden
Lena Andersson und Antje Rávic Strubel

5. April 2017, Literarisches Zentrum Göttingen
Nikola Madzirov und Jan Wagner

6. April 2017, Literaturhaus Berlin
Nikola Madzirov und Jan Wagner

7. April 2017, Literaturhaus Berlin
László Györi und Ingo Schulze

20. April 2017, Literaturhaus Graz
Martin Pollack und Yevgenia Belorusets

28. April 2017, Literaturhaus Stuttgart
Björn Bicker und Ece Temelkuran

3. Mai 2017, Literaturhaus Köln
Georg Klein und Viktor Martinowitsch

4. Mai 2017, Literaturhaus Leipzig
László Györi und Ingo Schulze

5. Mai 2017, Literaturhaus Salzburg
Karl-Markus Gauß und Dževad Karahasan

10. Mai 2017, Literaturhaus Zürich
Ruth Schweikert und Cécile Wajsbrot

20. Mai 2017, Literaturhaus Basel
Thementag »Fragile« mit u.a. Irena Brezna, László Györi, Anna Schor-Tschudnowskaja und Cécile Wajsbrot

6. Juni 2017, Literarisches Colloquium Berlin
Annika Reich und Zeruya Shalev

7. Juni 2017, Literaturhaus Hamburg
Annika Reich und Zeruya Shalev

8. Juni 2017, Literaturhaus Rostock
Annika Reich und Zeruya Shalev

9. Juni 2017, Literaturhaus Stuttgart
Annika Reich und Zeruya Shalev

27. Juni 2017, Literarisches Colloquium Berlin
Cristina Ali Farah und Katharina Schultens

NEU: Auf der Frankfurter Buchmesse
15. Oktober 2017, 12.00 – 12.40 Uhr
Dana Grigorcea und Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock) im Gespräch
Am Stand von ARTE tv, Halle 4.1, D10

Herbst 2017, Literaturhaus Rostock
Dana Grigorcea und Carlo Ihde

Herbst 2017, Literaturhaus Wien
A.L. Kennedy und Kathrin Röggla

Weitere Informationen zum Projekt »FRAGILE. Europäische Korrespondenzen« finden Sie unter: fragile-europe.net

Leipziger Buchmesse 23. März 2017: Ein Gespräch über Europa, mit Viktor Martinowitsch (Belarus) und Annika Reich (Deutschland), Moderation: Thomas Böhm © Reiner Mnich

 

Leipziger Buchmesse 23. März 2017: Ein Gespräch über Europa, mit Viktor Martinowitsch (Belarus) und Annika Reich (Deutschland), Moderation: Thomas Böhm © Reiner Mnich

Projektarchiv

2019
Preis der Literaturhäuser an Antje Rávik Strubel


2018
Preis der Literaturhäuser an Jaroslav Rudiš
Themenschwerpunkt Karl Marx bei ARTE
Insight Nahost – Jüngere arabische Literatur


2017
Preis der Literaturhäuser an Terézia Mora
FRAGILE – Europäische Korrespondenzen
Francfort en français


2016
Preis der Literaturhäuser an Ulf Stolterfoht
Literatur aus Flandern und den Niederlanden


2015
Preis der Literaturhäuser an Nicolas Mahler
literaturhaus.net empfiehlt Lyrik


2014
August 1914. Autoren blicken auf die Städte Europas
Preis der Literaturhäuser an Judith Schalansky


2013
Sommer-Akademie
Preis der Literaturhäuser an Hanns Zischler


2012
Sommer-Akademie
LITERAToUR.CZ
Preis der Literaturhäuser an Feridun Zaimoglu


2011
Literaturhaus bringt Poesie in die Stadt: Isländische Lyrik
Preis der Literaturhäuser 2011 an Elke Erb
Thomas Bernhard: Zum achtzigsten Geburtstag
Von den Sagas – We Survived Eyjafjallajökull


2010
Preis der Literaturhäuser an Thomas Kapielski
Rayuela. Argentinisch-Deutsches Stadtschreiberprojekt


2009
Kaksinkertainen/Dubbelt/Doppelt
Chamissojahr 2009
Studie zur Literaturvermittlung in den fünf neuen Bundesländern
Literaturhaus bringt chinesische Poesie in die Stadt
Preis der Literaturhäuser an Ilija Trojanow


2008
Yakın Bakış – Türkisch-deutsches Stadtschreiber-Projekt
Preis der Literaturhäuser an Anselm Glück


2007
Literaturhaus bringt junge Poesie in die Stadt
Preis der Literaturhäuser an Sibylle Lewitscharoff


2006
Akshar – Stadtschreiber zwischen Deutschland und Indien
Dort wo der Ball rollt – Kulturprogramm zur Fußball-WM 2006
Preis der Literaturhäuser an Uwe Kolbe


2005
Poesie in die Stadt!
Preis der Literaturhäuser an Michael Lentz
Netzwerk-Lesereise mit Kiran Nagarkar


2004
Midad – Stadtschreiber in Deutschland und dem Nahen Osten
Poesie in die Stadt!
Preis der Literaturhäuser an Peter Kurzeck
Orient-Gespräche mit dem ZEIT-Forum der Literatur


2003
Transnationale
Poesie in die Stadt!
Preis der Literaturhäuser an Bodo Hell


2002
Preis der Literaturhäuser an Ulrike Draesner